„Politische Lösungen anstelle von Gerichtsverhandlungen“

Pestizide: Bioland Südtirol kann Schauprozess nichts abgewinnen

Freitag, 11. September 2020 | 17:26 Uhr

Terlan – Der Bioland Verband Südtirol zeigt sich besorgt über die sich anbahnende gerichtliche Eskalation zwischen Buchautor Alexander Schiebel, Karl Bär vom Umweltinstitut München und Landesrat Schuler mit rund 1.000 Obstbauern als Nebenkläger. „Dieser Schauprozess zeigt sich bereits in seiner jetzigen Wirkung als gefährlich pauschalisierend für die Südtiroler Landwirtschaft“, so Obmann Toni Riegler. „Wir rund 1.500 Biobauern im Land sind auf keinen Fall einverstanden, dass europaweit ein derartiges Bild der Südtiroler Landwirtschaft entsteht.“

Der einzig konstruktive Weg sei jener der konkreten politischen Schritte, um die Landwirtschaft in Südtirol ökologisch umzubauen. Ein Verharren in der Opferrolle mit Schuldzuweisungen auf beiden Seiten und die anstehende Gerichtsverhandlung schade allen.

Der Bioland Verband Südtirol fordert die Politik auf, signifikant in die Weiterbildung der Landwirtinnen und Landwirte sowohl in Schulen als auch in der berufsbegleitenden Weiterbildung zu investieren. Themen wie Bodenfruchtbarkeit, Kreislaufdenken, ökologischer Anbau, artgerechte Tierhaltung, Klimaschutz, Agrarökologie und regionale Vermarktung sollten zum Grundhandwerk der Landwirte von morgen gehören.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist das Thema Forschung. Ähnlich dem BÖLN in Deutschland (Bundesprogramm Ökologischer Landbau) sollte auch in Südtirol ein Programm aufgelegt werden, das Forschung und Weiterbildung im Ökolandbau tatkräftig und langfristig unterstützt, so Bioland Geschäftsführer Reinhard Verdorfer. „Es gibt Aufgaben, deren Lösung konkrete Schritte in Richtung einer landwirtschaftlichen und gesellschaftlichen Ökologisierung bedeuten, wir sollten unsere Energien darauf richten.“ So zum Beispiel die für Italien geltende Regelung, im Lebensmitteleinzelhandel Bio-Obst und –Gemüse verpackt zu verkaufen, wohingegen IP/konventionelles Obst und Gemüse auch lose verkauft werden dürfen.

Auch fehle im italienischen und Südtiroler Tourismus immer noch die verpflichtende und transparente Zertifizierung von Bio-Produkten im Hotel- und Gastgewerbe. Nicht zuletzt gehe es darum, Bioprodukte selbstverständlich in den Alltag einzuführen, als Lebensmittel auf dem Teller zu Hause und in der Verpflegung von Schulen, Kindergärten, Mensen und im Tourismus.

„Unsere hier angeführten Maßnahmen sind klar umrissen und könnten mithilfe der Politik in kurzer Zeit umgesetzt werden. Nur so kann sich Landwirtschaft und Lebenskultur verändern in Richtung eines zukunftsfähigen Systems“, so Bioland Obmann Toni Riegler.

Von: mk

Bezirk: Überetsch/Unterland

Kommentare

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36 Kommentare auf "Pestizide: Bioland Südtirol kann Schauprozess nichts abgewinnen"


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Rockdaflow
Rockdaflow
Neuling
17 Tage 11 h
Sehr geehrter Herr Riegler, ich selbst bin konventioneller Apfelproduzent der die Agrios Richtlinien des integrierten Obstbaues befolgt. Zudem habe ich ebenfalls Agrarwissenschaften an der FUB abgeschlossen. Das Problem sind nicht wir Obst-, Wein- und Tierbauern in Südtirol, welche alle nach bester landwirtschaftlicher Praxis versuchen ein gesundes Produkt zu produzieren. Wir wissen beide, dass man im Biolandbau als auch im integrierten Anbau Pflanzenschutzmittel oder populistisch “Pestizide” braucht um einen Ertrag zu haben und qualitativ hochwertige Produkte zu erzeugen. Meines Erachtens ist es FALSCH Produkte aus dem Bioanbau auf eine höhere Stufe zu stellen als die integriert angebauten, da beide am Ende… Weiterlesen »
So sig holt is
So sig holt is
Universalgelehrter
17 Tage 9 h

Korrekt! Pestizide werden auch im bioanbau eingesetzt, nur halt natürliche… Effekt haben sie jedoch den gleichen, sie töten…

Spiegel
Spiegel
Superredner
17 Tage 8 h

Bitte vergessen sie nicht die Mykotoxine!
Bioland ist mit diesen Aussagen nicht glaubwürdig.

Spiegel
Spiegel
Superredner
17 Tage 8 h

Bio ist Umweltschädlicher als Bioland es vorstellt. Auch durch mehr Bio muss der Regenwald zusätzlich gerodet werden denn die fehlenden nicht produzierten Lebensmitteln in Europa müssen produziert werden!

Tobi
Tobi
Grünschnabel
17 Tage 8 h

Gut geschrieben.

Jetzt schreien alle nach Bio, aber sobald Bio Standard ist werdet ihr Biobauern auch Probleme bekommen, weil für Umweltinstitut und Schiebel ist Bio nur ein Schritt in Richtung GAR NICHTS SPRITZEN, PERMAKULTUR.

Es werden keine Hagelnetze, keine Monokulturen, keine Sprüher von diesen Leuten je aktzeptiert werden.

Zumal diese Leute schon mit ihrer Plakataktion bewiesen haben, dass sie das jetzt schon nicht unterscheiden können.

Sollen wir jetzt alle auf Bio umstellen? Glaub nicht, dass das den Biobauern recht wäre.

lalala
lalala
Tratscher
17 Tage 8 h

Da gebe ich ihnen vollkommen recht, man müsste auch die co2 bilanz beider anbauweisen miteinander vergleichen

Spiegel
Spiegel
Superredner
17 Tage 8 h

@So sig holt is Probiere mal ohne Essen auszukommen. 8.000.000.000 Menschen bei seit 1950 gleichbleibender Agrarfläche zu ernähren ist eine Musterleistung. Wer kein Pflanzenschutz will soll entscheiden wer der Menschen auf den Planeten sterben muss!

lalala
lalala
Tratscher
17 Tage 7 h

@So sig holt is
Fast richtig, das problem bei den natürlichen produkten ist, dass die moleküle beständiger sind und deshalb nicht zerfallen sondern in den boden gelangen. Chemisch synthetische produkte sind effizienter, sie werden gezielt und nicht breitenwirksam eingesetzt und die moleküle zerfallen mit der zeit und übrig bleiben die einzelnen atome(elemente)

So sig holt is
So sig holt is
Universalgelehrter
17 Tage 7 h

@Spiegel deswegen muss ja fleißig gerodet werden, dass alle zu essen haben.. Stichwort Regenwald… und wenn die welt nur mehr permakultur hätte, dann würden wahrscheinlich 2 Milliarden berrecken vor Hunger… Pflanzenschutz sichert nunmal ernten!

So sig holt is
So sig holt is
Universalgelehrter
17 Tage 7 h

@lalala stimmt, aber das sind eben natürliche sachen, darauf kommts den beiden und deren Gefolgschaft an… bio ist momentan ein riesen Trend bzw hype… doch was haben wir aus der Vergangenheit gelernt, dass jeder hype auch mal vorüber ist… vom wunder von mals hört man ja zb so gut wie nix mehr.. geld eingesackt, nun kommt das negste buch

St Magdalener
16 Tage 21 h

@Spiegel mit welchen Aussagen? Diese Mykotoxine Thema kommt mir irgendwie bekannt vor. Herr Gallmetzer.

St Magdalener
16 Tage 21 h

@Spiegel Jedes Jahr werden neue Rekordmengen an Äpfeln in Europa gemeldet, in Zukunft werden es noch mehr werden mit dem Ausbau des Anbaus in Polen,Russland usw. Der Preisverfall wegen dem Überangebot macht den Bauern zu schaffen und zwingt sie zu Einsparungen an allen Ecken und Enden.
Für was sollte nochmal der Regenwald gerodet werden?
Bitte Herr Gallmetzer, Federführer der Gruppe ” Zukunft für Landwirtschaft”, machen sie sich nicht lächerlich. Solche Aussagen glauben ihnen wahrscheinlich nur ihre Stammtischfreunde..

Anderrrr
Anderrrr
Superredner
16 Tage 21 h

@So sig holt is gons richtig und werd holt öfter gspritzt bei bio wo nor sich de nochbarn beschwern wiso spritzt der so oft des stinkt usw.. recht kansch in de nia mochn
Ober gib ihnene an unbehandelten Apfel und an behandelten glab net das de in schiachn essn…

So sig holt is
So sig holt is
Universalgelehrter
16 Tage 17 h

@St Magdalener jedes jahr neue rekordmengen isch nit wirklich der fall.. preisverfall stimmt, deswegen probiert man mit clubsorten gegen zu steuern.. bio funktioniert a lei solong der preis passt! sobold der preis ziemlich fällt isches schwierig, weil man schun ca 20 bis 30% eianiger ertrag hot… hel geat donn nimmer zom

Spiegel
Spiegel
Superredner
16 Tage 16 h

@St Magdalener Nein das Thema Mykotoxine ist real. Vog Produkt hat riesen Probleme mit dem Mykotoxin Patulin in der Bioware. Oder verleugnen sie die Mykotoxine?

Spiegel
Spiegel
Superredner
16 Tage 16 h

@So sig holt is der Biopreis ist dieses Jahr im Keller.

Spiegel
Spiegel
Superredner
16 Tage 16 h

@St Magdalener die Arbeitsgruppe macht sich sicher nicht lächerlich vorallem. Waren sie bei den Vorträgen des Prof. Krska? So wie sie schreiben nein. Warum wird importiert wenn es zu viele Äpfel gibt , ihre Aussagen sind einfach falsch. Alternaria produziert über 30 Mykotoxine, Kernhausfäulnis Patuline alles Krankheiten die im Bio nicht bekämpft werden können. Mikroplastikeintrag und dazu 62 % mehr CO2 Verbrauch Vs Integriert. Bitte anlysieren sie die Fakten nicht ihre Stammtischgespräche die auf Fakenews basieren. Mode vergeht Stil bleibt!

Spiegel
Spiegel
Superredner
16 Tage 16 h

@St Magdalener Herr Riegler Toni😉

Spiegel
Spiegel
Superredner
16 Tage 16 h

@St Magdalener in Europa sinkt der Selbstversorgungsgrad der Landwirtschaft. Bitte zahlen Studieren keine Gefühlten Meinungen preisgeben!

brunner
brunner
Superredner
17 Tage 8 h

Der Prozess wird für Südtirol zum Eigentor werden…..das Thema wird in Deutschland ausgeschlachtet werden….und viele Deutsche werden sich da ihre Meinung bilden….auch was den nächsten Urlaub betrifft….ein denkbar ungünstiger Zeitpunkt…

Spiegel
Spiegel
Superredner
17 Tage 7 h

Wird es nicht

So sig holt is
So sig holt is
Universalgelehrter
17 Tage 7 h

stimmt werden sie .. doch das wunder von mals war auch schon europa und teilweise weltweit in aller munde.. und man siehe da, immer noch genug Touris! die leute kommen wegen der schönen Landschaft, dem guten essen, den freundlichen leuten! glaube kaum dass Gäste südtirol meiden, nur wegen diesem thema… es gibt mehr, denen dieses eigentlich komplett egal ist als umgekehrt (auch wenn der schiebel da anderer Meinung ist)… das erklärt schon allein das kaufverhalten… würden alle bio kaufen, wären alle bauern bio, nur ist das eben nicht so…

Oracle
Oracle
Grünschnabel
16 Tage 16 h

… der deutsche Anbau ist auch nicht besser aufgestellt. In D wird dieser Umweltverein gar nicht mehr beachtet…

Inve
Inve
Neuling
16 Tage 18 h

Südtirol hat
kein Problem mit Pestiziden und auch nicht mit Monokultur (haben ja nur 50% der
italienischen Apfelerte bei 2,5% Flächenanteil an Italien)… -Ironie
aus-  

Natürlich
prägt die Pestizidebelastung auch das negative Außenbild u.a. in Deutschland
und den jungen Touristen (dieser Generation ist es nämlich nichtmehr
so egal)

Es ist so einfach, die Zukunft ist nachhaltige und diverse Landwirtschaft, E-Mobilität,
5G, Onlinehandel etc wer sich dagegen wehrt bleibt nur auf der Strecke…

Oracle
Oracle
Grünschnabel
16 Tage 16 h

Südtirol hat ca. 50.000.000 m2 Strassen und ebensoviel Weinbau. Da sieht man mal wieder, wie einseitig manche es sehen.

Spiegel
Spiegel
Superredner
16 Tage 16 h

Ja die Zukunft liegt in der Integrierten Landwirtschaft!

Inve
Inve
Neuling
15 Tage 20 h

was willst du damit sagen? Dein Argument erschließt sich mir zumindest nicht, bitte formulier es etwas aus

Fighter
Fighter
Neuling
16 Tage 22 h

A iatz welln sie af oanmol reden wenn sie nimmer auskemmen. Mir Molser hobm iber johre probiert mit dia zu reden und selm hobm sie nia nichts keart. Protestaktionen gmocht dia in gonzn lond schodn und iatz welln sie reden…..

Oracle
Oracle
Grünschnabel
16 Tage 16 h

Habe jetzt nicht ganz verstanden, warum Bioland sich hier unterscheiden möchte. Die brauchen ja auch Pestizide. Das Ziel des Einsatzes ist das Gleiche, das Verdrängen von Schädlingen aus den Kulturen. Als ob Zutodestreicheln besser wäre als durch ein Messer zu sterben..

MarkusKoell
MarkusKoell
Tratscher
16 Tage 16 h

Unsere Äpfel sind halt die besten 😘

Sag mal
Sag mal
Kinig
16 Tage 18 h

das lässt mich jetzt etwas an Bioland zweifeln🤔

Inve
Inve
Neuling
15 Tage 17 h

Schauen wir uns mal den Pestizideinsatz an, nach einer
kurzen Recherche fand ich folgendes: 
– Die Region Trentino-Südtirol hat ca. 40 kg/ha 
– Italien hat im Schnitt ca. 6 kg/ha, Österreich ca. 3 kg/ha, Deutschland ca. 4kg/ha,
Schweiz 5 kg/ha https://www.worldometers.info/food-agriculture/pesticides-by-country/
– Die UN / Vereinten Nationen haben für 2030 einen Soll-Wert von Pestiziden von
0,3 kg/ha erklärt (ca. 100 mal niedriger als Südtriol). https://www.2030watch.de/indicator/okf-pestizide-landwirtschaft/

Ich bin kein Experte, daher auch gerne für Gegenstimmen offen und vielleicht habe ich ja auch einen Denkfehler. 

Spiegel
Spiegel
Superredner
15 Tage 14 h

65% des Verbrauch ist dem Bio zu verdanken. Mit nur 10 % der Fläche. Rechnen lasse ich dich selbst!

Faktenchecker
Faktenchecker
Universalgelehrter
15 Tage 14 h

Herr Schuler hat schon 200.000 neue “Freunde” gewonnen. Herzlichen Glückwunsch für diese Hirnlose Aktion.

Das System Südtirol funktioniert halt nur daheim.

https://www.umweltinstitut.org/mitmach-aktionen/pestizidrebellen-vor-gericht.html

“Sehr geehrter Herr Schuler,

eine funktionierende Demokratie und eine starke Zivilgesellschaft leben davon, dass offen Kritik geübt und auf gesellschaftliche Missstände aufmerksam gemacht werden darf. Wenn UmweltschützerInnen auf den massiven Einsatz von Pestiziden in Südtirol hinweisen, so sollten sie nicht mundtot gemacht, sondern angehört werden.

Wir fordern Sie deshalb auf, die Strafanzeigen gegen Karl Bär und die Vorstandsmitglieder des Umweltinstituts München, den Buchautor Alexander Schiebel und seinen Verleger Jacob Radloff sofort einzustellen.

Mit freundlichen Grüßen”

Look_at_Yourself
15 Tage 19 h

Ich möchte gerne einen Beitrag zu der aktuellen
Diskussion über das spritzen von Bioobst leisten.

 

https://schrotundkorn.de/essen/aepfel-bios-spritzen-anders

 

Hier ist ganz besonders der untere Teil des Artikels interessant.

80% des Erfolges erreicht man durch das anlegen von Blühstreifen,
Mulchen und anderen begleiteten Maßnahmen.

Weniger Spritzen funktioniert schon, wenn man es
richtig macht.

Inve
Inve
Neuling
15 Tage 20 h

Der Prozess wird PR technisch für Südtirol nicht gut ausgehen, damit schädigt man den Ruf von Südtirol und der Bauern bei der Bevölkerung, Apfelkunden und Touristen noch mehr.  siehe auch Video auf Youtube vom Bayrischen Rundfunk, einfach “Quer und Südtirol” eingeben oder hier der Link falls man den sieht https://youtu.be/o5OmbemdFMU

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