Erleichterung beim Landesrat

Pflanzenschutz und Gesundheit: Keine erhöhte Tumorinzidenz erhoben

Dienstag, 01. August 2017 | 15:40 Uhr

Bozen –  Gemeinden, in denen Pflanzenschutzmittel in hoher Menge ausgebracht werden, haben keine höhere Rate an Tumorerkrankungen als Gemeinden mit geringer landwirtschaftlicher Nutzung. Das ist das Ergebnis einer Studie, die die Landesregierung im Jahr 2013 in Auftrag gegeben hatte und die Gesundheitslandesrätin Martha Stocker heute gemeinsam mit Studienleiter Lino Wegher vom Zentrum für Umweltmedizin des Südtiroler Sanitätsbetriebes vorstellte. Ziel der Studie sei es gewesen, zu erheben, ob die Bevölkerung der Gemeinden, in denen viel Obst- und Weinbau betrieben und deshalb viel mit Pflanzenschutzmitteln gearbeitet wird, einer höheren Gefahr ausgesetzt sind, erklärte Stocker. Analysiert wurden die Daten, die vom Südtiroler Tumorregister für den Zeitraum 2003 bis 2010 zur Verfügung gestellt wurden.

Untersucht wurde auch eine mögliche Auswirkung der Pflanzenschutzmittel auf Parkinson (Zeitraum 2003-2015) und Demenzerkrankungen (Zeitraum 2010-2014). Auch hier konnten keine nennenswerten Unterschiede festgestellt werden. Das selbe gilt für die Hashimoto-Thyreoiditis, eine Autoimmunerkrankung, die zu einer chronischen Entzündung der Schilddrüse führt, und eine der häufigsten Ursachen der Schilddrüsenunterfunktion ist. Untersucht wurden hier die Jahre von 2010 bis 2015. Ebenfalls keine relevanten Unterschiede stellte das Team um Wegher bei der Häufigkeit von Früh- und Fehlgeburten fest.

Auswirkungen von Chlorpyrifos

In einer weiteren Studie wurden die Auswirkungen von Chlorpyrifos auf die Gesundheit der Bevölkerung untersucht. Getestet wurden Bauern aus Kastelbell, Latsch, Naturns, Marling und Tirol ebenso wie ihre Anrainer. Sowohl die Bauern selbst als auch ihre Nachbarn hätten während der Saison höhere Kreatinine-Konzentrationen aufgewiesen als außerhalb der Behandlungssaison, erklärte Wegher. Die gemessene Dosis sei aber noch weit unter der Schwelle gelegen, welche die WHO als bedenklich definiert.

“Ich bin in mehrfacher Hinsicht erleichtert”, kommentierte Landwirtschaftslandesrat Arnold Schuler die Ergebnisse der Studie, “als Landesrat, als Bauer, der selbst mit diesen Mitteln arbeitet, und natürlich auch darüber, dass die intensive Landwirtschaft für die gesamte Bevölkerung kein Gesundheitsrisiko darstellt.” Besonders erfreulich sei das Ergebnis, wenn man bedenke, dass es die Auswirkungen früherer Jahre beleuchtet, in denen es noch “viel stärkere chemische Keulen” gegeben habe. Das Ausbringen von Chlorpyrifos zum Beispiel ist seit 2017 verboten. Das Ergebnis bedeute aber nicht, dass man die Hände in den Schoß legen könne. Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln müsse weiter reduziert werden, sagte Schuler. “Wir alle sind in der Verantwortung, mit Pflanzenschutzmitteln vorsichtig umzugehen”, stimmte Stocker ihm zu.

Die Studie wurde von der Abteilung Umweltmedizin des Südtiroler Sanitätsbetriebs in Zusammenarbeit mit dem Tumorregister Südtirol, der Eurac, der epidemiologischen Beobachtungsstelle und der Stiftung Salvatore Maugeri durchgeführt.

Von: luk

Kommentare

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24 Kommentare auf "Pflanzenschutz und Gesundheit: Keine erhöhte Tumorinzidenz erhoben"


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peterle
peterle
Tratscher
19 Tage 14 h

Wenn Stocker wiederum solche Lügen in die Medien bringt hat sie nächstes Jahr Problem zurück ins Pustertal zu kommen weil die Nase zu lang ist.
Wie kann man nur so verbohrt sein um die Wahrheit nicht zu sehen. Ärzte welche an der Studie beteiligt waren werden nun mal für und nicht gegen die Pharmalobby arbeiten und argumentieren.

peterle
peterle
Tratscher
19 Tage 12 h

Ach ja die Minusdrücker sollen die Mittel welche in der Landwirtschaft ausgebracht werden vermehrt einnehmen und sich dann einer erneuten Studie stellen.

werner71
werner71
Grünschnabel
19 Tage 12 h

@peterle Die Mittel sein nit do zum einnehmen. Wenn du 10 Aspirin nimmsch hosch a a Problem. Auf die Dosis kommt es an. Hosch kuan bessern Kommentar?

Tabernakel
19 Tage 12 h

Die Pharmahersteller produzieren auch Pflanzenschutzmittel? Welche?

peterle
peterle
Tratscher
19 Tage 11 h

@werner71
Da auch eine namhafte Onkologin Zweifel an der Studie hat und das Ganze vom Land gesponstert wurde, sowie kommendes Monat das Buch über Mals in den Handel kommt kann sich Jeder normal denkende Mensch sich ausmalen wohin die Denkmuster von Stocker und Schuler gehen. Auch die Abstandsregelung, welche übrigends eine Verarschung den angrenzenden Nachbarn ist, wäre dann umsonst eingeführt worden.

sepp2
sepp2
Tratscher
19 Tage 8 h

@Tabernakel z.b. Bayer(Monsanto)

steidler
steidler
Grünschnabel
19 Tage 21 Min

@peterle Sie haben wohl etwas nicht richtig verstanden, seit wann werden die Pflanzenschutzmittel eingenommen. Oder fressen Sie Ihre Hautcreme, Putzmittel usw.? Von Tuten und Blasen keinen blassen Schimmer, aber blöde Kommentare schreiben!

Sun
Sun
Grünschnabel
18 Tage 21 h

@peterle  wer hätte nach deiner Meinung die Studie finanzieren sollen, Bayer etwa?
 Von wem wurde das Buch finanziert, von dem du sprichst, von der Umweltschutzgruppe aus Bayern? Sehr glaubwürdig…

werner71
werner71
Grünschnabel
19 Tage 12 h

Der Landwirt ist der 100fachen Belastung ausgesetzt wie der Rest der Bevölkerung. Da würde ja keiner mehr leben. Alles Panikmache von Leuten die ihre fixen 14 Monatsgehältern einstreichen und sonst keine Sorgen haben. Man braucht keine Studien, wenn man mit offenen Augen durch die Obstwiesen voll von Hasen, Vögel und sonstigem Getier geht.

Oberlaender
Oberlaender
Grünschnabel
19 Tage 11 h

aso a bleidsinn dem hundertfachen ausgesetzt. hobm haint olle a kabine mit filter und sie begehen unmittelbor nochn spritzn a nit die wies….und die thermik erledigt in rescht es verdunstet und irgendwo legt sichs wieder nieder. z.b im hintersten zerzertal wurde im see a schmelzwasserprobe genommen und was wurde gefunden? unter anderem auch psm. also von wegen……

werner71
werner71
Grünschnabel
19 Tage 11 h

@Oberlaender im Eis vom Ortler wurden vor einigen Jahren Rückstände von Industrieabgasen der Poebene gefunden. Wenn man danach sucht findet man alles überall. Nochmal, auf die Dosis kommts an! Also, s wosser in zerzersee konnsch lei beruhigt trinken!!

Antivirus
Antivirus
Tratscher
19 Tage 10 h

kassiert auch 100% der Ernte würde er den Profit mit den Rest der Betroffenen Teilen würde man Diskutieren!!! können vielleicht??

Pic
Pic
Grünschnabel
19 Tage 15 h

Südtirol News vom Samstag, 04. Februar 2017 | 08:22 Uhr:
“Aus den Erhebungen der Epidemiologischen Beobachtungsstelle des Landes geht hervor, dass die Fälle bösartiger Tumore zwischen 2010 und 2015 insgesamt gestiegen sind…”
Beruhigend zu wissen, dass die Pflanzenschutzmittel mit den Tumorerkrankungen  lt. Stocker und Schuler nichts zu tun haben und interessant, dass in den Obstbaugebieten Südtirols Pflanzenschutzmittel in hoher Menge ausgebracht werden.

barlo
barlo
Neuling
19 Tage 12 h

Dazu hätte es keine Studie gebraucht. Die kleinste Auffälligkeit wäre schon lange sofort aufgefallen. Traurig nur, dass so viele auf die Panikmache von ein paar sogenannten Umweltschützern reinfallen die nur auf sich aufmerksam machen wollen oder Bürgermeister, die von den eigenen Leichen im Keller ablenken wollen!

enkedu
enkedu
Universalgelehrter
19 Tage 14 h

i sogs jo. des wos die leit im kühlschrank haben ist selten besser als das was in unserem land produziert wird.

Staenkerer
19 Tage 12 h

sell werd nit lei stimmen wenns um de verzehr geat, sell muaß zwangsläufig stimmen, denn anhond von der tabelle de neulich veröfentlich wurde hot man jo gsechn das de lebensmittel de im lond produziert wern bei weiten nit in bedarf de bevölkerung dekt!
woher de olle kemmen u. wieviel sem gspritzt werd konn niemand konntroliern!
wos de luftqualität in de obstbaugebiete unbelong: das de so guat isch wie in de gegenden ohne obst, konn man schun unzweifeln, das se soooooo schädlich isch wie viele moanen, ollerdings a!

ich und du
ich und du
Grünschnabel
19 Tage 12 h

mann konn olm ols schworz sechn wia mens will de huaschtn saftler wos heint leimer gspritzt werden sell isch nit sou a groasses problem wia die farmerindustrie wou etliche leit mehr drau gian und nou uans weil es es bio olm sou hoach hep dass die sell a gift spritzen oder sou gsog mittl dass tierchen hin werden fin sem red kuaner ober in di uan af die eier gian und nou uans a gspritzter äpfl isch gsinder als uaner der an pils drauhot

peterle
peterle
Tratscher
19 Tage 11 h

Nun dann sind die Bauern im Vinschgau also trotzdem nur auf das (Bio)Geld aus. Immer mehr steigen auf Bio um.

iuhui
iuhui
Superredner
19 Tage 15 h

wer hat denn diese Studie finanziert? 🙂

steidler
steidler
Grünschnabel
19 Tage 5 Min

iuhui Wer finanziert die unzähligen  Studien, die aus aller Herren Länder zu uns flattern und uns vorschreiben wollen, was wir tun und lassen sollen? Und dann werden plötzlich noch Pflanzenschutzmittel auf dem Ortler gefunden! Reine Panikmache, ohne Beweise!

Boz1en
Boz1en
Neuling
19 Tage 50 Min

Zum Glück gibt es Menschen, die das Thema “Pestizide” aus wissenschaftlicher und nicht aus monetärer Sicht beurteilen, wie die von bauerngesteuerten Politikern bezahlten Studienverfasser.
Folgt man dem sehr vereinfacht dargestellten Ursache-Wirkung-Prinzip der Studie, muss der Pestizidverbrauch ja sogar erhöht werden, da – wie gestern in den Nachrichten von Rai Südtirol berichtet – die Rückstände in den Gemeinden mit hohem Pestizidverbrauch sogar niedriger sind als in den Gemeinden mit geringem Pestizidverbrauch.
Schon verrückt, wieviel Interpretationsspielraum Statistiken zulassen und wie hochrangige Politiker ein derart komplexes Thema mit wenigen Schlagworten einfach abfertigen. Auch eine Form von Populismus?  

iuhui
iuhui
Superredner
19 Tage 9 h

die Pflanzen”schutz”mittel werden mit der Nahrung aufgenommen, daher sind alle davon betroffen und nicht nur der Bauer! Solch eine Studie sagt rein gar nichts! Da müsste man eher eine Langzeitstudie machen und Menschen konfrontieren die konventionelles Obst und Gemüse essen und Menschen die nicht behandeltes Obst und Gemüse essen.

Rockdaflow
Rockdaflow
Neuling
14 Tage 18 h

Ich denke, die Bevölkerung sollte zuerst das Verhalten bezüglich Kosmetika, Hygiene, Reinigung und industriell verarbeitete Lebensmittel überdenken, bevor man Obst und Gemüse Anbau angreift, weil es gerade “IN” ist.

Tabernakel
1 Tag 12 h

@Rockdaflow

Du solltest Deine Einstellungen überarbeiten. Gift in der Nahrung ist inakzeptabel.

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