Jeder zweite Erwerbstätige Mitglied in einem Zusatzrentenfonds

Projekt Pensplan: Ein Musterbeispiel

Donnerstag, 12. April 2018 | 12:36 Uhr

Bozen – Auch 2017 war ein gutes Jahr für das Projekt Pensplan. Hervor sticht vor allem die ständig wachsende Mitgliederanzahl in den Zusatzrentenfonds in der Region. 50 Prozent der erwerbstätigen Bürgerinnen und Bürger sind inzwischen eingeschrieben. Eine Zahl, die belegt, wie intensiv Pensplan – auch mittels Kampagnen – informiert und sensibilisiert sowie Beratung in seinen Büros und den über 120 Pensplan Infopoint-Schaltern leistet. Eindrucksvoll sind auch die weiteren Kernzahlen von Pensplan: Fast 74.000 Kontakte in den Pensplan-Büros (das entspricht über 300 Kontakten pro Arbeitstag), über 2.100 Teilnehmer bei Informations- und Bildungsveranstaltungen, über verwaltete 213.000 Rentenfondsmitglieder, 24.000 einzahlende Betriebe, 211.000 Verwaltungsvorgänge und 760 Unterstützungsansuchen für den Aufbau einer Zusatzrente.

Doch für die Regionalassessorin für die Zusatzvorsorge Violetta Plotegher und die Präsidentin von Pensplan Laura Costa sind es nicht nur die Zahlen, die den Erfolg von Pensplan zeigen. Bei der heutigen Pressekonferenz zur Vorstellung des Jahresberichts meinten sie: „Das Projekt Pensplan steht als konkretes Beispiel für ein nachhaltiges und tragbares Welfare, bei dem einerseits die Bürgerinnen und Bürger Verantwortung für ihre Rentenabsicherung übernehmen, indem sie sich in einen Zusatzrentenfonds einschreiben und andererseits die Region Trentino-Südtirol als öffentliche Hand die Bevölkerung beim Aufbau einer Zusatzrente unterstützt und ein System fördert, das sich selbstständig trägt, nachrückende Generationen nicht belastet und dazu führt, dass künftig weniger öffentliche Gelder für die Unterstützung der Bevölkerung im Alter aufgewendet werden müssen.“

 

Der Wert des Projekts Pensplan

Das Projekt Pensplan hat zahlreiche positive Auswirkungen in der Region:

·        Das von der Region investierte Kapital in Höhe von 258 Millionen Euro ist vollständig erhalten geblieben. Dank der sehr guten und umsichtigen Verwaltung konnten mit den erzielten Renditen den Bürgerinnen und Bürgern Dienstleistungen und Unterstützungsmaßnahmen zur Verfügung gestellt werden stellen (2017 wurde mit dem Gesellschaftskapital der Pensplan Centrum AG eine Rendite von 2,38% erzielt).

·        Mehr als die Hälfte des investierten Anfangskapitals ist inzwischen schon in die öffentlichen Kassen in Form von Steuern von Seiten der lokalen Zusatzrentenfonds zurückgeflossen und stand so für andere öffentliche lokale Ausgaben zur Verfügung (2017 haben die Zusatzrentenfonds insgesamt 22,66 Millionen Euro an Ersatzsteuer entrichtet).

·        Die Einschreibungen in einen lokalen Zusatzrentenfonds haben zum Ansparen beträchtlicher privater Geldmittel geführt (Ende 2017 verwalteten die regionalen Zusatzrentenfonds Geldmittel in Höhe von 3,8 Milliarden Euro und damit um 10,5% mehr als im Vergleich zum Vorjahr). Das ist ein wichtiger Aspekt, sowohl für jedes einzelne Mitglied als auch für potenzielle Investitionen in die lokale Wirtschaft.

·        Die regionalen, mit der Pensplan Centrum AG konventionierten Zusatzrentenfonds haben mit ihren guten Vermögensverwaltung einen entscheidenden Beitrag für den Erfolg dieses Projekts beigesteuert (in den letzten 10 Jahre erzielten die ausgewogenen Investitionslinien der lokalen Zusatzrentenfonds eine durchschnittliche jährliche Rendite von 3,8%; demgegenüber wurde die Abfertigung im selben Zeitraum jährlich um 2,1% aufgewertet).

 

Die zuständige Assessorin Violetta Plotegher zeigte sich sichtlich stolz über den Stand des Projekts für die regionale Zusatzrente: „Die erzielten Ergebnisse unterstreichen den sozialen Wert und die Nachhaltigkeit des Projekts, das die Region im Rahmen ihrer im Autonomiestatut verankerten Kompetenz im Vorsorgebereich ins Leben gerufen hat und operativ über die Inhouse-Gesellschaft Pensplan Centrum AG abwickelt. In den letzten 20 Jahren hat Pensplan der Bevölkerung und den Rentenfondsmitgliedern nicht nur qualitativ hochwertige Dienstleistungen zur Verfügung gestellt, sondern es auch geschafft, eine neue Vorsorgekultur zu entwickeln mit Hauptaugenmerk auf die Rentenabsicherung. Die Investition von öffentlichen Geldern seitens der Region hat sich positiv auf lokaler Ebene ausgewirkt, nicht nur in wirtschaftlicher Hinsicht sondern auch im Umstand, dass die Bürgerinnen und Bürger mit noch mehr Eigeninitiative ihre Rente und damit ihre bessere Zukunft zeigen. Und damit ist das Projekt ein gutes Beispiel für ein nachhaltiges Welfare in der Region.“

 

Schulungen und das Netzwerk der Pensplan Infopoint

Die Information und die Beratung der Bürgerinnen und Bürger über die Vorteile und die Notwendigkeit einer Zusatzrente sind nach wie vor sehr wichtig. Über Pensplan und das Netzwerk der Pensplan Infopoints kommt die Region dieser Aufgabe in der gesamten Region auf kapillarer Ebene nach. In diesem Kontext bietet Pensplan den Informationsmultiplikatoren und dem Personal der Pensplan Infopoints ein laufendes Schulungsprogramm, damit die Bevölkerung einen professionellen Service mit einheitlichen Informationen erhält.

Pensplan hat für die Beratung zudem einen neuen Berechnungsmotor entwickelt, der einen Gesamtüberblick über die staatliche Rente und die Zusatzrente gibt. Damit wissen die Kundinnen und Kunden genau Bescheid darüber, mit welcher Rente sie insgesamt im Alter rechnen können. Damit wird die Initiative „Meine Rente“ vom NISF/INPS aufgegriffen, mit der man das Rentenbewusstsein der Bevölkerung steigern wollte. Die personalisierte Beratung mit ihrem präzisen Rentenausblick verfolgt zwei Ziele. Erstens möchte man damit noch mehr Menschen für den Aufbau einer Zusatzrente gewinnen und zweitens bildet die Beratung auch ein ausgezeichnetes Instrument für jene, die bereits in einen Zusatzrentenfonds eingeschrieben sind und wieder einmal prüfen möchten, ob sie auf dem „richtigen“ Weg sind, sprich, ob ihre künftige staatliche und Zusatzrente dem entspricht, was sie sich an Altersbezügen vorstellen.

 

Projekte von Pensplan

In den nächsten Jahren wird Pensplan weiterhin am Aufbau eines regionalen Welfaresystems arbeiten, das die Bürgerinnen und Bürger in den elementaren Lebensbereichen wie Familie, Wohnen, Ausbildung und Pflege bei Pflegebedürftigkeit laufend begleitet und unterstützt. Eine wichtige Tätigkeit bleibt die Sensibilisierung und Information der Bevölkerung zur Zusatzvorsorge. Hierfür werden weiterhin gezielte Kampagnen geplant werden und großer Wert auf die Möglichkeit gelegt, dass die Bürgerinnen und Bürger sich persönlich beraten lassen können. Letzteres ist wichtig, da es sich bei der Renten- und Altersvorsorge um eine komplexe und vielschichtige Materie handelt, die laufend Neuerungen mit sich bringt wie zuletzt im Haushaltsgesetz 2018.

Geplant ist auch die Gründung einer regionalen Beobachtungsstelle in der Region Trentino-/Südtirol in Zusammenarbeit mit dem NISF/INPS. Ziel ist die Beobachtung der Rentenvorsorgesituation der Bevölkerung hinsichtlich staatlicher Pension und Zusatzrente sowie der künftigen Tendenzen. Darauf aufbauend sollen Maßnahmen zur Unterstützung der Bevölkerung ausgearbeitet werden, um den Herausforderungen in diesem Bereich effizient gerecht zu werden.

Von: luk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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1 Kommentar auf "Projekt Pensplan: Ein Musterbeispiel"


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enkedu
enkedu
Kinig
8 Tage 5 h

Gründung einer Beobachtungsstelle…. Nur unser Wohlstand kann solche Blüten herausbringen, Leute die nicht arbeiten, nicht produzieren, sondern beobachten…..

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