Brennerautobahngesellschaft fährt historisches Ergebnis ein

Rekordgewinn von 87,1 Millionen Euro

Freitag, 22. Mai 2020 | 17:41 Uhr

Bozen – Der Verwaltungsrat der Brennerautobahngesellschaft hat bei seiner Sitzung am Freitag unter dem Vorsitz von Präsident Hartmann Reichhalter die Bilanz 2019 genehmigt. Die Daten des vergangenen Jahres stellen dabei in mehrerlei Hinsicht einen historischen Rekord dar, sei es in Bezug auf den Produktionswert von 401,3 Millionen Euro und den Gewinn von 87,1 Millionen Euro (+27,7 Prozent im Vergleich zu 2018), sei es aber auch in Bezug auf die bedeutendste Kennzahl für die Rentabilität eines Unternehmens, das EBITDA. Dieses liegt mit 179,1 Millionen Euro bei 44,63 Prozent des Produktionswertes liegt, das EBIT liegt bei 24,34 Prozent (97,69 Millionen Euro).

„Die Gesellschaft hat im vergangenen Jahr 2019 so gut wie noch nie gearbeitet“, nimmt Präsident Hartmann Reichhalter zur Bilanz des vergangenen Jahres Stellung. „Dies lässt uns hoffen, dass sich die Verhandlungen um eine Konzessionsverlängerung nach den unerwarteten Problemen zu Beginn dieses Jahres positiv entwickeln.”

„Das Geschäftsjahr 2019 muss uns Ansporn sein, diese schwierige Zeit mit jener Stärke und jenem Mut zu bewältigen, die wir aus dem Bewusstsein um das Potential unserer Gesellschaft schöpfen. Wir sind dazu bereit, dieses außergewöhnliche Ergebnis unmittelbar in neue Investitionen umzulegen – sobald die Rahmenbedingungen dafür stimmen“, zeigt sich Geschäftsführer Diego Cattoni zufrieden.

Die Bilanz 2019

Das beste Betriebsergebnis in der Geschichte der Brennerautobahngesellschaft ist die Frucht mehrerer Faktoren: das leicht erhöhte Verkehrsaufkommen (+0,4 Prozent), die bedeutende Senkung der Produktionskosten, die umsichtige Finanzverwaltung. Im Detail zeigt sich, dass der Produktionswert bei 401,3 Millionen Euro (+4,2 Millionen Euro) liegt, während die Produktionskosten 2019 im Vergleich zum Vorjahr um 9,6 Millionen Euro auf einen Wert von 303,6 Millionen Euro gesunken sind. Das Betriebsergebnis von 97,7 Millionen Euro weist einen Zuwachs von etwa 13,8 Millionen Euro im Vergleich zu 2018 auf. Eine positive Entwicklung zeigt auch das Finanzmanagement, das mit 17,7 Millionen Euro um 3,1 Millionen Euro im Vergleich zu 2018 gestiegen ist. Das Ergebnis vor Steuern beträgt 117,1 Millionen Euro (2018 waren es 95,2 Millionen Euro). Der Gewinn des Geschäftsjahres 2019, abzüglich der Steuern von 30 Millionen Euro, erreicht damit einen Rekordwert von 87,1 Millionen Euro – 18,9 Millionen mehr als im Vorjahr.

Investitionen und Instandhaltungsarbeiten

Trotz fehlender Sicherheiten in Bezug auf die Autobahnkonzession – Voraussetzung für die Umsetzung des Investitionsplanes – hat die Brennerautobahngesellschaft im vergangenen Jahr 20,1 Millionen Euro in Überführungen, Fluchtwege, Innovationsprojekte und andere Initiativen investiert. Wie üblich sind dabei die Instandhaltungsarbeiten von großer Bedeutung: 47,4 Millionen Euro hat die Gesellschaft für die Pflege des Fahrbahnbelags, der Anlagen, der Beschilderung, der Leitplanken, der Tunnels, der Kunstbauten, der Grünflächen und anderen Tätigkeiten ausgegeben.

Verkehr und Sicherheit

Das Verkehrsaufkommen entlang der A22 ist im vergangenen Jahr um insgesamt 0,4 Prozent gestiegen. Dabei verzeichnet der Schwerverkehr ein Plus von 1,8 Prozent, der Leichtverkehr hat im Vergleich zum Vorjahr um 0,1 Prozent abgenommen. Einen neuen Rekord gibt es auch bei den gefahrenen Kilometern: 5,079 Milliarden (5,057 Milliarden im Jahr 2018). Eine besondere Bedeutung kommt der Unfallrate (TIG – Verhältnis zwischen den Unfällen und den gefahrenen Kilometern) zu, die sich bei 16,99 einpendelt. Diese Zahl steht in Übereinstimmung mit dem Ergebnis vom Vorjahr (16,83) und liegt weit unter dem geschätzten staatsweiten Mittelwert von 28 Punkten. Seit der Einführung der ersten Lkw-Überholverbote im Jahr 1999 haben die Unfälle um insgesamt 65,1 Prozent abgenommen, jene mit verletzten Personen sind um 54,9 Prozent gesunken und jene mit tödlichem Ausgang um 77,1 Prozent.

Die Zukunftsperspektiven

„Der Gesundheitsnotstand um das Coronavirus und die damit zusammenhängenden nationalen und internationalen Maßnahmen haben zu einem drastischen Verkehrsrückgang geführt“, erklärt Geschäftsführer Cattoni, der einige konkrete Beispiele aufzeigt. „An den Wochenenden vom 11. März bis heute ist die Anzahl der gefahrenen Kilometer entlang der A22 um mehr als 80 Prozent gesunken“, so Cattoni.

„Erst seit kurzem gibt es erneut ein Anstieg, sodass das Minus an den Wochentagen nunmehr unter der Schwelle von 50 Prozent liegt. Die Autobahn ist Wirtschaftsbarometer, aber auch Wirtschaftsimpuls zumal die Gewinne in Infrastrukturen investiert werden. Der Multiplikatoreffekt der Investitionen in Infrastrukturprojekte auf das Bruttoinlandsprodukt ist bekannt. Allein der Finanzplan der Gesellschaft umfasst 4,1 Milliarden Euro – Ressourcen, die in den nächsten Jahren zwischen Brenner und Modena investiert werden können, somit Arbeitsplätze schaffen und Weiterentwicklung garantieren“, führt Cattoni aus.

„Wir erwarten eine schwierige Zeit für unser Wirtschaftssystem und für unser Land“, so der Geschäftsführer weiter, „daher hoffen wir, dass die Brennerautobahngesellschaft mit ihrem besonderen Potential für die Modernisierung und für neue Infrastrukturen bald zum Wiederaufbau beitragen kann.“

Cattoni meint damit die dritte (dynamische) Spur, neue Autobahnabschnitte, den intermodalen Verkehr, die Eisenbahn, die nachhaltige Mobilität durch Investitionen in Elektro- und Wasserstoffantrieb, die „smarte“ Autobahn. „Wir sprechen dabei vom Projekt, die A22 zum ersten grünen Korridor in Europa zu machen“, führt Cattoni aus. „Die Ressourcen dafür sind da. Die Brennerautobahngesellschaft hat eine außergewöhnliche interne Struktur, die ihre Fähigkeiten bereits mehrfach unter Beweis gestellt hat. Viele Projekte liegen bereits genehmigt auf dem Tisch. Nun brauchen wir nur mehr die Sicherheit in Bezug auf die Konzession, damit die Arbeiten ausgeführt und die Baustellen eingerichtet werden können.“

Von: luk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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32 Kommentare auf "Rekordgewinn von 87,1 Millionen Euro"


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genau
genau
Kinig
8 Tage 2 h

WOW!
Was für eine Leistung für einen Monopolisten!🙄
Die Mautgebühren sind ja ohnehin viel zu hoch.
Könnte man zumindest die ranzigen Raststätten mal auf ein zeitgemäßes Niaevau bringen?
Selbige haben das Flair einer Bahnhofshalle aus dem Jahr 1975.🤢

sepp2
sepp2
Superredner
8 Tage 2 h

kein Wunder bei den Preisen. es sollte eine Maut für alle Südtiroler für z.b. 100€ geben von brenner bis Verona. dadurch würde auch der Durchzugsverkehr in vielen Ortschaften vermieden und es müssten nicht für hunderte von Millionen umfahrungen gebaut werden.

hundeseele
hundeseele
Superredner
8 Tage 1 h

…na dann könnte man doch mal die Preise nach unten justieren……oder?….

Guri
Guri
Superredner
8 Tage 1 h

Dan gehören Mal diese maroden Rast Anlagen alle renoviert ! nur noch zum schämen wenn Gäste in unser Land kommen sollten , auch für Fernfahrer wird nichts getan bezüglich Duschen , Parkplatz Infrastruktur

Dagobert
Dagobert
Universalgelehrter
7 Tage 23 h

@Guri
Man möge sich nur die Toiletten der Rastst. Adige Richtung Norden mal anschauen!
Total zu schamen 🤮

nachgedacht
nachgedacht
Tratscher
8 Tage 1 h

rekordgewinn? und nor olm plerrn: wenn wir die preise nicht erhöhen, können wir nicht kostendeckend arbeiten…ähnliche argumente bei alperia, den banken usw. einfach nur zun *speibm*

genau
genau
Kinig
7 Tage 19 h

Du kannst dich sicher noch an die SEL erinnern?😄

insenfdazueh
insenfdazueh
Grünschnabel
8 Tage 1 h

Für uns südtiroler kanntn de schun mindeschtens in preis halbieren ! Vor allem schun deswegn , daß mir in greaschtn mischt ohkriegn vi den gonzn verkehr !
Und vi die ewigen baustelln gor nit zu redn ! De firmen von untn auher orbeitn im schnecken tempo !
Und noar protzn sie no mit ihnen millionen einnahmen !
Einfach schräg , und geldgeil !

buggler2
buggler2
Grünschnabel
8 Tage 1 h

Gewaltig jetzt noch die Corona hilfsbeiträge dann werden es sichr 100 Millionen

Guri
Guri
Superredner
8 Tage 1 h

was für eine Leistung ! .Dafür die Bediensteten der Autobahn Meisterei in kurtz Arbeit schicken seit zwei Monaten ” . auf den Rücken der Steuerzahler sparen ,und der Arbeiter ..

neidhassmissgunst
8 Tage 1 h

Bilanz 2020 wird dann eher nicht mehr so gut sein……😉

Surfer
Surfer
Superredner
7 Tage 22 h

Wahnsinn in Österreich zahlt man die Jahresmaut gleich viel wie wenn ich von Bozen nach Triest fahre und zurück….

Guenni
Guenni
Universalgelehrter
8 Tage 1 h

Diesen Duft des Geldes hat bei mir in D auch der Vehrkehrsminister Herr (Be) Scheuer (t) geschnuppert. Er ist aber mit seiner ” Ausländermaut ” nicht nur kläglich gescheitert, sondern hat auch noch einige hundert Millionen Euro Steuergelder in den Sand gesetzt.

genau
genau
Kinig
7 Tage 18 h

Ach ja Andi Scheuer.
Bei ihm muss ich irgendwie immer lachen.😀

Calimero
Calimero
Universalgelehrter
8 Tage 1 h

Ab wann sind Dreiradler wieder erlaubt ?

PuggaNagga
PuggaNagga
Universalgelehrter
7 Tage 22 h

Am dem 29. März 2021 kannst du mit der Ape die Brennerautobahn runter rocken!
Ab diesem Datum vermag sich der Grossteil nur mehr Ape und kein Auto.

Calimero
Calimero
Universalgelehrter
8 Tage 1 h

Ja die guten alten Zeiten vor Corona, Schnee von gestern.

Ludwig11
Ludwig11
Tratscher
8 Tage 27 Min

Schwierig Geld zu verdienen ist es mit dieser Autobahnstrecke sicher nicht.
Das Wichtigste: Sie muss befahrbar sein, alles andere ist nebensächlich.
Der Manager kann nichts falsch machen !
Eine goldene Kuh halt !  💵💵💵💵💵💵

Mikeman
Mikeman
Kinig
7 Tage 22 h

Kein Wunder bei solch unverschämten Abzockpreisen,sowas ist ja längst schon hirnrissig.

Guri
Guri
Superredner
7 Tage 20 h

wie kann es sein , eine Autobahn die ein Monopol hat , Geld Segen hoch drei. ! Wiso sind solche Zustände auf den Rast Anlagen , WC Afrika lässt grüßen , Infrastruktur wie in den 70 in Kosovo . vom dem sogenannten Autohof bei Sterzing !. da weiß man nicht ob man ein Rad verliert ” soviele Löcher , und wie ein Labyrinth 🙏😭

brixna
brixna
Tratscher
7 Tage 20 h

A bissl wos a mir gebn 💰 i wohn nebn den lärm tagtäglich und net de hern mit onzug de die villa weiterweck hobn
Danke

DerTourist
DerTourist
Grünschnabel
8 Tage 22 Min

Es wäre schön und gut für die Umwelt, wenn die Raten nach WLTP-Standards von den CO2-Emissionen abhängig gemacht würden.

Guenni
Guenni
Universalgelehrter
7 Tage 20 h

@Der Tourist…dann müssten aber viele auf ihre geleasten oder finanzierten SUV verzichten

mandorr
mandorr
Tratscher
7 Tage 23 h

Ganz zu schweigen von den Preisen auf Nordtiroler Seite

Lachhannes
Lachhannes
Tratscher
7 Tage 11 h

Es wäre ein schönes Zeichen europäischer Solidarität, wenn die reiche Autobahngesellschaft im kommenden Sommer ausländische Urlauber gratis über ihre Pisten fahren lassen würde.

Lachhannes
Lachhannes
Tratscher
7 Tage 8 h

Pardon, welch ein Irrtum meinerseits! “Europäische Solidarität” bedeutet ja, dass Italien der Nehmer sein muss.

faif
faif
Tratscher
7 Tage 19 h

….dass wird die anwohner der autobahn besonders freuen wenn sie hören wie gut hier gewirtschaftet wird!
…denn rest kann sich jeder selber ausmalen
punkt

Jefe
Jefe
Superredner
7 Tage 19 h

….na dann…ist genug Geld da für eine 3. Spur…..

Guri
Guri
Superredner
7 Tage 9 h

eine wahre vorzeige Gesellschaft

Lachhannes
Lachhannes
Tratscher
7 Tage 7 h

Ist das ein Urinal in dieser “Rast”stätte ?

traktor
traktor
Universalgelehrter
7 Tage 9 h

da stellt sich die frage wieso pendler in südtirol immer noch gebühren zahlen müssen. was passiert mit dem geld?

Anderrrr
Anderrrr
Superredner
7 Tage 9 h

Solln de wos spenden in stoot

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