Finanzpolizei kontrollierte in der Region

Schwarzarbeit bei der Ernte: In Südtirol 80 Fälle in nur drei Monaten

Mittwoch, 27. November 2019 | 13:00 Uhr

Bozen/Trient – Vom 1. Jänner bis November hat die Finanzpolizei im Trentino-Südtirol insgesamt 1.194 Kontrollen zur Bekämpfung der Schwarzarbeit durchgeführt. In 217 Fällen gab es Unregelmäßigkeiten, wobei 394 Arbeitnehmer schwarz angestellt waren, während bei 843 Beschäftigten Unregelmäßigkeiten festgestellt wurden. In der Erntephase hat die Finanzpolizei vor allem auch ein Augenmerk auf die Landwirtschaft gelegt.

Im Zeitraum von September bis November hat die Finanzpolizei im Trentino und in Südtirol bei Obst- und Weinbauern 105 Kontrollen durchgeführt. In 26 insgesamt Fällen wurden 93 Schwarzarbeiter ausfindig gemacht. Zwei Angestellte waren hingegen zwar gemeldet, doch sie erhielten unter der Hand noch eine zusätzliche Entlohnung.

38 Kontrollen im Trentino

38 Kontrollen wurden im Trentino durchgeführt, wobei in zwei Fällen insgesamt 13 Schwarzarbeiter aufgeflogen sind. Neben Italienern handelte es sich um Personen aus Moldawien und Marokko.

Die Inhaber der landwirtschaftlichen Betriebe wurden der Agentur der Einnahmen und dem Arbeitsamt wegen der illegalen Anstellung von Tagelöhnern gemeldet.

Bei der Anstellung von Schwarzarbeitern droht den Bauern eine Geldstrafe, die von 1.800 bis 43.000 Euro pro Angestellten reichen kann. Darüber hinaus wird die Höhe der Sanktion um 20 Prozent erhöht, falls es sich bei den Beschäftigten um Migranten ohne gültige Aufenthaltserlaubnis oder um Minderjährige im nicht erwerbsfähigen Alter handelt.

Fall von skrupelloser Ausbeutung in Riva

In der Gegend von Riva am Gardasee wurde im Rahmen der Operation “Grünes Gold”, bei der auch das nationale Fürsorgeinstitut aus Brescia beteiligt war, drei Personen wegen erschwerter Ausbeutung von Tagelöhnern angezeigt. Die Betroffenen hatten insgesamt mehr als 200 Personen schwarz angestellt.

Die landwirtschaftlichen Unternehmer sollen die wirtschaftliche Notlage von Migranten aus und bezahlten nur einen geringen Lohn – auch irgendwelche Sozialversicherungsbeiträge.

25 Arbeiter indischer und afrikanischer Herkunft erklärten, dass sie fünf bis 20 Euro für einen ganzen Arbeitstag erhalten hätten. Ein Lohn dieser Art ist um 60 Prozent niedriger als vom Kollektivvertrag vorgesehen.

80 Schwarzarbeiter in Südtirol

In Südtirol hat die Finanzpolizei hingegen 80 Schwarzarbeiter überführt. Die meisten von ihnen waren in der Apfelernte beschäftigt.

Verfolgungsjagd auf der Obstwiese

Diese Zahl stimmt im Wesentlichen mit den Daten des Vorjahres überein, womit bestätigt wird, dass Schwarzarbeit in der Landwirtschaft auch in bei uns recht verbreitet ist. Tatsächlich waren in 24 von 67 kontrollierten Betrieben Unregelmäßigkeiten festgestellt worden. Das entspricht einem Anteil von 36 Prozent.

In Südtirol ist es in mancher Obstwiese auch zu regelrechten Verfolgungsjagden gekommen, da sich so mancher Schwarzarbeiter einer Identifikation entziehen wollte.

Die Kontrollen der Finanzpolizei wurden  in enger Zusammenarbeit mit den örtlichen Arbeitsaufsichtsämtern und dem nationalen Fürsorgeinstitut INPS durchgeführt.

Von: mk

Bezirk: Bozen

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