Rasches Handeln der Politik wird gefordert

Seniorenwohnheime wollen zur Normalität zurückkehren

Mittwoch, 20. Mai 2020 | 11:48 Uhr

Bozen – Auch die Seniorenwohnheime wollen in die Phase 2 eintreten. Dafür braucht es eine rechtliche Grundlage. „Ein längeres Zuwarten ist gegenüber den Menschen in den Seniorenwohnheimen unverantwortlich und menschlich nicht mehr vertretbar,“ stellt der Präsident des Verbands der Seniorenwohnheime Südtirols, Moritz Schwienbacher, klar.

Der Verband der Seniorenwohnheime (VdS), der Berufsverband der Führungskräfte in der Altenarbeit (BFA) und der Verband der PflegedienstleiterInnen der SWH Südtirols (VPSS) haben in enger Abstimmung mit dem Amt für Senioren einen Plan erarbeitet, wie die Phase 2 auch in den Seniorenwohnheimen gelingen kann. Unter anderem sieht dieser Plan vor, wann die Seniorenwohnheime wieder für Besuche und Heimaufnahmen geöffnet werden können.

Mit dem Dekret des Ministerpräsidenten (DPCM) vom 17. Mai 2020, Artikel 9, Absatz 1 wurde jetzt auch auf nationaler Ebene ein rechtlicher Rahmen geschaffen, der die Ausarbeitung und Umsetzung von regionalen Plänen vorsieht. “Dies sollte jetzt so schnell wie möglich in Südtirol erfolgen.” Der Krisenstab Seniorenwohnheime hat deshalb heute der Landesregierung den Plan für die Wiederaufnahme der regulären Tätigkeit in den Seniorenwohnheimen weitergeleitet.

Südtiroler Weg auch für Seniorenwohnheime

“Die Autonome Provinz Bozen hat einen eigenen Weg eingeschlagen, der es ermöglicht, selbst die Entwicklung und die Geschwindigkeit dieser Entwicklung in die Hand zu nehmen. Dieses mutige Vorgehen verdient Anerkennung und Respekt. Aus dieser Optik heraus ist es unerlässlich, auch für die Seniorenwohnheime Südtirols die rechtliche Grundlage zu schaffen, diesen Weg jetzt beschreiten zu können. Dazu braucht es einen weiteren mutigen politischen Schritt in Form eines Landesregierungsbeschlusses. Das Gesundheitsrisiko, welches das Coronavirus für die HeimbewohnerInnen darstellt, ist den Verantwortlichen der Seniorenwohnheime sehr wohl bewusst. Mit Bravour haben sie diese schwierige Herausforderung angenommen und in den Griff bekommen. Jetzt geht es darum, den täglich erkennbaren geistigen und körperlichen Abbau der HeimbewohnerInnen entgegenzuwirken und zudem eine Vereinsamung derselben zu vermeiden. HeimbewohnerInnen, Angehörige und Mitarbeiter benötigen ganz dringend eine Perspektive, die vorsichtig und professionell in Richtung Normalität zeigt”, so der VdS

Auch das Landesethikkomitee hat in einem Schreiben an die Landesregierung darauf hingewiesen, dass es höchste Zeit sei die notwendigen Maßnahmen für die Phase 2 zu ergreifen, da die fortdauernde Schließung der Seniorenwohnheime auch ethische Bedenken nach sich ziehe.

Aus diesen Gründen sei es unerlässlich, dass auf politischer Ebene nun dieser weitere mutige Schritt unternommen wird, und zwar die Genehmigung des ausgearbeiteten Dokuments durch einen Beschluss der Landesregierung, um so eine rechtliche Grundlage für die Heime in dieser Phase 2 zu schaffen, heißt es abschließend vom VdS.

Von: luk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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5 Kommentare auf "Seniorenwohnheime wollen zur Normalität zurückkehren"


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Horti
Horti
Grünschnabel
10 Tage 7 h

Anscheinend hat keiner von der Regierung jemanden im Altersheim. Jetzt wirds langsam mal Zeit geeignete Massnahmen einzuführen. Gefängnis ist ja schön dagegen.

Missx
Missx
Universalgelehrter
10 Tage 6 h

@ horti
Du willst doch nicht, dass Covid wieder in die Altenheime kommt???

Gustl64
Gustl64
Neuling
10 Tage 5 h

Bis heute hat kein Landespolitiker ein Wörtchen über die Seniorenheime übrig gehabt. In der Gesellschaft zählt nur die Wirtschaft, also das Geld.

Guenni
Guenni
Universalgelehrter
10 Tage 3 h

Habe meine 92jährige Mutter in einem Seniorenheim in D. Seit Montag ist 1 Besuch pro Woche für eine*n Verwandte*n oder mit der Betreuung beauftragte Person erlaubt. Dafür ist im Eingangsbereich ein Raum vorbereitet. Dabei kein direkter Kontakt, auch nicht mit einem Plastikumhang. Ansonsten ist das Heim geschlossen. Meine Mutter ist super fit und sogar Heimbewohnersprecherin. Sie sagte mir, dass die allermeisten im Heim, sie auch, froh sind, dass niemand von ihnen an Corona erkrankt oder gar gestorben ist. Schlimm sei es vor allem für diejenigen, die die Situation wegen z.B. Demenz nicht verstehen.

Gustl64
Gustl64
Neuling
10 Tage 50 Min

Meine Mutterstast 3 Monate in seniorenheim eingesperrt.

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