Erste Betriebe tragen nun das Nachhaltigkeitslabel Südtirol

Südtirols Campingplätze werden „grüner“

Mittwoch, 25. März 2026 | 10:58 Uhr

Von: mk

Bozen – Erstmals tragen auch zwei Campingplätze das Nachhaltigkeitslabel Südtirol und unterstreichen damit ihr konsequentes Engagement für eine nachhaltige Entwicklung. Camping Moosbauer in Bozen und Camping Al Plan Dolomites in St. Vigil in Enneberg heißen die neuen Träger. Beide haben Level 3 erreicht – die höchste Stufe des Labels. Das Label ist Teil eines Nachhaltigkeitsprogramms, das in Zusammenarbeit mit den Interessensverbänden ausgearbeitet wurde. Verwaltet wird das Nachhaltigkeitslabel von IDM Südtirol.

Das Nachhaltigkeitslabel Südtirol wurde Anfang 2023 zunächst im Tourismussektor eingeführt, war jedoch von Beginn an ganzheitlich gedacht. Ziel ist es, eine nachhaltige Entwicklung über alle Wirtschaftssektoren hinweg voranzutreiben. Damit diese so praxisnah wie möglich umgesetzt werden kann, berücksichtigen die in drei Stufen aufgebauten Kriterien die unterschiedlichen Anforderungen kleinerer und größerer Betriebe. Mittlerweile wurde das Label insgesamt 327-mal vergeben: an 276 touristische Betriebe, 32 KMU sowie 19 Destinationen. Seit Dezember 2024 können neben gewerblichen Gastronomie- und Unterkunftsbetrieben auch Campingplätze und Privatvermieter das Label beantragen.

„Nachhaltigkeit ist für uns kein Trend, sondern eine Aufgabe, die wir seit 2007 mit dem Erreichen der Ecocamping-Zertifizierung konsequent Schritt für Schritt umsetzen“, sagt Mia Egger Sigbritsdotter, Betreiberin des Camping Moosbauer. „Mit dem Nachhaltigkeitslabel Südtirol machen wir unser Engagement nun noch sichtbarer. Die systematische Arbeit zur Verbesserung unserer Nachhaltigkeitsbemühungen hilft uns, unsere Maßnahmen weiterzuentwickeln und unseren Gästen transparent zu zeigen, wofür wir stehen. Level 3 bestätigt, dass wir in vielen Bereichen bereits sehr gut aufgestellt sind – und motiviert uns, diesen Weg konsequent weiterzugehen.“

„Mir ist es sehr wichtig, dass Nachhaltigkeit immer möglichst umfassend gedacht wird. Wir Menschen müssen bei unserem Handeln immer die Auswirkungen auf das gesamte Ökosystem, also auch auf Flora und Fauna, berücksichtigen“, sagt Luca Complojer, Geschäftsführer und Miteigentümer des Campingplatzes Al Plan Dolomites. „Wildtiere reagieren besonders sensibel auf menschliche Einflüsse. Insofern gilt es, unsere Freizeitgestaltung und unser Naturerlebnis so zu gestalten, dass der Einfluss auf die Wildlebensräume möglichst gering ist. Dies versuchen wir auch gezielt durch touristische Angebote und im Gespräch mit unseren Gästen zu vermitteln.“

Auch IDM-CEO Erwin Hinteregger unterstreicht die Bedeutung der neuen Zertifizierungen: „Die Ausweitung des Labels auf Campingplätze und Privatvermieter, aber auch auf klein- und mittelständische Unternehmen anderer Branchen wie dem Handwerk und dem Handel anderer Branchen war ein logischer Schritt, um das Ziel einer ganzheitlichen Nachhaltigkeitsstrategie zu erreichen. Mit dem Nachhaltigkeitslabel schaffen wir einen klaren Qualitätsrahmen und stärken Südtirol als nachhaltige Destination. Dass nun auch die ersten Campingplätze ausgezeichnet werden, zeigt, dass die Bewegung wächst.“

Für die Einstufung müssen Campingplätze strenge Auflagen erfüllen: Voraussetzung ist eine anerkannte Nachhaltigkeitszertifizierung nach GSTC-Standards oder eine gleichgestellte Zertifizierung wie „Ecocamping“. Zusätzlich sind eine vollständige Treibhausgasbilanz sowie der Nachweis regionaler Einkaufsstrukturen erforderlich. Ein zentraler Bestandteil ist die transparente Erfassung des Status quo – etwa durch die Messung des CO₂-Fußabdrucks – sowie die Definition konkreter Maßnahmen in Bereichen wie Management, Kommunikation, Ressourcenschonung, Abfallmanagement und regionalem Einkauf. Alle Infos zum Label gibt es unter www.idm-suedtirol.com/nachhaltigkeitslabel-betriebe.

Bezirk: Bozen

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