Wieder dunkle Wolken über Verhältnis USA/Kanada

Trump droht Kanada wegen China mit 100-Prozent-Zöllen

Samstag, 24. Januar 2026 | 18:40 Uhr

Von: APA/dpa

US-Präsident Donald Trump droht Kanada mit 100-Prozent-Zöllen, um eine engere wirtschaftliche Zusammenarbeit des Nachbarlands mit China zu verhindern. Sollte Kanada einen Deal mit China schließen, werde das Land umgehend mit einem 100-Prozent-Zollsatz auf alle kanadischen Waren, die in die USA importiert werden, belegt, schrieb der Republikaner auf der Plattform Truth Social.

Wenn der kanadische Premierminister Mark Carney glaube, Kanada zu einem “Umschlagplatz” für China zu machen, damit chinesische Waren in die USA kommen, irre er sich gewaltig. Trump nannte Carney “Gouverneur” – er stellt Kanada schon lange immer wieder als US-Bundesstaat dar. Ein Gouverneur leitet einen Bundesstaat. Trump hatte nach seinem Amtsantritt mehrmals öffentlich seine Absicht bekundet, Kanada zu einem US-Bundesstaat zu machen.

Carney will Land aus Abhängigkeit von den USA lösen

Beim Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos hatte Carney diese Woche eine viel beachtete Rede gehalten, in der er kleinere und mittlere Staaten dazu aufrief, sich der Willkür der großen Mächte entgegenzustellen, indem sie sich aus der Abhängigkeit von ihnen lösen. “Es ist nicht nur wirtschaftlich vernünftig, sich international zu diversifizieren. Es ist die materielle Grundlage einer aufrichtigen Außenpolitik”, betonte der frühere britische und kanadische Notenbankgouverneur. “Staaten erwerben das Recht auf eine grundsatztreue Haltung, wenn sie ihre Verletzlichkeit gegenüber Vergeltungsschlägen verringern.”

Unlängst war Carney nach Peking gereist und kündigte danach mehr Zusammenarbeit mit China an. Beide Seiten vereinbarten konkrete Schritte im Handel. Einer Mitteilung der kanadischen Regierung zufolge nahm Ottawa einen Teil seiner Zölle auf chinesische Elektroautos zurück. Im Gegenzug habe China zugesagt, Handelshemmnisse für kanadische Agrarprodukte wie Raps abzubauen. Auch im Grönland-Konflikt stellte sich Carney gegen die USA und machte klar, Dänemark bei einem militärischen Angriff im Rahmen der NATO-Beistandsverpflichtung beistehen zu wollen.

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