In Pandemie-Zeiten

Unterstützung für Genossenschaften

Dienstag, 09. März 2021 | 19:33 Uhr

Bozen – Die Südtiroler Genossenschaftsverbände Raiffeisenverband Südtirol, Coopbund Alto Adige Südtirol, AGCI und Cooperdolomiti zeigen Wege auf, um Südtiroler Genossenschaften aus der Krise zu führen.

Genossenschaften sind ein wichtiger Teil des Südtiroler Wirtschaftsgefüges. In wirtschaftlichen, kulturellen, gesundheitlichen und sozialen Bereichen übernehmen sie zentrale Dienste für die Gesellschaft und tragen zu einer gerechten Verteilung des Wohlstands bei. Die im Vorjahr hereingebrochene Pandemiekrise durch SARS-Cov-2 hat auch vor den Genossenschaften nicht Halt gemacht und zahlreiche Unternehmen der unterschiedlichen Branchen vor allem wirtschaftlich stark beeinträchtigt.

Wie sich die Krise konkret auf die Südtiroler Genossenschaften ausgewirkt hat, haben die vier Genossenschaftsverbände Südtirols, Raiffeisenverband Südtirol, Coopbund, AGCI und Cooperdolomiti, im vergangenen Sommer – in Zusammenarbeit mit dem Amt für Entwicklung des Genossenschaftswesens – über eine Umfrage erhoben. Dabei galt es herauszufinden, welche Art von Hilfe bei betroffenen Genossenschaften am nötigsten gebraucht wird. Die Ergebnisse dieser Studie sind nun in ein umfassendes Maßnahmenpaket geflossen, das dem Landesrat für Gesundheit, Breitband und Genossenschaften, Thomas Widmann, vor kurzem vorgelegt wurde.

Zusammengefasst lässt sich feststellen, dass nur wenige Genossenschaftsbranchen von der Covid-Krise verschont blieben. Besonders Sozialgenossenschaften des Typs A und des Typs B, Produktions-, Arbeiter- und Dienstleistungsgenossenschaften, Genossenschaften im Bereich Bildung und Kultur und neu gegründete Genossenschaften litten im Verlauf der Pandemie unter den langen Schließungen und Restriktionen.

Die vier Südtiroler Genossenschaftsverbände sind sich einig darin, dass Ausgleichszahlungen allein nicht ausreichen werden, um diese Unternehmen wieder geschäftsfähig zu machen. Sie fordern daher die politischen Vertreter auf, Gesetze und Kriterien abzuändern, damit bereits bestehende Beitrags- und Unterstützungsfonds bestmöglich genutzt werden können. Als weitere dringende Maßnahmen nennen sie einen Verlustbeitrag für Genossenschaften in bestimmten Sektoren (nicht rückzahlbare Beiträge) und die Maßnahmen für Sozialgenossenschaften zur Arbeitsintegration von benachteiligtem Personal.

Das im Vorjahr gestartete Projekt zur Überwachung der Genossenschaften soll ebenfalls unterstützt und weitergeführt werden. In einem zweiten Moment sind auch Bildungsangebote zur Stärkung der Führungs- und Managementkompetenzen für Verwalter von Genossenschaften geplant.

Mit der Umsetzung der vorgeschlagenen Maßnahmen könnte die endgültige Schließung von zahlreichen gesellschaftlich wichtigen Diensten verhindert werden. Die vier Südtiroler Genossenschaftsverbände hoffen daher auf eine rasche und entschlossene Umsetzung der vorgeschlagenen Maßnahmen durch die Politik.

 

Von: bba

Bezirk: Bozen

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