Gewerkschaft fordert höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen

„Vollbeschäftigung ist nicht alles!“

Samstag, 06. Oktober 2018 | 13:23 Uhr

Bozen – In Südtirol herrscht nahezu Vollbeschäftigung, die Wirtschaft ist im Aufwind. Viel Licht bedeute aber auch viel Schatten, meint die Gewerkschaft SGBCISL. Viele arbeitende Menschen in Südtirol würden mit ihrem Einkommen nicht über die Runden kommen und seien auf Sozialleistungen angewiesen.

„40 Prozent der arbeitenden Bevölkerung in Südtirol erklärt weniger als 25.000 Euro brutto an Jahreseinkommen, viele Arbeitsverhältnisse sind befristet oder Teilzeit, die Prekarisierung schreitet voran. Dies soll zu denken geben“, betont der SGBCISL.

Viel arbeiten, wenig verdienen, schlechte Arbeitsbedingungen – als Beispiel hierfür nennt die Gewerkschaft den Bereich der Auftragsvergabe von Dienstleistungen wie Reinigungsdienste in Krankenhäusern und anderen öffentlichen Einrichtungen, Mensadienste oder die Pflege und Betreuung von Senioren und Kleinkindern. „Beschäftigte in diesen Bereichen arbeiten zu oft für Entlohnungen, die angesichts der Lebenshaltungskosten zu niedrig sind, und unter Bedingungen, die unannehmbar sind im wohlhabenden Südtirol.“

Man spreche heute viel von der Zukunft der Arbeit, von Arbeit 4.0, vom Wandel in der Arbeitswelt – zu Recht. Es müsse aber auch auf die Qualität der Arbeit geachtet werden, es brauche „gute Arbeit“ für alle, betont die Gewerkschaft. „Die Sozialpartner müssen sich diesen Herausforderungen stellen und gemeinsam dafür eintreten, dass Menschen eine Arbeit haben, die ihnen nicht nur dauerhaft ein angemessenes Einkommen sichert, sondern die auch mehr Lebensqualität bringt, für sie selbst und für ihre Familien“, erklärt der SGBCISL.

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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8 Kommentare auf "„Vollbeschäftigung ist nicht alles!“"


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Schnuggi
Schnuggi
Grünschnabel
17 Tage 2 h

Wenn mehrere Personen im Haus bei einer Familie sind , dann verstehe ich daß sie mit 25.000€ brutto nicht aus kommt , aber für eine einzel Person müßte das schon reichen !

m69
m69
Kinig
16 Tage 19 h

Schnuggi

hallo, ich denke, dass ca. 1.500€ bei 13 Monatsgehältern
 (Brutto 25k €) ist nicht die Masse!

Immer wenn die Person alleine wohnt und die Miete bezahlen muss, ohne den Rest aufzählen zu wollen, das ist zu wenig. Punkt! 

Schnuggi
Schnuggi
Grünschnabel
16 Tage 12 h

@m69 Hallo , auch ich muß Raten zahlen , Strom und plus extra Kondiminumspesen , zudem hab ich auch ein Auto und komme trotzdem über die Runden mit Lebenshaltungskosten bei unter 25.000€ Brutto , haha !

traktor
traktor
Universalgelehrter
17 Tage 3 h

landeseigene firmen zahlen viel schlechter als die privatwirtschaft…
traurig aber wahr. nur die führungsriegen sahnen bodenlos ab

m69
m69
Kinig
16 Tage 19 h

traktor@

wundert es dich?

ein Beispiel DDr. Thomas Schael !

giftzwerg
giftzwerg
Universalgelehrter
17 Tage 4 h

es isch schlimm ,wenn du nochts net schlofsch ,weil de di auf den nächsten orbeitstog sorgsch. des passiert olba öfters

Paul
Paul
Universalgelehrter
17 Tage 4 h

sicher nicht mit der SVP

Rosenrot
Rosenrot
Grünschnabel
16 Tage 11 h

Solange die Lohnnebenkosten so hoch sind, ist eine Erhöhung des Gehalts fast unmöglich. Deshalb, liebe Gewerkschaften, nehmt die Politik bei den Ohren und nicht die Arbeitgeber – bei den Arbeitgebern zu meckern ist weniger anstrengend als bei der Politik, stimmt’s?

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