Von: APA/AFP
In Spanien haben im Zuge des Regularisierungsprogramms fast 1,2 Millionen Ausländer eine Legalisierung ihres Aufenthalts beantragt. Die Staatsministerin für Migration, Pilar Cancela, nannte am Donnerstag in Madrid die endgültige Zahl von insgesamt 1.174.978 Anträgen, von denen mehr als die Hälfte bereits bearbeitet seien. Die Frist für die Anträge des im April gestarteten Programms war am Dienstag ausgelaufen. 67 Prozent der Antragsteller kamen aus Lateinamerika.
Davon stammten 25,9 Prozent allein aus Kolumbien. Antragsteller aus Afrika machten 22,9 Prozent aus. Nach Kolumbianern stellten Marokkaner (13,3 Prozent), Venezolaner (11,8 Prozent) und Peruaner (8,8 Prozent) die größten Gruppen nach Herkunftsländern geordnet. Acht von zehn Antragstellern waren jünger als 45 Jahre, Männer waren mit 57 Prozent gegenüber Frauen in der Mehrzahl.
Die Behörden haben nun drei Monate Zeit, um die Anträge zu bearbeiten und den Antragstellern eine ausschließlich für Spanien gültige Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis zu erteilen oder diese abzulehnen. Die Antragstellenden mussten nachweisen, dass sie sich am 1. Jänner seit mindestens fünf Monaten auf spanischem Boden aufgehalten hatten und durften nicht vorbestraft sein.
Sánchez spricht von “Herausforderungen” im Zusammenhang mit der Integration
Die linke Regierung Spaniens unter Pedro Sánchez fährt mit ihrer Migrationspolitik einen anderen Kurs als die meisten EU-Länder, die ihre Migrationspolitik verschärfen und sich gegen Migranten abschotten. Sánchez hatte die Regularisierung am Dienstag als “gute Entscheidung für unsere Wirtschaft” bezeichnet. Gleichzeitig sprach er von “Herausforderungen” im Zusammenhang mit der Integration.
Aus der spanischen Wirtschaft wird das Programm befürwortet, während konservative und rechtsaußen stehende Oppositionsparteien die Regularisierung vehement ablehnen, weil sie ihrer Meinung nach die illegale Einwanderung befördert.
Kritik kommt von der FPÖ
FPÖ-Sicherheitssprecher Gernot Darmann warnte vor einem “Schengen-Freifahrtschein für Migranten” und forderte einen “echten Asylstopp statt schwarzer Showpolitik und linker Willkommenskultur”. ÖVP-Innenminister Gerhard Karner schweige “sich weiterhin über Millionen Migranten in Spanien aus!”, kritisierte Darmann in einer Aussendung.




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