Jede Minute zählt

59 Einsätze pro Tag: Rettungskräfte in Österreichs Alpen im Dauereinsatz

Freitag, 02. Januar 2026 | 11:58 Uhr

Von: idr

Wien – Über 21.600 Mal hoben die Rettungshubschrauber des ÖAMTC im Jahr 2025 ab – das entspricht durchschnittlich 59 Einsätzen täglich. Die Christophorus-Flotte mit ihren 21 Stützpunkten in Österreich brachte Menschen in Not schnelle Hilfe aus der Luft, oft in Situationen, in denen jede Minute über Leben und Tod entschied.

Die höchste Einsatzzahl verzeichnete Christophorus 6 in Salzburg mit 1.735 Alarmierungen, gefolgt von Christophorus 9 in Wien mit 1.449 und Christophorus Europa 3 in Suben mit 1.468 Einsätzen. Marco Trefanitz, Geschäftsführer der ÖAMTC-Flugrettung, betont: „Diese Zahlen zeigen, wie wichtig ein dichtes Netz an Stützpunkten und bestens ausgebildete Teams für die medizinische Versorgung sind. Unsere Crews stehen dort im Einsatz, wo jede Minute zählt.“

Knapp die Hälfte Herzinfarkte und Schlaganfälle

Das Einsatzspektrum ist breit: Internistische und neurologische Notfälle dominierten mit 47 Prozent aller Alarmierungen – über 10.000 Mal rückten die Crews aus, um Herzinfarkt- oder Schlaganfallpatienten zu versorgen. „Gerade bei diesen zeitkritischen Krankheitsbildern spielt der Geschwindigkeitsvorteil eine entscheidende Rolle“, erklärt Trefanitz. Der schnelle Transport in spezialisierte Kliniken rettet nicht nur Leben, sondern verbessert auch die Heilungschancen erheblich.

Freizeitunfälle im häuslichen Bereich und alpine Sport- und Freizeitunfälle machten jeweils zwölf Prozent aus. Überraschend: Verkehrsunfälle waren nur in acht Prozent der Fälle der Grund für einen Hubschraubereinsatz.

Zusätzlich zu den ganzjährig betriebenen Stützpunkten verstärkten vier saisonale Winterstützpunkte das Netz: Alpin 1 in Patergassen, Alpin 2 in Sölden, Alpin 5 in Hintertux und Alpin Heli 6 in Zell am See flogen zusammen 1.796 Einsätze. In schneereichen Bergregionen spielt der Hubschrauber seinen Vorteil voll aus – Orte, die am Boden nur schwer erreichbar sind, werden aus der Luft binnen Minuten erreicht.

Innovation bleibt Trumpf

Erstmals wurde Christophorus 14 in Niederöblarn 2025 mit einer Rettungswinde ausgestattet. Damit sind nun auch nachts Bergungen in unzugänglichem Gelände möglich. Das Pilotprojekt soll die nächtliche Notfallversorgung weiter verbessern.

Das in Klagenfurt entwickelte Nebeldurchstoßverfahren kommt mittlerweile auch in Graz zum Einsatz. Besonders vielversprechend: PinS (Point in Space), ein satellitengestütztes Instrumentenflugverfahren, das Flüge durch vordefinierte, hindernisfreie Korridore ermöglicht – sozusagen Autobahnen in der Luft.

Lebensrettung bleibt Teamarbeit. Vor Ort arbeiten die Christophorus-Crews eng mit Partnerorganisationen zusammen – Bergrettung, Feuerwehr, Polizei und Bodenrettung. Nur gemeinsam ist es möglich, so vielen Menschen zu helfen.

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