Debatte

DigiTalks im Landtag: Die digitale Souveränität im Fokus

Freitag, 22. Mai 2026 | 16:15 Uhr

Von: mk

Bozen – In einer zunehmend digitalen Welt wird die digitale Souveränität für die öffentliche Hand und Privatunternehmen ebenso wie für Bürgerinnen und Bürger immer wichtiger, um in der digitalen Welt sicher und selbstbestimmt handeln zu können. Es geht dabei vor allem darum, nicht von einzelnen Technologiekonzernen abhängig zu sein und über die eigenen Daten selbst zu bestimmen.

Das Thema stand am heutigen Freitag im Mittelpunkt der DigiTalks im Südtiroler Landtag in Bozen. Es war die fünfte Veranstaltung im Rahmen einer Reihe rund um digitale Themen, die mit dem Gesetzgebungsprozess und der Digitalisierung im öffentlichen Bereich zusammenhängen, die der Landtag in Zusammenarbeit mit der Südtiroler Informatik AG (SIAG) organisiert.

Zum Auftakt der heutigen DigiTalks unterstrich Landtagspräsident Angelo Gennaccaro, dass die digitale Souveränität eine politische und strategische Herausforderung für Südtirol sei. „Es handelt sich um eine Herausforderung“, so Gennaccaro, „die sowohl die öffentliche Verwaltung als auch den privaten Sektor betrifft, da digitale Sicherheit keine administrativen Grenzen kennt.“

Es folgte eine Einführung in den Themenkomplex „digitale Souveränität“ mit Einblicken in die operative und strategische Realität von SIAG-Präsident Johannes Schneebacher. Die Keynote „Wie tief ist die Abhängigkeit von den Hyperscalern wirklich? Chancen und Risiken für den europäischen öffentlichen Sektor“ kam von Matthias Röser, Globaler Leiter Technology der weltweit tätigen, unabhängigen Management- und Technologieberatung BearingPoint.

Josef Hofer, Direktor der Landesabteilung Informatik, berichtete über die Strategie der Südtiroler öffentlichen Verwaltung im Bereich Daten und Datenhaltung, Patrick Ohnewein, Chief Digital Officer des NOI Techpark, über den Plan zur digitalen Souveränität des NOI. Der unabhängige IT-Experte Christoph Moar referierte indes über „Digitale Souveränität aus Sicht der Privatwirtschaft: Wo stehen Südtiroler KMU, welche Risiken bestehen – und welche Chancen eröffnen sich?“. Es folgte der Beitrag „Der IT-Stack der öffentlichen Verwaltung Südtirols: Bestandsaufnahme, Risikomatrix, kritische Abhängigkeiten und Mitigationsansätze“ von SIAG-Generaldirektor Stefan Gasslitter.

Danach ging es um den Blick großer Player im Technologiemarkt auf die digitale Souveränität: Fachleute der Technologieunternehmen Microsoft, Oracle und SAP erläuterten, was ihre Arbeitgeber konkret für die operative digitale Souveränität Südtirols tun und wie Resilienz gegenüber externen Einschränkungen gewährleistet wird.

Abschließend wurden in der offene Diskussion Themen wie Risiken, Mitigationen – also mögliche Maßnahmen zur Verringerung oder Abschwächung der negativen Auswirkungen eines Problems –, sowie Zusammenarbeit zwischen Verwaltung, Anbietern und Wirtschaft besprochen.

Florian Zelger, Generalsekretär des Südtiroler Landtages, bedankte sich im Anschluss an die Veranstaltung bei der SIAG für die gemeinsame Organisation der DigiTalks und hob hervor: „Die positive Resonanz und der konstruktive Austausch haben gezeigt, wie wertvoll Diskussionen und neue Impulse sind. Denn digitale Souveränität ist auch für ein kleines Land wie Südtirol wesentlich, um technologische Entwicklungen selbstbestimmt nutzen zu können.”

Bezirk: Bozen

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