Szene vor der von einer Explosion verwüsteten Bar

Dutzende Tote bei Explosion in Crans-Montana

Donnerstag, 01. Januar 2026 | 11:18 Uhr

Von: APA/AFP/dpa/sda/Reuters

Bei einem Brand während einer Silvesterparty im Schweizer Nobel-Skiort Crans-Montana sind nach Polizeiangaben mehrere Dutzend Menschen ums Leben gekommen. Laut italienischem Außenministerium gehen die Behörden von etwa 40 Toten aus. Rund 100 seien in der Bar zum Großteil schwer verletzt worden, sagte der Kommandant der Walliser Kantonspolizei, Frédéric Gisler, am Donnerstag. Die Ermittler gehen von einem Unglück aus.

Den Behörden zufolge stammen einige Opfer aus dem Ausland. Weitere Angaben machten sie mit Verweis auf die laufenden Ermittlungen und aus Rücksicht auf die betroffenen Familien zunächst nicht. Österreicherinnen oder Österreicher waren nach derzeitigem Stand nicht unter den Opfern, hieß es am Donnerstag auf APA-Anfrage aus dem Außenministerium in Wien.

Nach Angaben der Behörden ist bisher unklar, wie es zu der Katastrophe gekommen ist. Auf einer Pressekonferenz hieß es, es werde Zeit brauchen, den genauen Ablauf zu rekonstruieren. Schweizer Medien zufolge wurde das Feuer bzw. die Explosion womöglich durch den Einsatz von Pyrotechnik während eines Konzerts ausgelöst.

Großaufgebot an Einsatzkräften

Gisler schilderte bei der Pressekonferenz den Ablauf der Unglücksnacht: Gegen 1.30 Uhr wurde Rauch in einer Bar im Zentrum von Crans festgestellt, zeitgleich ging ein Notruf bei der Polizei ein, woraufhin die Feuerwehr alarmiert wurde. Die ersten Polizeistreifen trafen kurz darauf am Einsatzort ein, wenig später folgte ein größeres Aufgebot von Feuerwehr und Polizei.

Priorität hatte zunächst die Versorgung der Verletzten und ihr Transport in umliegende Krankenhäuser, parallel dazu begannen Feuerwehrleute mit den Löscharbeiten, sicherten das Gebiet und nahmen erste Ermittlungen zur Ursache des Unglücks auf.

Anlaufstelle für Angehörige

Anlaufstellen für Angehörige werden eingerichtet, so der Kommandant. Auch psychologische Betreuungsangebote werden geschaffen, um Familien zu unterstützen und Informationen bereitzustellen.

Ein Rettungsarzt sagte dem Westschweizer Sender RTS, Menschen seien mit schweren Verbrennungen in umliegende Krankenhäuser gebracht worden. Über dem Ort wurde ein Überflugverbot verhängt. Augenzeugen in Genf berichteten, dass am Universitätsspital alle paar Minuten Nothubschrauber landeten. Der Skiort ist Luftlinie gut 100 Kilometer entfernt.

Hilfe aus Italien

Die Schweizer Behörden bekommen Unterstützung vom Zivilschutz des Aostatals – eine italienische Region an der Grenze zur Schweiz: Ein Hubschrauber mit Spezialisten der Bergwacht und medizinischem Personal wurde von den Schweizern erbeten und ist dort seit 6.00 Uhr im Einsatz, wie die italienische Bergwacht mitteilte.

Ein Tourist aus New York filmte, wie orangefarbene Flammen aus der Bar schlugen. Der Nachrichtenagentur AFP sagte er, er habe gesehen, wie Menschen hinausgelaufen seien und in der Dunkelheit geschrien hätten. Auf von Schweizer Medien verbreiteten Bildern waren ein brennendes Gebäude und fliehende Menschen zu sehen.

Unglück in mondänem Ferienort

Crans-Montana liegt im Kanton Wallis und gilt als mondäner Ferienort mit vielen Prominenten. Berühmtester Einwohner war James-Bond-Schauspieler Roger Moore (1927-2017). Der Ort auf etwa 1.500 Metern Höhe hat ein großes Skigebiet. Ende Jänner finden dort auch Rennen des Ski-Weltcups statt.

Über die Feiertage ist der Ort in der Regel ausgebucht. Auf rund 10.000 Einwohner kommen rund 2.600 Hotelbetten und hunderte Ferienwohnungen. Bei rund einer Million Übernachtungen im Jahr kommen nach Angaben der örtlichen Tourismusbehörde etwa 20 Prozent der Gäste aus dem Ausland.

Kommentare

Aktuell sind 5 Kommentare vorhanden

Kommentare anzeigen