Sorrentino hat seine Söhne und sich selbst getötet

Familiendrama in Trient: Das Risiko von Spenden

Samstag, 08. April 2017 | 12:00 Uhr

Trient/Bozen – Die Witwe und die Tochter von Gabriele Sorrentino, der am 27. März in Trient zuerst seine beiden Söhne und dann sich selbst getötet hat, stehen auch vor dem finanziellen Ruin. Viele Mitbürger möchten helfen: Doch alles, was derzeit für sie gespendet würde, würde in die Hände der Gläubiger fallen, die dem 45-Jährigen Geld anvertraut hatten.

Sorrentinos Frau soll laut einem Bericht des Tagblatts Dolomiten auf die Bitte ihres Mannes hin zumindest bei einigen Finanzgeschäften mitunterschrieben haben. Sie vertraute ihm und hatte keine Ahnung, wie es um seine Finanzen wirklich stand. Nach dem Tod ihres Mannes muss sie nun für die Verluste gerade stehen.

Einige der vielen Personen, die den Hinterbliebenen helfen wollen, haben sich an den Bozner Rechtsanwalt Alberto Valenti gewandt.

Gesucht wird nach einem Weg, wodurch verhindert werden kann, dass alle Spenden direkt in die Tilgung des Schuldenberges fließen. Die Spender machen sich vor allem über die Versorgung der minderjährigen Tochter und der weiteren Finanzierung ihrer Schulausbildung Gedanken.

Valenti setzt auf den Vormundschaftsrichter, der die Möglichkeit hätte, der Mutter – in ihrer Eigenschaft als Vormund – zu genehmigen, für die 16-Jährige ein Bankkonto einzurichten. Auf dieses Konto könnten dann direkt die Spendengelder fließen, die dem Mädchen zugutekommen würden.

Wie berichtet, deutet vieles darauf hin, dass die dramatische Finanzlage Sorrentinos Auslöser der unfassbaren Familientragödie gewesen ist, die sich im Trienter Stadtteil Le Albere ereignet hatte. Um die Restsumme für die Luxuswohnung zu tilgen, die die Familie vorerst im Mietkauf bewohnt hatte, war zur Mittagszeit am 27. März der Termin beim Notar festgesetzt. Doch Sorrentino hatte das Geld nicht. Den Erhebungen zufolge soll er bereits eine ganze Weile die Fassade des erfolgreichen Finanzberaters aufrechterhalten haben, die dann aber wie ein Kartenhaus zusammengebrochen wäre.

Am Tag der Tat arbeitete Sorrentino daheim aus, wobei die Kinder in seiner Obhut blieben, als die Mutter die Wohnung verließ, um zur Arbeit zu gehen. Die Tochter hielt sich wegen Sprachferien in Spanien auf. „Es schien ein ganz normaler Montag im Leben der Familie zu sein“, erklärte der ermittelnde Trienter Staatsanwalt Pasquale Profiti laut „Dolomiten“ nach der Tragödie.

Doch es kam alles anders: Als die Mutter heimkehrte, fand sie ihre beiden Söhne Alberto (vier Jahre) und Marco (zweieinhalb) tot auf. Laut Autopsie waren sie mit einem Hammer erschlagen worden. Später wurde das Auto des Vaters am Parkplatz vor dem Hotel Panorama in Sardagna oberhalb von Trient gesichtet. Er hatte sich unmittelbar nach dem Mord an seinen Söhnen in den Abgrund gestürzt.

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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23 Kommentare auf "Familiendrama in Trient: Das Risiko von Spenden"


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gauni2002
gauni2002
Universalgelehrter
22 Tage 20 h

Indem sie mit unterschrieben hatte, da kann sie auch nicht ihren Kopf aus der Schlinge ziehen. Vollkommen korrekt, dass auch die Gläubiger vor ihrer Haustür stehen. 

denkbar
denkbar
Superredner
22 Tage 11 h

Die Pietätlosigkeit hier finde ich erschreckend. Wenn ich daran denke, was die Frau mitmacht, zwei Kinder tot, der Ehemann tot und der Schuldenhaufen.
Die braucht von guten Fachleuten kostenlosen Rat und Leute die sie darin unterstützen das umzusetzen was diese Fachleute raten.
Denkt mal nach was es allein bedeutet zwei Kinder und den Ehemann zu Grabe zu tragen.

elmar
elmar
Tratscher
21 Tage 21 h

@denkbar : wie Recht​ Du hast viele schreiben hier nur ihren Neid und ihre Missgunst nieder !!! wie Böse und Neidvoll muss man sein um solche Aussagen zutreffen ???? ich denke viele die solch einen Blödsinn schreiben sind einfach nur Krank im Kopf ich hoffe das für die beiden eine Lösung gefunden wird damit sie Ihren Verlust und Schmerz überwinden können

mika
mika
Grünschnabel
21 Tage 21 h

Sie verstehen nicht, was ein Rechtsstaat ist. Gerade Leute wie Sie sind der Grund, warum die westeuropäischen Staaten rapide zerfallen.

giftzwerg
giftzwerg
Tratscher
22 Tage 19 h

kleinere wohnung suchen ,dann könnte man eventuell ,bei manche geschäfte geld hinterlegen für essen oder halt braubares ohne das geld ihnen zu überweisen ,oder gewisse rechnungen bezahlen z.b. strom oder wasser, 
buskarte und…und ….

Kurt
Kurt
Universalgelehrter
22 Tage 15 h

brauchbare tipps👍

Antonia
Antonia
Neuling
22 Tage 18 h

@gauni2002
wenn des olm aso oanfoch war; es gib net la schworz und weiß… es gib in a beziehung öppans, des hoaßt: VERTRAUEN. Man muss erscht oamol draugizouhlt hobm…

Frau
Frau
Neuling
22 Tage 15 h

Do gib i dir Recht!

silas1100101
silas1100101
Tratscher
22 Tage 19 h

Spenden sind der falsche Weg. Die Familie soll staatliche Unterstützung beantragen. Und für die Schulden in die Insolvenz gehen!!

Einsiedlerin
Einsiedlerin
Neuling
22 Tage 8 h

Soviel ich weiß, kann man als italienischer Staatsbürger nicht privat in Insolvenz gehen!! Die Gläubiger werden der Frau ein Leben lang im Nacken sitzen, trotzdem kann nicht alles gepfändet werden…., das Existenzminimum muss gewährleistet sein!

Nathan
Nathan
Grünschnabel
21 Tage 8 h

@silas1100101: dann versuche in Italien mal in Privatinsolvenz zu gehen – das gibt es in Italien nicht!

thomas
thomas
Superredner
22 Tage 19 h

war Sarah Failla wirklich so ahnungslos?

pippi langstrumpf
22 Tage 16 h

Frauen machen leider oft den Fehler, über die finanzielle Situation des Partners nicht Bescheid zu wissen…

wolke5
wolke5
Tratscher
22 Tage 7 h

Was soll denn das heißen, sie machen den Fehler nicht Bescheid zu wissen . Was soll sie bitteschön tun, wenn der Mann alles vor ihr versteckt , sie belügt und ihr alles mögliche glaubhaft weismacht? Ist es ein Fehler dem Partner zu vertrauen? Ja, manchmal schon , das weis man aber oft erst wenn’s zu spät ist.

moler
moler
Grünschnabel
22 Tage 19 h

So a tragödie
Mochts niemols unterschriften fir ondere wo es nit gonz genau bescheid wißt
Monn und 2 kinter tod und iets erst recht in der scheiße

Mikeman
Mikeman
Universalgelehrter
22 Tage 19 h

Sehr nett,es gibt zum Glück noch gute,wirklich gute Menschen.
Die Frau war zu leichtsinnig,diese Geldgeschäfte sind selten tükkische Gauner Fallen,Hände weg wenn man sich nicht verbrennen will.

Dani
Dani
Neuling
22 Tage 8 h

Die Frau soll arbeiten gehen und für sich und ihrer Tochter eine kleinere Wohnung suchen. Die Tochter soll eine öffentliche Schule und nicht eine Privatschule besuchen, wie andere Jugendliche auch. Die Frau bekommt die Hinterbliebenenrente!!

wolke5
wolke5
Tratscher
21 Tage 17 h

Wenn du den Bericht gelesen hast, wirst du festgestellt haben , dass die Frau als Tierärztin arbeitet.Was Du vielleicht nicht weißt ist, dass ihr das Gehalt gepfändet werden kann, da sie für den Mann gebürgt hat. Also bitte erst denken, dann reden.

storm
storm
Neuling
22 Tage 8 h

mir tuat die Frau von ganzem Herzen leid…geld isch decht nia so wichtig wia a Menschenleben. ober die Gläubiger sein a leid zu tian, hom a fürs Geld gearbeitet und gsport…

Mikeman
Mikeman
Universalgelehrter
22 Tage 9 h

@ denkbar
ja so ist es ,das zeugt klipp und klar in welch lausiger Gesellschaft wir leben ……………..
und dann noch im geglaubten heiligen Südtirol,pfui Teifel.

elmar
elmar
Tratscher
22 Tage 10 h

Sie brauchen nur ein Spendenkonto auf den Namen der Tochter machen und jemand aus der Familie verwaltet es
Problem gelöst !!!!

mika
mika
Grünschnabel
21 Tage 21 h

wieso “Schulausbildung finanzieren”? Ist der Schulbesuch in Italien nicht kostenlos? (Sorry, kenne mich da nicht aus, komme aus Deutschland)

Evi
Evi
Grünschnabel
21 Tage 17 h

privatschulen nicht.

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