… aber bitte ohne Risiko – ein Kommentar

Freie Fahrt

Donnerstag, 01. Juli 2021 | 09:20 Uhr

Bozen – Verglichen mit der Zeit nach dem Lockdown vor einem Jahr stellt die Bozner Stadtpolizei einen spürbaren Anstieg der Verkehrsunfälle fest. Diese bedauerliche Entwicklung dürfte nicht nur für die Landeshauptstadt, sondern für ganz Südtirol gelten. Besonders an Wochenenden scheint es im ganzen Land zu krachen, wobei es in vielen Fällen leider nicht nur bei einem Blechschaden bleibt.

Facebook/Freiwillige Feuerwehr Meran

Seit dem Bekanntwerden dieses wenig erfreulichen Trends wird fleißig Ursachenforschung betrieben. Wie der Kommandant der Bozner Stadtpolizei, Sergio Ronchetti, meint, ist ein Teil der Unfälle auf das gestiegene Verkehrsaufkommen zurückzuführen. Die Angst vor einer Ansteckung mit dem Virus hat viele Menschen dazu bewegt, von öffentlichen Verkehrsmitteln erneut auf das Auto, Motorrad oder Fahrrad umzusteigen. Mit der gestiegenen Anzahl von Verkehrsteilnehmern lässt sich die Häufung der Unfälle – zumindest zum Teil – leicht erklären.

Aber das – und damit betritt man zugegeben das Reich der Spekulation – dürfte nur die halbe Wahrheit sein. Während der langen dunklen Lockdown-Monate waren den Südtirolern Ausflugsfahrten mit dem Auto oder Spritztouren mit dem Motorrad verwehrt geblieben. Die zurückgewonnene Freiheit und die sommerlichen Temperaturen gepaart mit der Rückkehr der Lebensfreude könnten nicht wenige Südtiroler dazu verleitet haben, die verlorenen Monate „nachzuholen“. Es liegt vermutlich in der menschlichen Natur, dass es bei dieser „Aufholjagd“ der eine oder andere übertreibt und dabei manchmal Risiken eingeht, die in normalen Jahren vermieden worden wären. Mit der Ansteckungsangst und der Lust, die verlorenen Monate „wettzumachen“, sowie mit der damit einhergehenden gestiegenen Risikobereitschaft ließen sich gestiegenen Unfallzahlen erklären.

Facebook/Landesfeuerwehrverband Südtirol

Wohlgemerkt handelt es sich hierbei um Mutmaßungen. Sicher aber ist, dass sich weltweit Psychologen damit beschäftigen, welche Auswirkungen das Umschalten von Freiheit zu Lockdown und wieder zurück auf die menschliche Psyche hat und ob eventuell ein Zusammenhang mit einem – bereits feststellbaren – Anstieg der Verkehrs- und Freizeitunfälle besteht.

In jedem Fall sind die Südtiroler aber gut beraten, den „Sommer der zurückgewonnenen Lebensfreude“ mit der nötigen Vorsicht anzugehen und überflüssige Risiken zu vermeiden.

Von: ka

Bezirk: Bozen

Kommentare

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11 Kommentare auf "Freie Fahrt"


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Andreas1234567
Andreas1234567
Universalgelehrter
1 Monat 21 h
Hallo @Ka (Kommentator) typischer Belehrungskommentar für “den Südtiroler”. Es erscheint normal denkenden logisch die Unfallzahlen sinken wenn Bewegungen ausserhalb der Gemeindegrenzen untersagt sind und sogar Autofahrten zu Ausflugszielen innerhalb der Gemeindegrenzen untersagt waren. Die jetzigen Unfallzahlen mit diesem Ausnahmejahr zu vergleichen ist haarsträubend. Und fröhlich wird jeder leitplankenküssende Motorradler aus D,CH und A “dem Südtiroler” zugeordnet. Natürlich auch jeder Kleintransporterpilot beim überbordenden Transitverkehr der auf dem Brenner am Steuer einpennt. Der Kommentator könnte zudem bei den heissgeliebten Zentralisten in Rom wegen der unsinnigen Leistungsgrenze für Fahranfänger anfragen welche die jungen Leute im Anfangsjahr  in jahrzehntealte Schrottkisten zwingt die beim geringsten… Weiterlesen »
Neumi
Neumi
Kinig
30 Tage 5 h

Inwiefern genau war dein Kommentar weniger belehrend?

Andreas1234567
Andreas1234567
Universalgelehrter
29 Tage 20 h
Hallo @Neumi, der Kommentator bedient grundsätzlich “Südtiroler gleich doof gleich lebensunfähig ohne Rom”. Fakten werden nicht benannt, da verliert es sich in “scheint, vielleicht und gefühlt” Viele Verkehrstote gehen nun einmal auf den groben römischen gesetzlichen Unfug zurück Fahranfänger im ersten Jahr in Billigkisten zu zwingen.Es hat jetzt wohl genug Bilder von zermatschten Rostlauben Baujahr vor Baujahr 2000. Von piepsenden Kindersitzen fang ich jetzt nicht an.. Zudem “leidet” Südtirol gewiss unter dem gewaltigen Transitverkehr, keine Woche ohne schweren Unfall dieser fliegenden Kleintransporter aus Osteuropa. Und die Schwärme an Motorradlern aus D,Ch,A hat Südtirol auch exklusiv. Ich empfinde es als unfair… Weiterlesen »
Soley
Soley
Grünschnabel
29 Tage 20 h

Nun ja, wenn man die Berichte der Unfälle liest, handelt es sich, außer bei den Motorradlenkern, häufig um Einheimische und nicht um Touristen.
Wenn ich an Überholmanöver oder schnelles Fahren beispielsweise denke, sind hier nun mal die riskanter unterwegs, die die Straßen kennen.
Eigentlich wundere ich mich immer, dass nicht mehr passiert. Insbesondere im Hinblick auf enge und unübersichtliche Straßen und Trunkenheit am Steuer.
Ebenso auf der A22, wenn ich das mit deutschen Autobahnen vergleiche, auf denen es oft täglich Tote zu beklagen gibt.

Offline
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Kinig
29 Tage 20 h

@Andreas1234567..dass du deine große Liebe Südtirol mit Klauen und Zähnen verteidigst, spricht für dich und ich bin gerne bei dir. Dass du da aber gelegentlich über das Ziel hinausschießt, darf man schon auch erwähnen. Ich bin ja relativ regelmäßig hier, habe aber noch nie gesehen, dass Motorradfahrer aus 🇨🇭, 🇩🇪, oder 🇵🇪 ihre Bikes bis zu den jeweiligen Grenzübergängen per Helikopter liefern lassen, um dann “exklusiv” durch Südtirol zu cruisen 😉.

Missx
Missx
Kinig
29 Tage 18 h

@Neumi
Lieber sind mit K’s belehrende Artikel (kommen ja eher sekten vor), als die Belehrungen der zahlreichen, auch in diesem Kommentarbereich vorkommenden bundesdeutschen Senfspender. Und dann noch diese Ich bin, Ich habe, ich dies, ich das…

Andreas1234567
Andreas1234567
Universalgelehrter
29 Tage 16 h
Hallo @Soley, bleib dabei, wer ungefiltert die Unfallzahlen präsentiert wird dem Verkehrsgeschehen Südtirols nicht gerecht. Nicht allein die Toponomastik, rechts der Fels links der Abgrund. Soll sich Südtirol dafür entschuldigen?Wenn was passiert dann oft gleich heftig. Bei den Unfallberichten lese ich nachweisbar oft von “Kleintransportern” und Brenner. Um diese Sondereinflüsse reduziert sind die Südtiroler Fahrzeuglenker sicher im europäischen Durchschnitt wiederzufinden. Es bleibt auch dabei, solange Rom auf dieses unsinnige Leistungsgrenze für Fahranfänger beharrt wird es immer wieder jugendliche Tote geben die aus deinem 70-PS Schrottauto herausgeschnitten werden während sie aus dem familieneigenen 115-PS -Zafira oder Golf mit Platzwunden und Prellungen… Weiterlesen »
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Kinig
29 Tage 8 h

@Andreas1234567…ich habe an meinem 18. Geburtstag von meinem Vater einen gebrauchten und “getunten 🤣” NSU TTS geschenkt bekommen. Der hatte damals 85 PS. Mir ist heute noch schleierhaft, wie ich diese “PS Orgie” überleben konnte…..

Soley
Soley
Grünschnabel
29 Tage 6 h

Wie siehst du die Situation denn?

Andreas1234567
Andreas1234567
Universalgelehrter
28 Tage 22 h

Hallo @Offline,

für Österreicher und Bundesdeutsche Motorradler ist das eine beliebte Rundtour,Timmelsjoch-Jaufen und zurück oder Reschen-Stilfserjoch mitnehmen und über Timmelsjoch/Jaufen zurück.
In D / A gibt es zunehmend Streckensprrungen (Ausserfern,Kesselberg), da weicht man gern nach Südtirol aus.

Es gibt auch rührige “Erlebnisveranstalter” dir einen vollgetankten Audi R8 um die 300 Euro vermieten, diese röhrenden Horden hat wohl jeder in Südtirol schon mal gesehen.

Und die daraus resultierenden Zahlen werden dem Südtiroler als das Seinige in den Pelz gebrannt..

Auf Wiedersehen in Südtirol

Staenkerer
30 Tage 2 h

jo, jo, nor fahlt lei a Dauer lockdown und zrugg zur steinzeit, nor passiern sicher koane autoumfälle mehr!

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