Starkregen, Hagel und Sturmböen erwartet - Murenabgang in Pflersch

Gewitter: Landeswarnzentrum ruft zu erhöhter Vorsicht auf

Montag, 16. August 2021 | 18:50 Uhr
Update

Bozen/Pflersch – Südtirol wird am Montag von schweren Unwettern heimgesucht. Besonders im Pustertal und im Wipptal stehen viele Freiwillige Feuerwehren im Dauereinsatz. In Pflersch kam es zu einem großen Murenabgang. Die Freiwillige Feuerwehr Pflersch bittet alle Einwohner, zu Hause zu bleiben. Die Bevölkerung von Pflersch wird aufgerufen, in den Gebäuden zu bleiben, Seitenbäche und den Hauptbach von Pflersch zu meiden. Die Notrufnummer 112 soll nur in dringenden Notfällen gewählt werden.

Facebook/Landesfeuerwehrverband Südtirol

Am späten Nachmittag und gegen Abend, kündigen die Meteorologen im Landesamt für Meteorologie und Lawinenwarnung in der Agentur für Bevölkerungsschutz an, zieht heute eine Kaltfront durch Südtirol, und mit dieser gibt es verbreitet Regenschauer und Gewitter, diese Gewitter können stellenweise heftig ausfallen mit Starkregen, Sturmböen und Hagel. Das Ereignis zieht ab circa 16.00 Uhr vom Westen her relativ schnell durch und wird gegen 21 Uhr wieder abgezogen sein. Die Niederschlagsmengen werden voraussichtlich – abgesehen vom Vinschgau – zwischen 20 und 30 Liter pro Quadratmeter betragen mit gewitterbedingten Spitzen, die deutlich darüber liegen. In der Nacht beruhigt sich das Wetter und wird in den kommenden Tagen stabil.

Facebook/Landesfeuerwehrverband Südtirol

Deshalb, erklärt der Direktor des Landeswarnzentrums Willigis Gallmetzer, wurde bei der heutigen Bewertungskonferenz beschlossen, den Zivilschutzstatus im Hinblick auf hydrogeologische Ereignisse auf die Stufe “Aufmerksamkeit” hochzufahren. Auch die Bevölkerung wird zu verstärkter Vorsicht aufgerufen. Unnötige Fahrten oder Spaziergänge sind zu vermeiden.

Ein Anstieg der Pegel der Nebenflüsse und der Hauptgewässer Eisack und Rienz ist nicht auszuschließen, heißt es aus dem Landesamt für Hydrologie und Stauanlagen: Das Ereignis kann größere Auswirkungen im Norden und Osten des Landes haben, also im Wipptal, Ahrntal und Pustertal. Aufgrund der Vorfeuchte und der Ereignisse der vergangenen Tage stellt sich die Lage in den genannten Gebieten labiler dar. Da auch Murgänge und Rutschungen, kleinräumige Überflutungen und Hochwasser auftreten können, gilt auch hier die Mahnung zu besonderer Umsicht. Wegen möglicher Blitzeinschläge ist auch die Waldbrandgefahr nicht auszuschließen, weist die Landesforstabteilung hin. Im Stadtgebiet von Bozen, heißt es von der Berufsfeuerwehr, ist mit Überflutungen wegen Hagels und herabstürzenden Dachziegeln wegen der Sturmböen zu rechnen.

Die Landesverkehrsmeldezentrale berichtet von einem sehr hohen Verkehrsaufkommen, vor allem auf den Hauptverkehrsachsen und auf den städtischen Zufahrten, daher ist für den Zeitraum des vorhergesagten Ereignisses besondere Vorsicht auf den Straßen geboten.

Was bei Starkregen zu beachten ist

Wird man von einem Starkregen überrascht, während man sich im Freien befindet, sollte man zuallererst Schutz vor dem Regen suchen. Wird man von Starkregen während einer Wanderung überrascht, sollten Bäche, Schluchten und Gräben unbedingt vermieden werden, da sie sich innerhalb kurzer Zeit in reißende Bäche verwandeln können.

In Städten und Dörfern kann es vorkommen, dass die enormen Wassermengen oberflächlich abfließen oder von der Kanalisation nicht mehr geschluckt werden können, was zu Überflutung von Straßen führen kann. Zudem kann die Gewalt des Wassers Kanaldeckel anheben und verschieben. Deshalb gilt in so einem Fall: Aufpassen, wohin man die Füße setzt oder das Auto lenkt.

Grundsätzlich gilt im Fall von Starkregen, dass nicht zwingend nötige Fahrten oder Fußwege zu unterlassen sind. Überflutete Straßen sollten gemieden werden. Falls Bäche und Flüsse anschwellen, sollte man sich ihnen auf keinen Fall nähern.

Verhalten bei Gewittern und Blitzen

Befindet man sich bei Ausbruch eines Gewitters im Haus, sollen alle Türen, Fenster und Dachluken umgehend geschlossen werden. So dringt kein Wasser in die Wohnung, und es entsteht auch kein Luftzug, der Türen oder Fenster zuknallen – und damit eventuell zu Bruch gehen – lassen könnte. Starkregen kann zudem tiefer gelegene Räume, also vorwiegend Keller und Garagen, überfluten, elektrische Geräte in diesen Räumen sollten deshalb ausgesteckt und durch Wasser gefährdete Gegenstände erhöht gelagert werden.

Blitze schlagen immer in die am höchsten aufragenden Objekte ein: Bei einem Aufenthalt während eines Gewitters im Freien gilt deshalb, Bäume zu meiden und sich auch von Strommasten, Antennen oder Gipfelkreuzen zu entfernen; auch von Gipfeln, Hügeln oder Graten sollte man schnellstmöglich absteigen und Deckung in einer Senke suchen.

In Notfällen soll Hilfe über die Einheitliche Notrufnummer 112 gerufen werden.

Zivilschutzstatus “Aufmerksamkeit”

Die Aufmerksamkeitsstufe ist die zweite von vier Stufen und wird dann ausgerufen, wenn ein aus Sicht des Zivilschutzes relevantes Ereignis bevorsteht, das eine eingehende Beobachtung erfordert. Alle Beteiligten werden vorgewarnt und können die notwendigen Vorkehrungen treffen. Auch die Bevölkerung wird hiermit über das bevorstehende Ereignis informiert.

Derzeit gilt bereits der Zivilschutzstatus “Aufmerksamkeit” wegen des epidemiologischen Notstandes Covid-19.

Laufend aktualisierte Infos zu Wetter und Verkehr

Informationen zur Wetterlage auf wetter.provinz.bz.it, zum Zivilschutzstatus auf www.provinz.bz.it/sicherheit-zivilschutz/zivilschutz/ und zur Verkehrssituation auf der Seite der Landesverkehrsmeldezentrale.

Das Landeswarnzentrum

Im Landeswarnzentrum fließt die Arbeit aller in Südtirol – und darüber hinaus – tätigen Einrichtungen in den Bereichen Wettervorhersage, Geologie, Hydrologie, Lawinen und Waldbrand zusammen.

Das Landeswarnzentrum ist ständig besetzt und beobachtet die Entwicklungen laufend. Dadurch wird eine zeitgerechte Vorwarnung möglich, falls sich ein zivilschutzrelevantes Ereignis ankündigt, damit sich die Einsatzkräfte entsprechend vorbereiten können und auch die Bevölkerung ihre Achtsamkeit verstärkt.

Das Landeswarnzentrum wurde 2004 eingerichtet und ist seit 2014 im Landeszivilschutzzentrum in der Bozner Drususallee angesiedelt.

WAS BISHER BERICHTET WURDE: Gewitter könnten heute heftig werden

Ein Tag, zwei Gewitterfronten – die erste zieht jetzt in der Früh und am Vormittag durch, danach wird es vorübergehend sonnig und schwül, bevor am Abend eine noch stärkere Kaltfront für teils heftige Gewitter sorgt. Dies erklärt Landesmeteorologe Dieter Peterlin auf Twitter.

Die erste Gewitterfront ziehe übers Pustertal nach Osten ab, vom Vinschgau her lockere es zunehmend auf. „Die Sonne bringt neue Energie ins Spiel, bevor uns am Abend die Kaltfront aus Nordwesten überquert mit neuen starken Gewittern samt nachhaltiger Abkühlung“, twittert Peterlin.

@MeteoSwiss/wetter.provinz.bz.it

Im Laufe des Nachmittags und am Abend sorgt die Kaltfront für zahlreiche Regenschauer und Gewitter. Die Gewitter können stellenweise heftig ausfallen, mit Starkregen, Hagel und Sturmböen.

Der Dienstag verläuft im Großteil Südtirols hingegen recht sonnig, nur zeitweise ziehen dichtere Wolken durch. Vor allem in den Tälern im Norden wird es föhnig. Am Mittwoch und Donnerstag überwiegt der Sonnenschein bei Höchstwerten bis 28 Grad.

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

34 Kommentare auf "Gewitter: Landeswarnzentrum ruft zu erhöhter Vorsicht auf"


Sortiert nach:   neuste | älteste | Relevanz
raunzer
raunzer
Superredner
1 Monat 1 Tag

Kaum sind 3 Tropfen in Anmarsch gibt’s irgend welche Warnungen. 
Je mehr gewarnt wird desto weniger nimmt man Diese ernst.
Es ist wie im Straßenverkehr, nachdem beinahe schon jeder Kinderwagen eine gelbe Rundumleuchte haben muss lässt sich niemand mehr davon beeindrucken.

Mikeman
Mikeman
Kinig
1 Monat 1 Tag

@ raunzer

Die Schafe werden immer mehr somit braucht man sich eigentlich vor nichts zu wundern,wie blöder und kindischer umso besser.

brutus
brutus
Tratscher
1 Monat 1 Tag

Die Menschen im Ahrtal in Deutschland wären froh gewesen wenn sie früher gewarnt worden wären!

HuiBuh
HuiBuh
Grünschnabel
1 Monat 1 Tag

Dann erklär mal den FF und allen Helfern in Pflersch, dem Wipp- und Ahrntal das es ja nur “drei Tropfen” sind und sie deshalb ja nicht warnen und ausrücken müssen🤦‍♀️🤦‍♀️

brutus
brutus
Tratscher
1 Monat 21 h

@raunzer

…und was kommentierst du jetzt???
Evakuierungen sind ja normal!

Mico
Mico
Superredner
1 Monat 1 Tag

mocht nit olle narrisch…..

nuisnix
nuisnix
Universalgelehrter
1 Monat 1 Tag

wenn du dann aber bei einem solchen ereignis in den bergen hängen bleibst und die bergrettung dich holen muss, schimpfst du wieder, weil der wetterdienst nicht vorher ausreichend informiert hat…
man macht es keinem recht – schon gar nicht den etwas beschränkten gemütern…

primetime
primetime
Kinig
1 Monat 1 Tag

@nuisnix Wer in die Berge geht schaut vorher auf den Wetterbericht und lass es bleiben denn es ist schon den ganzen Tag schlechtes Wetter vorhergesagt

Gievkeks
Gievkeks
Superredner
1 Monat 1 Tag

@Mico:
Probiers mit Kamillentee wenn so leicht narrisch wersch

Evi
Evi
Universalgelehrter
1 Monat 1 Tag

@Gievkeks Baldrian hilft a 😅

Storch24
Storch24
Kinig
1 Monat 1 Tag

Mico, und wenn der Fluss überläuft, der Keller voll Wasser, sagen die dann auch net närrisch werden. Mach ich alles alleine ?

el_tirolos
el_tirolos
Tratscher
1 Monat 1 Tag

das war eine vorabinfo, damit Vorbereitungen getroffen werden können… Und leider traf es auch ein

Faktenchecker
1 Monat 1 Tag

Das mit dem Avatar würde ich mir noch mal überlegen. Die Agentur von Knossi Knossalla geht heftig gegen den Verstoß gegen die Bildrechte vor. (DLS Consulting GmbH)

Papi
Papi
Grünschnabel
1 Monat 1 Tag

in Deitschlond hobm sie niamend narrisch gmocht…. iber 120 Toate

Hustinettenbaer
Hustinettenbaer
Universalgelehrter
1 Monat 1 Tag

Ja, Papi, 181 (?) Tote und wahrscheinlich 30 Mrd. Schaden.
Ein Mönch rettete mit seinem Glockenalarm Einwohner: “In dieser Situation bewahrte Bruder Dirk, der als „Mitglied des „Kreuzherrn-Ordens“ im Beyenburger Kloster Steinhaus, kühlen Kopf: Er läutete die Sturmglocke und alarmierte dadurch zahlreiche Bürgerinnen und Bürger vor Ort.”

https://www.wuppertaler-rundschau.de/stadtteile/langerfeld-beyenburg/wuppertal-beyenburg-bruder-dirk-laeutete-die-sturmglocke_aid-61652763

Neumi
Neumi
Kinig
1 Monat 21 h

Lieber so als sich nicht mehr darüber beschweren können.

meinungs.freiheit
meinungs.freiheit
Superredner
1 Monat 1 Tag

Gut dass wir immer vorher informiert werdn 👍👍👍

Mico
Mico
Superredner
1 Monat 1 Tag

über jeden reissack der in china umfällt..
und wir wundern uns wiso wir.alle.narrisch und depressiv werden….

DontbealooserbeaSchmuser
1 Monat 1 Tag

@Mico es ist gut, wenn wir vor Unwettern in Südtirol gewarnt werden.
Es ist überflüssig zu erfahren, wenn ein Inder eine Schlange zurückbeißt …

el_tirolos
el_tirolos
Tratscher
1 Monat 1 Tag

@Mico naja bei den letzten Warnungen wars nicht umsonst…

genau
genau
Kinig
1 Monat 1 Tag

@DontbealooserbeaSchmuser

😄😄🤦‍♂️

halihalo
halihalo
Universalgelehrter
1 Monat 1 Tag

@Mico
es müssen auch immer alle mobil sein heutzutage…da muß die Tresl vom Talende noch schnell in die Stadt weil grad ihr Lieblingsschuh im Angebot ist und dann muß die Sraße frei sein auch wenn grad so ein blödes Gewitter im Anmarsch ist …viele sind ja auch beruflich unterwegs, oder zum Urlaubsdomizil…es muß halt immer alles klappen deshalb müssen wir wissen wie das Wetter ist damit man planen kann😃

Opa1950
Opa1950
Tratscher
1 Monat 1 Tag

Vorwarnung für das Wetter, Vorwarnung für Corona. Nur noch lächerlich. Was haben unsere Vorfahren ohne diese Warnungen getan? Aber so ist nun mal die moderne Welt.

Dagobert
Dagobert
Kinig
1 Monat 1 Tag

Opa Opa, jo mit guet 70 Johre aufn Buckl, muessman holt dauernd übr olls nörggeln. 🤦‍♂️

brixna
brixna
Tratscher
1 Monat 1 Tag

Mir geats in griechenlond guat, fein worm hobmas

schneidigozoggla
1 Monat 1 Tag

Und dechto werdn die Leit afn Berg gien

PuggaNagga
1 Monat 1 Tag

Ja und… jeder muss wissen was er tut.
Sollten die dann Hilfe benötigen müssen die halt warten bis es wieder für die Bergretter möglich ist ein relativ geringes Risiko einzugehen.
Klingt hässlich, ist aber nur fair mit Rücksicht für die Retter die ja selbst alles zu verlieren haben.

Neumi
Neumi
Kinig
1 Monat 21 h

Heute Morgen hörte ich auch im österreichischen Radio “Fünfköpfige Familie mit zwei Kleinkindern musste gerettet werden”, da stieg auch einen Moment lang die Wut in mir hoch.
Wie ignorant sind die Leute eigentlich …

marina
marina
Grünschnabel
1 Monat 1 Tag

de kommentare sain teilweise lai mear lächerlich,frech,respekt-und rücksichtslos. isch gschwind gitun,soan bledsinn zi schraibn,wenns oan selbr net betrifft.wos isch los mit enk???

HuiBuh
HuiBuh
Grünschnabel
1 Monat 1 Tag

Selten dämliche Kommentare, die hier teils abgegeben werden. Fragt mal die FF im Wipp- und Ahrntal, wie viel sie im Moment wegen der “drei Tropfen” zu tun haben…
Den Einsatzkräften Durchhaltevermögen und ein ganz großes Danke! Kommt alle wieder gesund in die Hallen und zu euren Familien zurück!

Iatz woll
Iatz woll
Tratscher
1 Monat 1 Tag

Statt immer nur negative Kommentare zu verfassen, sollte man den vielen Freiwilligen (Feuerwehr, WK, Bergrettung ecc.) danken, die bei solchen Ereignissen immer zur Stelle sind!!!

diskret
diskret
Grünschnabel
1 Monat 1 Tag

Wunder ist keins das das wetter verückt spielt es macht den mensch nach die spinnen auch

Goggile
Goggile
Superredner
1 Monat 1 Tag

Ein grosses vergelts Gott für jeden einzelnen Feuerwehrmann der im Einsatz ist. Passt auf euch auf. Danke Danke

Lu O
Lu O
Superredner
1 Monat 1 Tag

Unverschämt einige Kommentare hier… ich schäme mich schon fast ein Südtiroler zu sein… seit doch mal dankbar und respektvoll mit allen helfen und sich in Gefahr begeben und nicht immer zurückkommen… DANKE für die Vorwarnungen…

wpDiscuz