Von: mk
Bozen – Das seit Februar laufende systematische landesweite Fotofallen-Monitoring mit über 200 Wildtierkameras liefert bereits jetzt wertvolle Daten über das Vorkommen und die Verbreitung verschiedenster Wildarten. Bereits im vergangenen Jahr dokumentierten Wildtierkameras am Brenner und im oberen Vinschgau einzelne Tiere. Anfang März gelang nun auch im Pustertal im Gemeindegebiet von Pfalzen eine klare fotografische Bestätigung des Luchses.
“Die Aufnahmen bestätigen, wie wichtig ein systematisches Monitoring mit Fotofallen ist”, betont Forstwirtschaftslandesrat Luis Walcher: “Dieses Monitoring liefert uns verlässliche Daten und schafft eine sachliche Grundlage, um die Entwicklung verschiedener Wildarten in Südtirol genau zu verfolgen.”
“Die aktuellen Nachweise zeigen, dass sich diese äußerst heimliche und seltene Wildart wieder in Südtirols Wäldern bewegt; das ist ein positives Signal für Biodiversität und ökologische Stabilität”, unterstreicht Landesforstdirektor Günther Unterthiner.
Auch in den angrenzenden Regionen mehren sich die Hinweise: In Tirol wurden im Vorjahr insgesamt sechs Luchsnachweise über Wildtierkameras registriert. In Graubünden wird der Bestand derzeit auf rund 15 bis 20 Tiere geschätzt; für das laufende Jahr sind dort aktive Wiederansiedlungen geplant, nachdem 2024 bei der Wolfsjagd versehentlich drei Luchse erlegt worden waren. Die Ausbreitung erfolgt vor allem von der Schweiz aus Richtung Osten. Ist die Fotoqualität ausreichend, können Individuen anhand ihrer einzigartigen Fellzeichnung mit internationalen Datenbanken abgeglichen werden.
Der Eurasische Luchs ist die größte Katzenart Europas und lebt sehr zurückgezogen. Typisch sind die Pinselohren, der kurze Stummelschwanz und das gefleckte Fell, dessen Muster jedes Individuum eindeutig kennzeichnet. “Luchse bevorzugen strukturreiche, ruhige Waldlebensräume und sind vor allem dämmerungs- und nachtaktiv”, berichtet Dominik Trenkwalder vom Landesamt für Wildtiermanagement in der Landesabteilung Forstdienst: “Luchse haben ein riesiges Streifgebiet, das für ein männliches Tier – in der Fachsprache Kuder genannt – bis zu 40.000 Hektar groß sein kann. Als reine Fleischfresser jagen sie vor allem Rehe und andere mittelgroße Wildtiere. Im Unterschied zum Wolf oder Bär verursacht der Luchs seltener Schäden in der Tierhaltung, auch aufgrund seiner heimlichen Lebensweise.”




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