Renaturierungsprojekt

Margreid: Aus Apfelanlage wird wertvolles Feuchtgebiet

Donnerstag, 29. April 2021 | 10:24 Uhr

Margreid – Neben dem Bahngraben in Margreid verwirklichen das Landesamt für Natur und das Forstinspektorat Bozen I ein Renaturierungsprojekt.

Ziel dieses Renaturierungsprojektes neben dem Bahngraben beim Zugbahnhof Margreid ist die Förderung von Lebensräumen, die heute im Talboden nicht mehr oder nur vereinzelt vorkommen. Eine Wasserfläche ist Lebensraum für Lurche und Libellen. Auf den Flächen um den Teich soll eine artenreiche Blumenwiese entstehen.

Wasserfläche mit Strukturelementen

Eine ehemalige Obstwiese unmittelbar neben dem Bahngraben beim Bahnhof Margreid wurde von der Stiftung Landschaft Südtirol angekauft, um ein Renaturierungsprojekt verwirklichen zu können. Das Gelände wurde abgesenkt und Wasserfläche geschaffen, die vom Grundwasser gespeist wird, Strukturelemente wie Baumstämme und Astmaterial wurden im Weiher eingebracht. Die von der Stiftung Landschaft Südtirol zur Verfügung gestellte Fläche wird als Biotop unter Schutz gestellt, das Verfahren dafür läuft.

Das Forstinspektorat Bozen I unter der Bauleitung von Amtsdirektor Rainer Ploner übernimmt die Arbeiten. Die Baggerarbeiten sind gerade abgeschlossen. Nun werden noch eine Hecke als Abgrenzung zur Straße gepflanzt und Samen einer artenreichen Blumenwiese ausgebracht. Die Ufer des Weihers überlässt man einer natürlichen Entwicklung, bald werden die ersten Frösche das Wasser aufsuchen.

Konkreter Beitrag zur Erhöhung der Biodiversität

Die Landesrätin für Raumentwicklung, Landschaft und Denkmalpflege Maria Hochgruber Kuenzer freut sich über diesen konkreten Beitrag zu Erhöhung der Biodiversität: “Besonders in der intensiv genutzten Talsohle müssen ausreichend Trittsteinbiotope und Vernetzungselemente vorhanden sein. Dieses Projekt trägt dazu bei, Lebensräume für gefährdete Tier- und Pflanzenarten zu schaffen.”

Projektkoordinatorin Maria Luise Kiem vom Landesamt für Natur hebt hervor, dass es im intensiven Obstbaugebiet nicht leicht sei, Flächen für die Renaturierung zu finden. In diesem Fall hat dies die Stiftung Landschaft ermöglicht.

Das Landesamt für Natur hat die Finanzierung über das Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum zur Aufwertung der biologischen Vielfalt von Arten und Lebensräumen sichergestellt.

Von: mk

Bezirk: Überetsch/Unterland

Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

12 Kommentare auf "Margreid: Aus Apfelanlage wird wertvolles Feuchtgebiet"


Sortiert nach:   neuste | älteste | Relevanz
Chriss
Chriss
Grünschnabel
12 Tage 9 h

Das ist leider nicht viel mehr als ein Tropfen auf dem heißen Stein.
Während diese Fläche entsteht, verschwindet auf der anderen Seite die 100-fache Fläche. Im Obstbau braucht es eine Flächenbegrenzung und eine massive Restrukturierung. Die Natur ist schon zu sehr zerstört, das Insektensterben weit voran geschritten.

schlauer
schlauer
Tratscher
12 Tage 6 h

Bravo Chris👍
Sie bringen es auf den Punkt!

Dagobert
Dagobert
Universalgelehrter
12 Tage 10 h

Finde guet 👍👍 könnte schun a bissl grösser sein, nit lei asoa klonr Tümpl.

Soundgeist
Soundgeist
Grünschnabel
12 Tage 10 h

Ich freue mich, von weiteren solchen Projekten lesen zu dürfen

schlauer
schlauer
Tratscher
12 Tage 8 h

Diese Renaturierung ist auf jeden Fall zu begrüssen und die Landesrätin Kuenzer spricht im obigen Text von einer Erhöhung der Biodiversität und der Schaffung von Lebensräumen für bedrohte Tier- und Pflanzenarten. In Brixen passiert hingegen genau das Gegenteil! Man will den Auwald in der Industriezone zerstören und darauf ein Industriegebäude für 3D-Drucker der Firma Progress und Parkplätze errichten. Meine Frage: wie passt das zusammen?
NB. Im Brixner Auwald brüten 7 Vogelarten der Roten Liste, darunter auch der sehr stark bedrohte Kleinspecht!

Anduril61
Anduril61
Tratscher
11 Tage 16 h

Das Projekt und der Gedanke dahinter sind zu begrüssen, wie wirkt sich dieser Teich aber auf die weniger beliebten Geschöpfe Gottes aus wie Tigermücken und andere Plagegeister invasive Arten die sich Aufgrund der Klimaerwärmung immer öfter hier niederlassen….??

Soundgeist
Soundgeist
Grünschnabel
11 Tage 10 h

Ich möchte hier keine Halbwahrheiten verbreiten, aber nach meinem Wissen werden die Larven der Tigermücke in einem Gesunden Ökosystem von den Anderen Raubtieren (Frösche, Libellen, Wespen, etc.) minimiert. Somit sind Kübel oder Untersätze aus dem Garten geeignetere Nistplätze für Tigermücken.

Faktenchecker
11 Tage 23 h

Danke sagt die Tigermücke.


Der gefährlichste und zugleich am weitesten verbreitete ist Plasmodium falciparum, erklärt Primarin Erne. Auch in Südtirol werde dieser Parasit bei Malaria-Fällen
am häufigsten nachgewiesen. Übertragen wird der Erreger durch den Stich
einer weiblichen Stechmücke (Moskito) der Gattung Anopheles.10.10.2020

Faktenchecker
11 Tage 23 h

“Durch diese ausgedehnten Feuchtgebiete wurde nicht nur der Landwirtschaft wertvoller Grund und Boden entzogen, dadurch wurde das Ausbreiten von Infektionskrankheiten begünstigt, die wiederum besonders die Kindersterblichkeit ansteigen ließen. Diese spezifischen Sumpfkrankheiten würden, so glaubten die Zeitgenossen, durch die schlechten Gerüche in der Luft (Miasmen) verursacht. Hinter dem sprichwörtlichen „Salurner Tod“, „Leiferer Tod“ oder „Deutschmetzer Tod“ steckte die gefürchtete Malaria, die zumindest seit dem 18. Jahrhundert im Etschtal endemisch verbreitet war.”

Soundgeist
Soundgeist
Grünschnabel
11 Tage 10 h

“wurde (…) der Landwirtschaft wertvoller Grund und Boden entzogen”.
Nein. der Natur wurde dieser wertvolle Grund und Boden zurückgegeben. Außerdem ist diese Fläche lächerlich klein.

Zugspitze947
11 Tage 17 h

Leider ein Tropfen auf den heissen Stein ! Südtirol ist auf dem BESTEN WEG zubetoniert und geteert zu werden 🙁 Alles was kein geld bringt wird radikal beseitigt 🙁

nuisnix
nuisnix
Universalgelehrter
11 Tage 15 h

wäre interessant zu wissen, um wieviel quadratmeter es sich handelt…
und auch ein (jahres)vergleich von renaturierter fläche zu umwidmungen von wald in intensiv bewirtschaftetes landwirtschaftsgebiet wäre aussagekräftig…

wpDiscuz