Meereshöhe scheint Entstehen zu begünstigen

Melanom – zwischen Sonne, Mittelmeer und Gebirge

Donnerstag, 13. Juni 2019 | 13:31 Uhr

Bozen – Am Mittwoch, den 19. Juni 2019, findet in der Landesfachhochschule für Gesundheitsberufe Claudiana die Abschlusstagung zum Interreg V Forschungsprojekt MEMS „Heterogenität von Melanomen – von den Alpen zum Mittelmeer: Sonnenexposition, Meereshöhe und Umweltbelastung in der Entstehung“, statt. Erste Erkenntnisse der Studie: Die Meereshöhe scheint das Entstehen von Melanomen zu begünstigen.

Im Mittelpunkt des Kongresses steht das Melanom, das zu den aggressivsten Krebserkrankungen beim Menschen zählt. Die Melanomhäufigkeit hat in den letzten 60 Jahren in Europa kontinuierlich zugenommen. Als Ursache gilt die starke UV-Belastung, sowohl direkt als auch indirekt.

In einem gemeinsamen Vorprojekt konnten Guido Mazzoleni, Primar des betrieblichen Dienstes Pathologische Anatomie und Histologie und Klaus Eisendle, Primar der Abteilung Dermatologie des Landeskrankenhauses Bozen, bereits 2014 zeigen, dass Südtirol, zusammen mit der Schweiz, die höchste Melanomrate in Europa hat. Es lagen aber keine vergleichenden, aktuellen Daten aus angrenzenden europäischen Regionen vor, deshalb wurde das Interreg V Forschungsprojekt „MEMS“, das durch finanzielle Mittel der Europäischen Union gefördert wird, ins Leben gerufen. Der Name des Projektes entstand aus den Anfangsbuchstaben: Melanom, Meereshöhe und Sonnenexposition. Dabei handelt es sich um eine länderübergreifende Zusammenarbeit der Universität Triest, dem nationalem Krebsinstitut in Aviano, der Universitätsklinik für Dermatologie in Innsbruck und der Abteilungen für Dermatologie und Pathologie des Landeskrankenhauses Bozen.

Ziel des Forschungsprojektes ist es herauszufinden, inwieweit geographische Beschaffenheit und Einflussgrößen wie Meereshöhe des Wohnortes, UV-Belastung, Umweltbelastung oder Genetik Auswirkungen auf die Häufigkeit, Art und Aggressivität des invasiven Melanoms haben. Das Untersuchungsgebiet ist heterogen und reicht vom Meer bei Triest, den nördlichen und südlichen Hängen der Tiroler- und Südtiroler Alpen bis hin zu den Ebenen in Aviano. Die Bevölkerung dieser Gegenden hat überwiegend einen hellen Hauttyp mit einer hohen Inzidenz zur Entwicklung von Hautmelanomen.

Vorläufige Daten scheinen einen Einfluss des Faktors Meereshöhe zu bestätigen, da die Häufigkeit der invasiven Melanome in der Erstauswertung der Daten in Nordtirol, verglichen zu jenen aus Aviano, Bozen und Triest, deutlich höher ist. Ebenso scheint das Melanom entlang der Brennerautobahn etwas vermehrt aufzutreten. Erste genetische Mutationsanalysen und eine Bestätigung der Daten werden im Rahmen eines Forschungstreffens besprochen. Zudem soll im Rahmen des Projektes die Bevölkerung für die Gefahren der Sonnenbestrahlung sensibilisiert und zu einem verantwortungsvollen Umgang damit aufgerufen werden. Dafür wurden eigene Broschüren entwickelt, die in den nächsten Monaten verteilt werden.

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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1 Kommentar auf "Melanom – zwischen Sonne, Mittelmeer und Gebirge"


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Kinig
12 Tage 17 h

Früherkennungstermin dann in zwei Jahren?🙄😏

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