Zwölf Personen angezeigt

Millionenbetrug auf Kosten der Autobahn

Mittwoch, 27. März 2019 | 12:10 Uhr

Bozen/Trient – Die Finanzpolizei von Trient und die Straßenpolizei von Bozen haben zwölf Personen angezeigt – wegen eines mutmaßlichen Millionenbetrugs zulasten der Brennerautobahngesellschaft.

Im Rahmen der Operation „Tarantella“ wurden in ganz Italien rund 50 Hausdurchsuchungen vorgenommen. Über eine Million Euro ließ der Ermittlungsrichter aus Trient auf präventivem Weg beschlagnahmen. Insgesamt standen 125 Trientner Finanzbeamte und 30 Straßenpolizisten aus der Region und aus Belluno im Einsatz.

Die Hausdurchsuchungen fanden in acht Regionen statt: Neben dem Trentino-Südtirol wurden auch Wohnungen im Veneto, in der Lombardei, in der Emilia-Romagna, in der Toskana, im Latium und in Kampanien überprüft. Während in den Provinzen Trient, Verona und Brescia Finanz- und Straßenpolizei gemeinsam vorgingen, arbeitete in Pavia, Reggio Emilia, Modena, Pisa, Roma und Avellino die Finanzpolizei mit den hiesigen Behörden zusammen.

Die Untersuchung war durch eine Reihe von Indizien ins Rollen gekommen, auf die die Straßenpolizei gestoßen war. Demnach soll es Hinweise auf illegale steuerrechtliche Aktivitäten einer privaten Firma gegeben haben, die mit der Führung von Verkaufsstellen auf Autobahnraststätten beauftragt worden war.

Bei den Steuervergehen ist es im Prinzip um Erträge gegangen, die nicht erklärt wurden. Gemeinsam mit der Finanzpolizei, die informiert wurde, hat die Straßenpolizei seit August 2018 die Ermittlungen geführt.

Den Ermittlern zufolge haben die Verantwortlichen der Firma, die ihren Sitz in Kampanien hat, ein raffiniertes betrügerisches System ausgeklügelt.

Die Betreiber von Raststätten müssen die Autobahnen anteilsmäßig am Verkauf von Produkten beteiligen. Je nach Art der verkauften Ware schwankt der Prozentsatz zwischen fünf Prozent bei typischen lokalen Produkten und 49 Prozent bei Konsumgütern. Der Betrug ist dadurch einerseits gelungen, dass systematisch Kassenbelege nicht ausgestellt worden waren, sobald sich am meisten Kunden im Lokal befanden.

Andererseits wurden die Produkte fast immer als „lokale“ Produkte erklärt oder als Musik-CDs, Bücher, Zeitschriften und Zigaretten „getarnt“, denn bei solchen Produkten musste die Firma überhaupt keinen Prozentsatz der Betreibergesellschaft der Autbobahn entrichten.

Damit niemand Verdacht schöpfte, wurde eigens die Software der Registrierkassen modifiziert. Bei der Ausstellung der Kassenbelege achteten die Verantwortlichen darauf, wie viele Kontrollen von Angestellten der A22 anstanden. Wurde „grünes Licht“ gegeben, waren die Angestellten angehalten, weniger Kassenbelege zu tippen.

Die Ermittler überprüfen, ob die Firmenspitze in Avellino in die illegalen Machenschaft involviert ist und davon ebenfalls profitiert hat.

Unklar ist, wie die Verantwortlichen wissen konnten, wann Personal der A22 die Kontrollen durchführt. Die Ermittler prüfen deshalb auch, ob es „Maulwürfe“ innerhalb der Brennerautobahngesellschaft gegeben hat.

Dieselbe Firma führt auch in sieben weiteren Regionen in Italien Verkaufsstellen auf Autobahnen. Auch dort werden nun Kontrollen durchgeführt.

Laut den Ermittlern ist es den Verdächtigen gelungen, in den letzten zwei Jahren die Autobahnen um rund 1,1 Millionen Euro zu „erleichtern“. Die mutmaßlichen Betrüger betrieben nicht nur Verkaufsstellen entlang der A22, sondern auch in öffentlichen Krankenhäusern, wie etwa im Trientner Krankenhaus.

Die Staatsanwaltschaft wirft den Personen, die angezeigt wurden Steuerhinterziehung, Betrug, Korruption und Geldwäsche vor.

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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18 Kommentare auf "Millionenbetrug auf Kosten der Autobahn"


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Aurelius
Aurelius
Universalgelehrter
26 Tage 36 Min

Danke an der Polizei.

Calimero
Calimero
Superredner
25 Tage 23 h

@ Aurelius

Bozner Dialekt ?

oli.
oli.
Universalgelehrter
25 Tage 20 h

@Calimero , ob ” der , die , das ” selbst Du weißt was gemeint ist.

Aurelius
Aurelius
Universalgelehrter
25 Tage 20 h

@Calimero
nein calimero Sprache

enkedu
enkedu
Kinig
25 Tage 15 h

Danke an Pardatscher u.co.

es braucht jo lei die Maut erhöhen nor passt olls wieder.

tom
tom
Superredner
25 Tage 22 h

deswegen sein die Raststättenpreise soffl hoach. Irgendwer muas jo de 49% zohln

oli.
oli.
Universalgelehrter
25 Tage 20 h

darum ist alles so teuer , außer Café.

Gredner
Gredner
Superredner
25 Tage 22 h

…mit Sitz in Kampanien.👌

Staenkerer
25 Tage 17 h

😄😃😆😅 sog eh schun olles …

Seppl123
Seppl123
Tratscher
25 Tage 23 h

wos mi ollm wundert dass leit geld ba de roststationen hintenlossen. caffe und gipfl und snack 10 eur sem fohri oar und zohl 4 eur

Staenkerer
25 Tage 17 h

ba de roststättenbin östereich und deutschlond isch d sca nit billiger, ober der schwindel geat holt schun gor nit!

Mikeman
Mikeman
Kinig
25 Tage 21 h

@ Seppl123
ist ja nicht nur der Preis ,die Qualität ist auch zum K…….
Autobahn ist alles eine reine Abzockerei von der Einfahrt bis zur Ausfahrt ,wenn immer nur möglich strikt meiden.

Daktari
Daktari
Grünschnabel
25 Tage 19 h

Millionen Gewinn der Autobahn auf kosten der Autofahrer die nicht gerecht sind, wenn wir die Autobahn benützen . Stau auf der Autobahn …Zeitverlust Kraftstoffverlust  holpriger Asphalt dadurch schäden am Fahrzeug wer zahlt das uns ? 

Seppl123
Seppl123
Tratscher
26 Tage 21 Min

wia in an heist movie…

Marco schwarz
Marco schwarz
Tratscher
25 Tage 16 h

Na Herr Verkehrsminister, was sagens jetzt? Hör gar nichts? Vielleicht weiß er gar nicht mehr dass wir in Südtirol a Autobahn haben, wenn er ja schon weiß dass der BBT in Betrieb ist?

traktor
traktor
Universalgelehrter
25 Tage 18 h

wir wollen unser steuergeld.und eine gesalzene strafe .
die müssen die waren also auch schwarz eingekauft haben…
vorsorglich alles enteignen

So ist das
So ist das
Universalgelehrter
25 Tage 6 h

Die Brennerautobahn AG kônnte wohl auch mal kontrollieren und die Vergabe von Verkaufsstellen wirklich regional vergeben.

Lederhosenjonny
Lederhosenjonny
Grünschnabel
25 Tage 3 h

willkommen in Italien, es wird nicht mal 1% der ganzen Intrigen und Schwindel aufgedeckt….

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