Bahnpolizei achtet auf Jugendliche

Südtirol: Die Sucht nach dem Selfie-Nervenkitzel wächst

Samstag, 10. September 2016 | 10:05 Uhr

Bozen – Die Bahnpolizei im Trentino-Südtirol und in Verona ist verstärkt mit einem neuen Phänomen konfrontiert: Jugendliche, die den Nervenkitzel entlang der Bahngleise suchen. Oft können sie die Gefahr, die sie für sich und andere darstellen, nicht richtig abschätzen.

In der jüngeren Vergangenheit hat auch bei uns riskantes Verhalten auf Bahnhöfen zugenommen. Oft wollen Jugendliche mitten auf den Bahngleisen mit ihrem Smartphone einen von sich selbst schießen – ein sogenanntes Selfie. Andere haben versucht, auf einem Zug aufzuspringen, der bereits abgefahren ist.

In Rovereto musste erst kürzlich auf der Bahnlinie zwischen Verona und dem Brenner der Zugverkehr in beiden Richtungen unterbrochen werden. Der Grund: Ein Passant hat zwei Jugendliche bemerkt, die auf den Bindegliedern eines Wagons von einem fahrenden Zug saßen. Die Bahnpolizei hat sofort den Lokführer verständigt, der den Zug stoppte.

Die beiden Jugendlichen versuchten, zu Fuß in die umliegenden Obstwiesen zu flüchten. Allerdings konnten sie von der Bahnpolizei und von Mitarbeitern des Polizeikommissariats in Rovereto aufgehalten werden.

Die beiden Jugendlichen versuchten sich dadurch zu rechtfertigen, indem sie erklärten, dass sie sich kein Ticket leisten könnten. Während einer der beiden italienischer Staatsbürger war, handelte es sich bei dem anderen um einen Nordafrikaner, der über keine gültige Aufenthaltsgenehmigung verfügt.

Beide wurden wegen Unterbrechung eines öffentlichen Dienstes angezeigt. Wenn man die tragischen Folgen bedenkt, die ihr Verhalten möglicherweise verursacht haben könnte, ist diese Strafe nichts im Vergleich dazu.

Gleichzeitig hat die Bahnpolizei auch die Sensibilisierungskampagne „Train to be cool“ ins Leben gerufen. Damit sollen vor allem Schülerinnen und Schüler erreicht werden, die mit dem Zug zur Schule müssen oder die eine Schule besuchen, die in der Nähe eines Bahnhofs steht. Bahnpolizisten besuchen die Klassen und klären Kinder und Jugendliche über die Gefahren und Risiken auf den Bahnhöfen und in deren Umgebung auf. In Südtirol werden die Vorträge auch in deutscher Sprache angeboten.

Gleichzeitig wachen Streifen der Bahnpolizei stets darauf, dass Personen die Gleise nicht zu Fuß überqueren.

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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4 Kommentare auf "Südtirol: Die Sucht nach dem Selfie-Nervenkitzel wächst"


Sortiert nach:   neuste | älteste | Relevanz
Calimero
Grünschnabel
17 Tage 21 h

Selfie schön und gut, aber in diesem Artikel höre ich mehr die Probleme
der italienischen Staatsbahnen heraus, die wirklich ein ” scifo ” sind.

oli.
Tratscher
17 Tage 18 h

calimero@ , Probleme der Staatsbahn ???
Dich möchte ich mal sehen als Zugführer , wenn 10 Meter vor Dir einer in die Gleise abrutscht .

oli.
Tratscher
18 Tage 1 h

ein Modetrend der gefährlich enden kann , da die Selfis immer spektakulärer sein sollen .
Da vergisst man schnell mal seine Umgebung und schon ist es passiert ……..

Alpenrepuplik
Tratscher
17 Tage 22 h

Leider hat es dabei schon einige Tote Jugendliche in anderen Ländern gegeben…das ist ein Irrer Wahn solche Selfie in Facebook oder Co zu stellen…warum sie das machen????? Keine Ahnung, leider unterschätzen Sie die Gefahr dabei komplett…

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