Planung, Sensibilisierung, „Seelische Erste-Hilfe“ und die Wissenschaft

Suizidprävention: „Hand in Hand, um Leben zu retten“

Dienstag, 10. September 2019 | 16:41 Uhr

Bozen – „Hand in Hand für Suizidprävention“: Unter diesem Motto des Tages der Suizidprävention, der am heutigen 10. September weltweit begangen wird, fand heute an der Freien Universität in Brixen eine Tagung statt, zu welchem das Südtiroler Netzwerk Suizidprävention geladen hat. Ziel ist es, für das Thema zu sensibilisieren und „Seelische Erste-Hilfe-Maßnahmen“ weiter auszubauen. Für zukünftige Aktionen sollen zudem die Wissenschaft sowie ein eigener Suizidpräventionsplan eine solide Basis liefern.

Das Netzwerk Suizidprävention wurde vor zwei Jahren gegründet, um die Suizid- bzw. Suizidversuchsrate in Südtirol zu senken. Eine wichtige Aufgabe ist es, die wesentlichen Informationen rund um die Suizidprävention zu bündeln und verschiedene Sensibilisierungsmaßnahmen weiterzuentwickeln. Nach der ersten großen Tagung im vergangenen Jahr fand heute in Brixen die zweite Tagung zu diesem wichtigen Thema statt, mit bereits konkreten Ergebnissen. Die Tagung besucht hat auch Soziallandesrätin Waltraud Deeg.

„Bei der Tagung heute haben wir zwei Neuigkeiten vorgestellt, nämlich eine spezifische Website (www.suizid-praevention.it bzw. www.prevenzione-suicidio.it) sowie ein Faltblatt, das Hilfe und Informationen bietet“, erklärt Guido Osthoff, Bereichsleiter der Caritas und Koordinator des Netzwerks. „Neben einigen Tipps für den richtigen Umgang mit psychischen Krisen bei Mitmenschen finden sich auf der Webseite Kontaktinformationen von Hilfsangeboten der Gesundheitsdienste, niederschwelligen Beratungsstellen, Selbsthilfegruppen bis hin zu pädagogischen Schulungsangeboten. Dadurch wird diese Vielzahl an existierenden Anlaufstellen in Südtirol noch sichtbarer“, ergänzt die zweite Moderatorin der Tagung Sabine Cagol von der EAAD – EOS Genossenschaft und Leiterin der Fachambulanz für psychosoziale Gesundheit im Kindes- und Jugendalter in Bruneck.

Ein weiteres Anliegen des Netzwerks ist es, bestehenden Initiativen einen festen Rahmen zu geben und gleichzeitig noch fehlende Tätigkeiten oder Angebote im Bereich Suizidprävention zu definieren. „Aus diesem Grund haben wir als Netzwerk angefangen, einen Suizidpräventionsplan für Südtirol zu entwickeln. Darin enthalten sind neben wichtigen, grundlegenden Begriffsklärungen auch 10 konkrete Ziele, um Suizidprävention in Südtirol als Handlungsfeld zu etablieren“, erläutert Peter Koler, Direktor des Forum Prävention und Mitglied des Netzwerks. „Besonders zu den Zielen und den dazugehörenden Maßnahmen erhoffen wir uns wertvolle Rückmeldungen von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Tagung. Darüber hinaus wünschen wir uns die Unterstützung der Landespolitik für die Umsetzung des Plans.“

Wichtig ist dem Netzwerk auch, die Suizid-Daten wissenschaftlich zu verbessern. Reinhard Tschiesner, Professor an der Fakultät für Bildungswissenschaften der Freien Universität Bozen, zeigte im Rahmen der Tagung die bestehenden Herausforderungen in diesem Bereich auf: „Die wissenschaftliche Bearbeitung von Daten zu Suizid und Suizidversuchen ist nicht einfach, besonders nicht in einem relativ kleinen Gebiet wie Südtirol. Allerdings brauchen wir gerade für eine effektive Präventionsarbeit solide Informationen sowie eine kontinuierliche Erhebung und Analyse der Charakteristika von Suizidopfern“.

Der zweite Teil der Tagung widmete sich der Weiterentwicklung von Kompetenzen von wichtigen Berufsgruppen sowie der allgemeinen Bevölkerung. „Die Vermittlung von ‚seelischen Erste-Hilfe‘-Kenntnissen ist ein wichtiger Bestandteil unserer Präventionsbemühungen“, unterstrich Roger Pycha, Primar des psychiatrischen Dienstes am Krankenhaus Brixen. So wurden verschiedene Zielgruppen wie Sanitätspersonal, Jugendarbeiter, Lehrpersonen und ehrenamtlich Engagierte in mehreren Workshops mit den wichtigsten Informationen und Techniken vertraut gemacht. „Dies entspricht dem Motto des heutigen Tages: Nur „Hand in Hand“ schaffen wir es, dass Personen in allen Bereichen des alltäglichen Lebens richtig auf Menschen in Krisensituationen reagieren.“

Die Workshops, die im Rahmen der Tagung gemacht wurden, sollen jedoch nicht die einzigen Angebote bleiben. „Mehrere Mitglieder unseres Netzwerks werden in den kommenden Monaten landesweit verschiedene Varianten dieser ‚seelischen Erste-Hilfe-Kurse‘ organisieren. Zusätzlich möchten wir mit Hilfe des neuen Suizidpräventionsplans weitere, dringend notwendige Maßnahmen vorantreiben“, betonten die Mitglieder des Netzwerks Suizidprävention bei der Tagung abschließend.

Das Netzwerk Suizidprävention setzt sich aus mehr als 20 verschiedenen gemeinnützigen Organisationen und öffentlichen Einrichtungen zusammen. Koordiniert wird das Netzwerk von der Caritas, der EAAD-EOS Genossenschaft, dem Forum Prävention, Telefono Amico und von Vertretern der psychiatrischen und psychologischen Dienste, der Freien Universität Bozen, der Notfallseelsorge sowie der Deutschen und Italienischen Bildungsdirektion der Autonomen Provinz Bozen.

www.suizid-praevention.it

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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12 Kommentare auf "Suizidprävention: „Hand in Hand, um Leben zu retten“"


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JingJang
JingJang
Tratscher
11 Tage 3 h
Südtirol wird im Verhältnis wohl trotz dieser Organisationen viele Suizide haben. Die Gesellschaft hier ist größtenteils sehr engstirnig und mobbing gehört bei vielen zu Tagesordnung. Menschen die gesellschaftlich vor den Abgrund getrieben werden, gehen sicherlich nicht aus eigener Kraft zu so einer Organisation oder rufen eine Grüne Nummer an. Diejenigen die wirklich Suizid begehen, verschließen sich immer mehr vor der Gesellschaft und gehen auf Nummer sicher. Diese Menschen könnte nur geholfen werden, wenn sie aus ihrer Lebenssituation befreit würden. Bieten Organisation so etwas an, Finanzielle Hilfe oder guten Arbeitsplatz oder Ausbildung für Jugendliche wo es Zuhause habbert? Bei unheilbaren Krankheiten… Weiterlesen »
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Kinig
11 Tage 1 h

jing-jang.Die Sache ist Die..Du kannst von Ponzius bis Pilatus laufen ..am Ende schaut Jeder nur auf Sich.Sozialhilfen werden gekürzt,gestrichen…Sozialwohnungen völlig ungerecht zugewiesen..der Einheimische ist sowieso nur mehr gut zum zahlen.

JingJang
JingJang
Tratscher
10 Tage 21 h

@ sag mal Leider wahr

Staenkerer
10 Tage 15 h
@Sag mal i red jetz von zwoa nette, intelligente, finaziell obgsicherteund in familie und freundes- bekonntenkreis bestens integrierte menschen, von de man ahnte das se suizidgefährdet worn. der älte der zwei bekam hilfe, zuspruch, gesellschoft von ollen seiten auch von proffesioneller, nahm sich, trotz all diesen bemühungen des lebn. ba de jüngeren hot es kaum jemand erkannt in welcher loge er wor, de wenigen hobn es ober geschaft ihn zum orbeitswechsel, zu überredn und ermutigen! er isch jetz wieder aufgeblüht und wieder “der olte” von früher! ba boade früh genua erkannt, viel gred und viele helfn gwellt, ban oan hots… Weiterlesen »
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Kinig
10 Tage 14 h

jng-jang.Happert ist noch gelinde ausgedrückt.Extremen Konflikten in Familien Wird lieber aus dem Weg gegangen..so kann dies Jahrzehntelang herrschen bis in nächste Generationen noch.Und die Verursachen bleiben ungescholten bis zum letzten Atemzug. Da nicht mal das Schlechte gegönnt Wird geschweige das Gute kann man nichts Anderes erwarten.Da hilft der ganze Fortschritt der nach aussen gezeigt wird auch nichts.Die Politiker schaun dass die Bäuche gefüllt und die Köpfe leer bleiben……

elvira
elvira
Superredner
10 Tage 10 h

u d fakt isch a, dass wenn jemend sich endlich beim psychologischn dianst hilfe holt muas er 2 bis 3 wochn für a erstgespräch wortn und nor nomol mindigschtns 2 wochn bis men die therapie unfongen kon… darweil privat zu gian isch für viele kuane option weil sie sich die 80 euro pro sitzung nit leistn kenen…. meistns wert men hokt a fa uan dianst zun ondern gschobn

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Kinig
11 Tage 4 h

solange die Gesellschaft über Probleme Anderer lacht,spottet Wird Sich nichts bessern.Dann die gehobene Schicht..Die wissen immer wohin wenn Sie Was brauchen…Die werden sicher nicht mit :Wir Sind nicht zuständig,Wir lassen Uns nicht erpressen,da können Wir nichts machen,abgespeist.Ich habe zu viel geseh ,und gehört…

giftzwerg
giftzwerg
Universalgelehrter
10 Tage 13 h

I find es isch viel zi viel druck ,jeder holtet des net aus. Du hosch wienig rechte , la ma pflichten.s holbe leben orbeitesch für den stoot. Der stoot findet di olm , wenn wos zi zohln isch , wenn wos zi kriegn isch wersch zi oft übergong

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Kinig
10 Tage 10 h

giftzwerg.Den Druck der Gesellschaft Alles haben zu müssen,überall dabei Sein zu müssen,Jeden Blödsinn nach zu machen beug ich mich nicht.Da bin ich lieber ein Aussenseiter🙄

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Kinig
10 Tage 10 h

mal die Jungen haben nur mehr Rechte und kaum mehr Pflichten.Ob DAS gut tut bleibt dahingestellt.

Sag mal
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Kinig
10 Tage 14 h

obwohl Es sich hier um die unerträglichste Krankheit handelt ist die Wissenschaft lieber mit Anderen Sachen beschäftigt.

giftzwerg
giftzwerg
Universalgelehrter
9 Tage 3 h

meistens werd dir lei psychodroge verabreicht um deine probleme zi lösen

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