Saidy war nach Raubüberfall auf der Flucht

Tod in der Tiefgarage scheint aufgeklärt

Donnerstag, 24. September 2020 | 16:29 Uhr

Bozen – Der Tod des jungen Mannes aus Gambia in einer Tiefgarage im Zentrum von Bozen scheint nun aufgeklärt zu sein.

Bekanntlich war der 26-jährige Lamin Saidy am Freitagmorgen vor einer Woche tot in der Parkgarage in der Nähe des City Centers in Bozen aufgefunden worden. Bald war klar, dass der Mann rund zehn Meter in die Tiefe gestürzt war. Dabei bohrte sich eine Rippe in die Lunge. Saidy verblutete.

Laut der Quästur hatte Lamin Saidy gemeinsam mit einem Senegalesen (26) vor dem tragischen Ereignis einem anderen Migranten das Mobilfunktelefon geraubt. Es kam zu einer Fluchtszene mit dem Opfer. Die beiden Diebe haben zunächst Steine nach ihrem Verfolger geworfen. Dann entschlossen sie sich, über die Tiefgarage zu entkommen. Sie schwenkten sich über die Brüstung, um auf die Rampe darunter zu gelangen. Während dieses Manöver dem Komplizen gelang, hatte Saidy offenbar Pech. Er stürzte zehn Meter ab und zog sich dabei tödliche Verletzungen zu.

Im Sterben liegend, bat er den Senegalesen, einen seiner Landsmänner anzurufen. Diese würde ihm helfen.

Der Senegalese, der von der Polizei verhört wurde, gab an, dass er dies gemacht habe, jedoch laut Medienberichten vergebens.

Offenbar hat er aber dann nicht die Landesnotrufzentrale alarmiert. Der 26-Jährige erlag schließlich seinen schweren Verletzungen.

Die Geschichte des Komplizen von Saidy – der zunächst wegen Raubüberfalls verhaftet wurde – scheint glaubhaft. Die Szene des Raubes und der Flucht wurde von Überwachungskameras aufgezeichnet.

Derzeit wird geprüft, ob dem Mann auch unterlassene Hilfeleistung angelastet werden kann.

Der Fall eröffnet einen Einblick in die harte Welt von Migranten und Flüchtlingen, die kaum Perspektiven haben, und deren Überlebenskampf auf der Straße. Saidy soll in Bozen in einem provisorischen Zeltlager in der Nähe des Flusses gewohnt haben.

Gleich nach Bekanntwerden des Todes des Mannes hatten vor einer Woche mehrere Migranten vor der Tiefgarage protestiert. Sie gingen von einem Mord aus. Als die Polizei den Migranten versichert hatte, dass eine Autopsie angeordnet worden sei und dass die Ermittlungen minutiös durchgeführt würden, ebbte der Protest ab. Nun haben die Bekannten und Freunde des Toten zumindest Klarheit, was mit dem Gambier in jener Nacht geschehen ist.

Von: luk

Bezirk: Bozen

Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

22 Kommentare auf "Tod in der Tiefgarage scheint aufgeklärt"


Sortiert nach:   neuste | älteste | Relevanz
Jiminy
Jiminy
Universalgelehrter
1 Monat 2 Tage

traurig! Traurig wie meine Grosseltern betteln mussten um zu überleben, traurig wie unsere Leute flüchten mussten, traurig wie viele immer noch flüchten müssen…

falschauer
1 Monat 2 Tage

traurig wie viele deinen kommentar mit 👎abwerten, einfach nur mehr eine erbärmliche gesellschaft, eine schande für die ganze menschheit

Jiminy
Jiminy
Universalgelehrter
1 Monat 2 Tage

@falschauer
ich bin eher froh, dass der Durchschnittsbürger 👎 drückt, denn das heisst, dass ICH bzw. WIR noch MENSCHEN sind im Gegensatz zur breiten, ängstlichen Masse!

felixklaus
felixklaus
Superredner
1 Monat 2 Tage

@falschauer möcht nicht wissen wieviele kommetare man hier nicht veröffenflichen kann von inhaltlichen hetzte ! Und das keine konsiquezen nach sich zieht

falschauer
1 Monat 2 Tage

@felixklaus ….ich finde, dass es definitiv zeit wäre in den sozialen medien das anonymitätsprinzip zu verabschieden, dann würden sich solche auswüchse schlagartig ändern, denn was sich hier unter dem deckmantel der anonymität abspielt ist menschenunwürdig

Pyrrhon
Pyrrhon
Superredner
1 Monat 2 Tage

@Jiminy, von unseren Vorfahren gab es sicherlich auch einige die betteln od stehlen gingen aber der Großteil musste schuften, neben Unterkunft und Verpflegung war das Jahresgehalt, ich wiederhole JAHRESGEHALT, ungefähr so hoch daß man sich damit ein Paar ‘ Sunntischua ‘ und den Stoff für ein ‘Sunntigwond’ kaufen konnte

Jiminy
Jiminy
Universalgelehrter
1 Monat 2 Tage

@felixklaus
und genau deswegen, weil mancher frustrierter hier im Forum nicht dass schreiben kann was er möchte, gibt es über 400 👎 bei meinem Kommentar… irgendwie muss man ja seine Frustrationen auslassen… 😉😅🤣😂 diese arme Wesen tun mir ganz einfach nur Leid. Ich wünsche ihnen alles Gute im Leben. 😘

Storch24
Storch24
Universalgelehrter
1 Monat 2 Tage

Unsere Großeltern, Eltern haben nicht gebettelt zum überleben, die haben geschuftet zum überleben. Kohlesäcke entladen am Zugbahnhof. Wer als erster fort war, (4 Uhr früh) hatte den Job.

PuggaNagga
1 Monat 2 Tage

Arbeiten ist nicht mehr in…
Das macht man nicht mehr so gerne

Storch24
Storch24
Universalgelehrter
1 Monat 2 Tage

@storch sollte heißen, wer als erster DORT war …..

Faktenchecker
Faktenchecker
Universalgelehrter
1 Monat 2 Tage

Und auf dem Schwarzmarkt gehandelt.

Tantemitzi
Tantemitzi
Universalgelehrter
1 Monat 2 Tage

Sorry, bei allem Verständnis für arme, heimatlose Menschen – ABER: ich hab von protestierenden Freunden gelesen die einen Mord vermuteten ……eventuell vielleicht sogar wegen Rassismus?   nun stellt sich heraus, es handelt sich um jemanden der nach einem Raubüberfall davon gelaufen ist und dabei unglücklich gestürzt ist!!   

Faktenchecker
Faktenchecker
Universalgelehrter
1 Monat 2 Tage

Du hast etwas überlesen: ” scheint !!!! nun aufgeklärt zu sein”

bubbles
bubbles
Superredner
1 Monat 2 Tage

Wenn jemand nichts hat, stiehlt er um zu überleben und um nicht mehr auf der Strasse zu schlafen. In der Situation würden wir alle so handeln!!

sepp2
sepp2
Superredner
1 Monat 2 Tage

neben dem Diebstahl sollte er auch wegen unterlassener Hilfeleistung mit Todesfolge angeklagt werden.

Neumi
Neumi
Kinig
1 Monat 2 Tage

Aus dem Artikel: “Derzeit wird geprüft, ob dem Mann auch unterlassene Hilfeleistung angelastet werden kann.”

marher
marher
Universalgelehrter
1 Monat 2 Tage

Kompliment den Ermittler, dass sie die Tat augeklärt heben.

Coco
Coco
Neuling
1 Monat 2 Tage

R.I.P.

Faktenchecker
Faktenchecker
Universalgelehrter
1 Monat 2 Tage

Wenn Südtirol sich nicht um die Hilfesuchenden kümmert dann geschiehtg so etwas. Trauriges reiches Ländle!

EQ
EQ
Grünschnabel
1 Monat 2 Tage

Dieses Dilemma entsteht halt deshalb weil die Einwanderung teilweise ungeregelt bleibt.. und hier ein Überlebenskampf auf unseren Strassen statt findet der vorhersehbar ist.. wenn man die Vorraussetzungen bei zu vielen Migranten mal realistisch sehen will.. Realität vs. Idealismus.. hat nix mit Rassimus zu tun

Tattamolnia426
Tattamolnia426
Tratscher
1 Monat 2 Tage

Ob Einheimischo odo Migrantn.. So eppas isch olm traurig.. Sicho sein viele Gaunor und gewoltbereite Typm dorbei, obor in Toat winsch i trotzdem niamond.. Meine Eltorn wia viele ondre a hobm a gmiast ums ibolebm puggln.. Ok, der mochn sichs leicht.. Rabm und vorkafn.. Usw.. Isch trotzdem a tragisches Ende.. Sein Kollege kearat obor af do schtell ingschperrt..!

Sag mal
Sag mal
Kinig
1 Monat 2 Tage

man stelle Sich vor es hätte eine Fremdeinwirkung gegeben😱😱😱😱

wpDiscuz