Menschenmassen feierten den Start des neuntägigen Fests

Umstrittenes Sanfermín-Fest in Spanien eröffnet

Samstag, 06. Juli 2024 | 13:47 Uhr

Von: APA/dpa

Trotz neuer Proteste von Tierschützern findet in Pamplona eine weitere Ausgabe der ebenso berühmten wie umstrittenen Stierläufe statt. Das insgesamt neuntägige Sanfermín-Fest wurde um 12.00 Uhr vor Tausenden begeisterten Menschen mit dem traditionellen “Chupinazo”, dem Abfeuern einer kleinen Rakete vom Rathausbalkon aus, eröffnet. Die erste Stierhatz findet in der nordspanischen Gemeinde am Sonntag statt.

Die sogenannten Sanfermines sind dem Stadtheiligen San Fermín gewidmet und werden in der 200.000-Einwohner-Stadt der Region Navarra bereits seit Ende des 16. Jahrhunderts immer Anfang Juli gefeiert. Es gibt nicht nur Stierrennen und -kämpfe, sondern unter anderem auch zahlreiche Konzerte und Prozessionen sowie auch andere Veranstaltungen.

Die Stierhatz ist aber der Höhepunkt der Festivitäten: Zwischen dem 7. und dem 14. Juli werden in der Früh jeweils sechs zum Teil über 600 Kilogramm schwere Kampfbullen und auch mehrere Leitochsen von Hunderten Menschen für die Stierkämpfe am Abend durch enge Gassen in die Arena gejagt. Bei den Mutproben der vorwiegend jungen Läufer über die 875 Meter lange Strecke gibt es jedes Jahr mehrere Verletzte.

Am Freitag protestierten die Tierschutzorganisationen PETA und AnimaNaturalis in Pamplona gegen das wilde Spektakel, das sie als “mittelalterliche Grausamkeit” bezeichnen. Sie fordern ein Ende aller blutigen Stierkämpfe. Einige Demonstranten gingen am Pranger angekettet, trugen Hörner und hatten sich Gesichter und Hände mit roter Farbe bemalt. Diese soll das Blut der rund 20.000 Stiere symbolisieren, die jedes Jahr bei den verschiedenen Veranstaltungen mit jahrhundertelanger Tradition in Spanien getötet werden.

Der Unmut und die Proteste nehmen in der Tat seit Jahren zu. Auf der anderen Seite genießt die blutige Fiesta in der Region Navarra bei überzeugten Fans Hochkonjunktur. Im vergangenen Jahr wurden nach amtlichen Angaben insgesamt 1,5 Millionen Teilnehmer gezählt – ein Rekord. Dieses Jahr meldeten die Hotels schon Tage vor dem Fest eine durchschnittliche Auslastung von 90 Prozent, Ferienwohnungen waren zu normalen Preisen nicht mehr zu bekommen.

Die Besucher kommen aus den verschiedensten Regionen Spaniens und aus aller Welt, insbesondere aus den USA. Über Pamplona schrieb der US-Schriftsteller Ernest Hemingway in seinem ersten größeren Roman “Fiesta” (1926).

Kommentare

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18 Kommentare auf "Umstrittenes Sanfermín-Fest in Spanien eröffnet"


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meteora
meteora
Neuling
15 Tage 3 h

“gegen etwas sein” lautet die heutige Devise.. Nur wer sich einen Stierkampf angesehen hat und das Gesamte betrachtet (z.B. wie die Stiere bis zum Kampf Leben), kann objektiv entscheiden, ob es Tierquälerei ist oder nicht. 20.000 Stiere, die ein freies Leben haben und im Kampf voller Adrenalin sterben, haben viel mehr Glück als Millionen anderer Tiere die in der Massentierhaltung leben oder einer Seuche zum Opfer fallen.

Trixie77
Trixie77
Grünschnabel
15 Tage 3 h

@meteora
Bin gegen der Haltung der Tiere zur Belustigung und als Nahrung. Aber die Scheinheiligkeit der Kommentatoren die diese Tierquälerei kritisieren und gleichzeitig ein Stücke Kuh oder Kalbfleisch essen sind unter aller S..

Sag mal
Sag mal
Kinig
15 Tage 17 Min

Es ist Tierquälerei .Wer Sich so etwas auch noch anschaut ist in m Augen pervers .

Sag mal
Sag mal
Kinig
15 Tage 16 Min

meterora Alles klar wo Du Adrenalin holst.Pfui…..

Roby74
Roby74
Universalgelehrter
14 Tage 19 h

@Trixie77
Bei artgerechter Haltung,ein schönes Tierleben und dann einen kurzen,
stress -und schmerzfreien Tod….habe ich keine Probleme damit Tiere und deren Fleisch zu essen☝🏻❗😉

Roby74
Roby74
Universalgelehrter
14 Tage 19 h

@meteora
Ach ja 🤔❓Muss ziemlich entspannend sein für ein armes Tier,kurz vor dem Tod noch gehetzt,in Panik getrieben und verängstigt zu werden 😖🙄😤🤦🏼‍♂️❗
😠😡🤬

65Wendi
65Wendi
Tratscher
14 Tage 5 h

@Trixie77 die Scheinheiligkeit /Doppelmoral nervt mich auch ,denn auch der Vegetaria beutet das Tier aus,selbst der Veganer nimmt Tieren ein Lebensraum wenn man bedenkt wieviel gerodet wird um riesige Flächen für die Nahrungsmittel Industrie herzustellen, deshalb finde ich nichts verwerflich daran Fleisch zu essen (wir gehören genauso zur Nahrungskette Wie Wolf und co) ,aber weil wir einen Verstand besitzen sollten,sollte nur Fleisch von Tieren die Artgerecht leben und ohne unnötigen Leid beim töten zu verursachen, auf unseren Speiseplan landen.

Trixie77
Trixie77
Grünschnabel
14 Tage 57 Min

@roby
Eine Tötung ist nie artgerecht oder human. Das kann man drehen und wenden wie man will

sophie
sophie
Kinig
15 Tage 4 h

Dieser Stierhatz besser gesagt Tierquälerei sollte schon längst der Vergangenheit angehören.

Homelander
Homelander
Universalgelehrter
15 Tage 3 h

Stierrennen und Stierkämpfe sollte es schon lange nicht mehr geben… eines der grössten Tierquelereien überhaupt… ich wünsche den Stieren alles gute und hoffe dass bei dem Stierrennen einige die wut der Stiere zu spüren bekommen…

info
info
Universalgelehrter
14 Tage 21 h

hast ja recht, dass das sinnlose Veranstaltungen sind, aber was du anderen schon wieder einmal wünschst, ist ja auch nicht ganz koscher

Dagobert
Dagobert
Kinig
14 Tage 16 h

@info
Mir tuet a koanr vo de Spinner load, im Gegntoal, muess immer awien schmunzeln!

Homelander
Homelander
Universalgelehrter
12 Tage 21 h

info@ warum? keiner der hier verletzt wir, tut mir im geringsten nicht leid… wer böses säät, soll böses ernten… ganz einfach…

Blasius
Blasius
Superredner
15 Tage 17 Min

Abartig bis bescheuert.
Weil gefährlich.

So ist das
14 Tage 6 h

Stimmt. Und dazu ist diese Tierquälerei einem Heiligen gewidmet. 😳

Sag mal
Sag mal
Kinig
15 Tage 19 Min

Diese Mentalität hatt absolut kein Gefühl bei Tieren.

Dragon23
Dragon23
Grünschnabel
15 Tage 21 Min

Diesbezüglich gib i in die Tierschützer volle Zustimmung! Bär und Wolf konn i ihre Einstellung net vertreten.. 

Selbstbewertung
Selbstbewertung
Universalgelehrter
14 Tage 22 h

Es stimmt, dass Tierwohl auch bei der heutigen Massenzierhaltung eindeutig zu kurz kommt. Beides ist tragisch. Trotzdem sehe ich einen Unterschied in der Motivation: einmal geht es um Ernährung, das andere Mal um Nervenkitzel, Unterhaltung, Lust am Töten! Das heißt für mich keineswegs, dass beim Tierwohl zur Lebensmittelproduktion weggeschaut werden soll. Auch hier gibt es natürlich enormen Handlungsbedarf. Aber das Eine mit etwas noch Schlimmerem zu vergleichen ist stets eine Entschuldigung und Rechtfertigung zum Nichtstun.

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