Von: apa
Die globalen Drogenmärkte befinden sich in rasantem Wandel. Technologie, neue Drogenarten und Instabilität eröffnen Drogenhändlern neue Möglichkeiten, schreibt das UNO-Drogenbüro (UNODC) mit Sitz in Wien in seinem am Freitag veröffentlichten Jahresbericht. “Wir haben einen beispiellosen Anstieg neuer Drogenarten auf dem Markt beobachtet, und besorgniserregenderweise sind einige davon wirksamer oder gefährlicher als zuvor”, betonte UNODC-Exekutivdirektorin Monica Juma.
“Wir spüren die Folgen bereits: Millionen vorzeitiger Todesfälle und unnötig verlorene gesunde Lebensjahre; Drogenhandelsnetzwerke, die die Wirtschaft verzerren; die Zerstörung von Leben, Gemeinschaften und Existenzen; und die zunehmende Unsicherheit und Gewalt. Die Notwendigkeit, organisierte Kriminalitätsgruppen zu bekämpfen, war noch nie so groß”, sagte Juma in einer Aussendung zu dem Bericht.
Laut dem Bericht gab es 2014 geschätzt rund 492.000 Drogentote weltweit. Darunter starb der Großteil durch indirekte Folgen wie Gewalt, Unfälle und Krankheit sowie rund 172.500 durch direkte Folgen wie eine Überdosis.
331 Millionen Menschen nehmen Drogen
Schätzungsweise 331 Millionen Menschen weltweit haben im Jahr 2024 Drogen konsumiert, das entspricht 6,2 Prozent der Weltbevölkerung im Alter von 15 bis 64 Jahren. 2014 waren es noch 5,2 Prozent. Cannabis ist mit 256 Millionen Konsumenten im Jahr 2024 mit Abstand die am weitesten verbreitete Droge, gefolgt von Opioiden (63 Millionen), Amphetaminen (32 Millionen), Kokain (25 Millionen) und Ecstasy (21 Millionen).
Drogenhersteller entwickeln ständig neue synthetische Drogen, um Vorschriften zu umgehen und nicht entdeckt zu werden, betont das UNDOC. Bei Beschlagnahmungen im Jahr 2024 wurden fünfmal so viele Drogenarten gefunden wie vor dem Jahr 2000. Die Zahl der neuen psychoaktiven Substanzen (NPS), die auf den Drogenmärkten im Umlauf waren, erreichte die Zahl 755, wobei 118 dieser Substanzen 2024 erstmals gemeldet wurden.
Starkes Plus bei Cannabis und Kokain
Die Zahl der Cannabiskonsumenten ist im vergangenen Jahrzehnt um 40 Prozent gestiegen. Die Verbreitung des Konsums in der Bevölkerung im Alter von 15 bis 64 Jahren nahm damit von 3,8 Prozent im Jahr 2014 auf 4,8 Prozent im Jahr 2024 zu. Auch die Cannabisbeschlagnahmungen erreichten 2024 einen historischen Höchststand. Cannabisproduktion, -handel und -konsum entwickeln sich stetig weiter, vermutlich auch aufgrund der sich wandelnden Wahrnehmung der Droge, die zeitgleich mit der Legalisierung oder Entkriminalisierung in vielen Ländern, insbesondere in Nordamerika, stattfand, heißt es in dem Bericht.
Bei Kokain könnte das Wachstum des Angebots die Nachfrage bald übersteigen, wurde weiters betont. Die Kokainproduktion wuchs auch 2024 weiter und hat sich in den vergangenen zehn Jahren mehr als vervierfacht.
Wendepunkt auf dem Opioidmarkt
Das 2022 in Afghanistan verhängte Drogenverbot hat die illegale Produktion von Opium und Heroin weiterhin stark eingeschränkt. Obwohl die Produktion in Myanmar von 420 Tonnen im Jahr 2021 auf über 1.000 Tonnen im Jahr 2025 anstieg, gleicht dieser Anstieg die Rückgänge in Afghanistan nicht aus. Afghanistan hatte 2022 mehr als 6.000 Tonnen Opium produziert.
Die zunehmende Verfügbarkeit neuartiger synthetischer Opioide wie Fentanyl, Nitazen und Orphin auf dem Markt deutet laut UNDOC darauf hin, dass Drogenhändler nach Alternativen zu Heroin suchen. Der Methamphetaminmarkt ist zudem mittlerweile global – neue Schmuggelrouten und die Ausbreitung der Produktion haben neue Märkte für die Droge geschaffen, insbesondere im Nahen und Mittleren Osten, in Afrika und Teilen Europas. Die Beschlagnahmungen steigen durchschnittlich um 13 Prozent pro Jahr.




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