Von: mk
St. Ulrich – Neben dem Fall der tot aufgefunden Urlauberin Sabine Rockel (64) aus Deutschland ist man in Gröden noch mit einem weiteren Vermisstenfall beschäftigt. Vom 28-jährigen Studenten Huang Peng aus China fehlt seit 21. Jänner jede Spur. Bergretter samt Hubschrauber und die Finanzpolizei führen eine Suchaktion durch und durchkämmen die Gegend um St. Ulrich.
Der junge Mann, der ein Austauschsemester an der Universität Tuscia im Latium absolviert, hatte einen Urlaub in den Dolomiten gebucht. Zuletzt war er in St. Ulrich gesehen worden. Die Ermittlungen der Carabinieri konzentrierten sich zunächst deshalb auf diesen Ort.
Wie sich herausstellte, hatte der 28-Jährige allerdings wenige Tage vor seinem Verschwinden Daten auf Google Maps konsultiert. Demnach interessierte er sich für die Route zur Regensburger Hütte auf der Cislesalm. Als Startpunkt hatte er die Bergstation der Bahn auf die Seceda gewählt.
Die Einsatzkräfte schließen nicht aus, dass der 28-Jährige sich bei einem Ausflug in den Dolomiten verirrt haben könnte. Der junge Mann spricht nicht gut italienisch und kennt auch die Gegend kaum. Schlechte Wetterbedingungen und Schneefälle haben zuletzt die Suchaktion behindert. Der Neuschnee hat möglicherweise auch Spuren auf Wegen und Wald zugedeckt.
Die chinesische Botschaft in Rom nahm unterdessen Kontakt zu den lokalen Behörden auf. Die Finanzpolizei verfügt zwar über Mittel, um das Handy des Austauschstudenten vom Hubschrauber aus zu orten, das Smartphone von Huang Peng ist jedoch seit acht Tagen ausgeschaltet.
Am Freitagabend wurde in der Sendung “Chi l’ha visto?” auf RAI3 über den Fall berichtet. Freunde des 28-Jährigen beschreiben ihn als schüchtern und zurückhaltend. Huang Peng ist 1,70 Meter groß und mager.
Wie die Freunde erklärten, soll er in Gröden in einem Bed & Breakfast-Betrieb untergekommen sein. Laut Auskunft der Carabinieri hätte er am 21. Jänner auschecken sollen. Weil er den 28-Jährigen allerdings nicht erreichen konnte, hatte der Besitzer der Unterkunft die Behörden informiert. Zunächst hatte er befürchtet, dass es sich bei dem Studenten um einen Zechpreller handeln könnte.
Doch mit dem Verstreichen der Zeit stiegen auch die Sorgen – vor allem für die Angehörigen, die sich derzeit immer noch in China aufhalten und in Kontakt mit den zuständigen Stellen in Italien stehen.
Die Wetterbedingungen sollen sich in den kommenden Tagen bessern. Die Hoffnung besteht, dass dies die Suche begünstigt.




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