57 Angestellte SARS-CoV-2-positiv – Tourismus leidet

Corona-Hotspot „Billionaire“: Flavio Briatore schwer erkrankt

Mittwoch, 26. August 2020 | 08:03 Uhr

Arzachena/Mailand – Der weltweit bekannte italienische Sport- und Industriemanager Flavio Briatore, der sich auch als Formel-1-Teamchef und Betreiber einer exklusiven Diskothek, des „Billionaire Club“ in Porto Cervo an der Costa Smeralda auf Sardinien, einen Namen gemacht hatte, wurde am Montag mit Symptomen einer Lungenentzündung in das Krankenhaus „San Raffaele“ von Mailand eingeliefert. Der Zustand des positiv auf den Coronavirus getesteten 70-Jährigen sei ersten Verlautbarungen zufolge „ernst“.

In der Zwischenzeit trafen auch die Ergebnisse der Abstriche, die nach der Schließung des „Billionaire“ und dem Auftreten der ersten fünf Corona-Fälle vorgenommen worden waren, ein. Unter den Angestellten der exklusiven Diskothek wurden nicht weniger als 52 weitere SARS-CoV-2-positive Fälle gefunden. Neben dem Corona-Hotspot im „Billionaire“ wurden an der Costa Smeralda in einem Campingplatz sowie in drei exklusiven Lokalen insgesamt vier weitere Corona-Ausbrüche entdeckt.

Facebook/Billionaire Porto Cervo

Die Nachricht schlug in der italienischen Öffentlichkeit ein wie eine Bombe. Der weltweit bekannte italienische Sport- und Industriemanager Flavio Briatore, der sich auch als Formel-1-Teamchef und Betreiber einer exklusiven Diskothek, des „Billionaire Club“ – zu deutsch „Club der Milliardäre“ – in Porto Cervo an der Costa Smeralda auf Sardinien, einen Namen gemacht hatte, wurde positiv auf das Coronavirus getestet und musste in der Folge mit ernsten Symptomen einer Lungenentzündung in das Mailänder Krankenhaus „San Raffaele“ eingeliefert werden.

Der Chef steckte sich an, nachdem sein Lokal, das „Billionaire“, sich zu einem großen Corona-Hotspot entwickelt hatte. Nach der Entdeckung von ersten fünf Fällen wurden unter den Angestellten der exklusiven Diskothek 52 weitere Corona-Fälle entdeckt.

Facebook/Billionaire Porto Cervo

Der Corona-Ausbruch im „Billionaire“ zeigt, dass die Entscheidung des zuständigen Bürgermeisters von Arzachena, Roberto Ragnedda, richtig gewesen war. Flavio Briatore hatte nach den von Roberto Ragnedda verfügten Einschränkungen des Nachtlebens in seiner Gemeinde, zu der auch Porto Cervo gehört, den Bürgermeister auf das Heftigste angegriffen. „So kann man nicht arbeiten, ich schließe“, so Briatore. In der Folge hatte der über Videos ausgetragene Schlagabtausch immer schärfere Züge angenommen, wobei sich Flavio Briatore in Aussagen wie „Arzachena kennen nur zwei Schafe“ verstiegen hatte. Zuletzt hatte Briatore auch verschiedene Virologen attackiert und sie beschuldigt, “Italien terrorisiert” zu haben.

Roberto Ragnedda hingegen hatte kühlen Kopf bewahrt und die Beweggründe für seine Verfügung dargelegt. Der Bürgermeister hatte gegenüber dem 70-jährigen Briatore nur süffisant angemerkt, dass die Verordnung „vor allem dem Schutz von älteren Leuten wie ihm“ diene.

Facebook/Billionaire Porto Cervo

Das „Duell“ mit dem berühmten italienischen Sport- und Industriemanager konnte der junge und mutige Bürgermeister in jedem Fall für sich entscheiden. Allerdings ist der Corona-Hotspot im Lokal von Flavio Briatore kein Einzelfall. Neben dem Ausbruch im „Billionaire“, wo zwischen den Angestellten und mit ihnen im Kontakt getretenen Personen bisher 63 Corona-Fälle festgestellt wurden, wurden weitere Corona-Hotspots entdeckt.

Facebook/Roberto Ragnedda

Nachdem vier heimkehrende Urlauber positiv getestet worden waren, wurden alle 150 Angestellten eines exklusiven Campingplatzes einem Corona-Test unterzogen. Schwer erwischte es auch den Inhaber eines weiteren bekannten Lokals der Costa Smeralda, des „Sottovento“. Der Mann musste mit gravierenden Covid-19-Symptomen in die Infektionsabteilung des Krankenhauses von Sassari aufgenommen werden, wo er derzeit von den Ärzten mit hohen Sauerstoffgaben behandelt wird. Das „Sottovento“, das aufgrund seines Restaurant- und Pianobarbetriebes als eines der wenigen Lokale der Costa Smeralda nach der Verordnung des Bürgermeisters noch offen geblieben war, wurde sofort geschlossen. Alle Mitarbeiter wurden Tests unterzogen und derweil in die Quarantäne überstellt.

Facebook/Santo Stefano Resort & Spa

Für die sardische Tourismuswirtschaft sind die Schlagzeilen – SüdtirolNews berichtete – über die Corona-Ausbrüche hingegen bitter. Laut den letzten Meldungen hagelt es erste Stornierungen. Die Sarden, deren Insel bisher als fast Corona-frei galt, fühlen sich als Opfer einer Medienkampagne. Sie weisen darauf hin, dass die nackten Zahlen – 463 aktive Corona-Fälle, wobei es sich in 34 Fällen um Neuinfektionen handelt – Sardinien auf italienischer Ebene noch immer als von der Coronaepidemie wenig betroffene Region ausweisen.

„Wir sind Opfer, nicht Corona-Verbreiter“, so viele Sarden. Ob ihre Stimmen aber auch gehört werden, steht in den Sternen.

Hier geht es zum Video.

 

Von: ka

Kommentare

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12 Kommentare auf "Corona-Hotspot „Billionaire“: Flavio Briatore schwer erkrankt"


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brunner
brunner
Superredner
1 Monat 5 Tage

Ja…die Party und Spassgesellschaft ist nun wohl vorbei….

Spiegel
Spiegel
Superredner
1 Monat 5 Tage

Schönes Wort die ” Spassgesellschaft”😉

Guennl
Guennl
Tratscher
1 Monat 5 Tage

Na dann viel Spaß!

falschauer
1 Monat 5 Tage

wer nicht hören will muss fühlen, um an etwas zu glauben….flavio hätte doch auf boris hören sollen

andr
andr
Universalgelehrter
1 Monat 5 Tage

Auch flavio wird erkennen müssen dass man mit Geld keinen corona Virus bestechen kann hier sprechen naturgesetze

meinungs.freiheit
meinungs.freiheit
Superredner
1 Monat 5 Tage

Sardinien ist eine sehr schöne Insel, wird von solchen Typen ausgebeutet und missbraucht. Mitleid für solche Menschen hält sich in Grenzen.

einervonvielen
einervonvielen
Tratscher
1 Monat 5 Tage

Alter schützt vor Torheit nicht 

Gudrun
Gudrun
Superredner
1 Monat 5 Tage

wie man sieht ” Geld geht vor Gesundheit “

Nik1
Nik1
Superredner
1 Monat 5 Tage

Ach der gute alte Flavio hat geglaubt ihm könne der fiese kleine Virus nix anhaben.

Paula
Paula
Tratscher
1 Monat 5 Tage
Es ist nie schön, wenn eine bis dahin virenfreie Region doch mal einholt. Und dass da auch der Tourismus darunter leidet, auf den die Sarden sicher auch angewiesen sind ist nachvollziehbar. Haben wir hier schon alles mitgemacht. Und ich zeige NICHT mit den Fingern auf Sardinien. Jeder Einzelne aus dem In- und Ausland möchte Urlaub machen. Und Sardinien ist eine tolle Insel. Wer das Virus mitgebracht hat, lässt sich sicher nicht mehr nachvollziehen und somit auch keinen Schuldigen ausmachen. Dass die Regeln nicht eingehalten werden und wurden können wir auch hier alle tagtäglich miterleben. ** Aber an Herrn Briatore gerichtet:… Weiterlesen »
andr
andr
Universalgelehrter
1 Monat 5 Tage

Ob reich oder arm dieses Virus ist nicht bestechlich

So ist das
So ist das
Universalgelehrter
1 Monat 4 Tage

Wer glaubt, vor dem Virus sicher zu sein und es gar abstreitet, wird hier eines besseren belehrt 🤔

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