Italienische Corona-Zahlen besorgniserregend, Südtirol „grüner Lichtblick“

Gimbe: Fast die Hälfte der versprochenen Impfdosen fehlt – VIDEO

Freitag, 19. März 2021 | 08:00 Uhr

Bologna – Die im Gesundheitsbereich tätige Forschungsstiftung „Gimbe“ hebt hervor, dass die italienische Impfkampagne nur schleppend vorankommt. Fast die Hälfte der ursprünglich bis Mitte März versprochenen Impfdosen ist aufgrund verschiedener Ursachen nicht rechtzeitig zur Verfügung gestellt worden.

Zugleich machen die Experten der angesehenen, in Bologna ansässigen Forschungsstiftung darauf aufmerksam, dass die italienischen Corona-Zahlen wieder besorgniserregend angestiegen sind und die Belegung der Plätze vieler italienischer Intensivstation die kritische Marke von 40 Prozent überschritten hat.

ANSA/LUCA ZENNARO

Südtirols Corona-Lage hingegen gehört in diesem insgesamt düsteren Bild zu den Lichtblicken. Nach Wochen, in denen die Provinz Bozen im Wochendiagramm stets im „roten Bereich“ eingetragen worden ist, ist Südtirol nun im „grünen Bereich“ – diesen kennzeichnen eine niedrige Inzidenz und ein geringer Anstieg der Neuinfektionen gegenüber der Vorwoche – zu finden.

Facebook/GIMBE

Die angesehene im Gesundheitsbereich tätige Forschungsstiftung „Gimbe“ schlägt Alarm. Die Experten der Forschungsstiftung stellen fest, dass im Wochenzeitraum vom 10. bis zum 16. März gegenüber der Vorwoche die neuen Fälle von 145.659 auf 157.677 in die Höhe geklettert sind. Auch die in diesem Zeitraum stetig wachsende Anzahl der aktuell positiven Fälle, jene der sich in häuslicher Isolation befindlichen Personen sowie jene der Todesopfer – die Zahlen sind jeweils von 478.883 auf 536.115, von 453.734 auf 506.761 sowie von 2.191 auf 2.522 angestiegen – werden von den Forschern der „Gimbe“ mit Sorge betrachtet. Noch besorgniserregender ist, dass in ganz Italien der Druck auf die Krankenhäuser kontinuierlich zunimmt. Die stationären Aufnahmen von Patienten mit Covid-19-Symptomen sind im beobachteten Zeitraum von 22.393 deutlich auf 26.098 angestiegen. Besonders der prozentual noch höhere Anstieg der auf den Intensivstationen betreuten Corona-Patienten – von 2.756 auf 3.256 – sollte laut den Wissenschaftlern der Forschungsstiftung den politischen Entscheidern zu denken geben. Den Berechnungen der Forscher zufolge hat in zehn Regionen die Belegung der Intensivstationen die kritische Marke von 40 Prozent überschritten.

Facebook/Alberto Zangrillo

Südtirols Corona-Lage hingegen gehört in diesem insgesamt düsteren Bild zu den Lichtblicken. Nach Wochen, in denen die Provinz Bozen im Wochendiagramm stets im „roten Bereich“ eingetragen worden ist, ist Südtirol nun im „grünen Bereich“ – diesen kennzeichnen eine niedrige Inzidenz und ein geringer Anstieg der Neuinfektionen gegenüber der Vorwoche – zu finden. Dies hat auch die Europäische Union dazu veranlasst, Südtirol nicht mehr als dunkelrot einzustufen.

Facebook/GIMBE

Der bisherige Verlauf der Impfkampagne wird hingegen von „Gimbe“ als wenig zufriedenstellend eingeschätzt. Eine große Menge der ursprünglich bis Mitte März vorgesehenen Impfdosen ist aufgrund verschiedener Ursachen nicht rechtzeitig zur Verfügung gestellt worden. Die bisher an die Regionen ausgelieferten 8.597.500 Impfdosen entsprechen kaum mehr als der Hälfte der geplanten Anzahl. Dies hat zur Folge, dass bisher nur 2.145.434 Millionen Personen – oder anders ausgedrückt 3,6 Prozent der Bevölkerung – die zweite Dosis erhalten und damit ihren Impfzyklus abgeschlossen haben.

👉 Il presidente della fondazione GIMBE Nino Cartabellotta presenta i numeri della pandemia e l'andamento delle vaccinazioni in Italia nella trasmissione di La7 #Omnibus. #covid19 #vaccini

Posted by GIMBE on Thursday, March 18, 2021

Zudem hat die Impfkampagne mit der vorsorglichen und vorübergehenden Suspendierung des Impfstoffs von AstraZeneca einen unvermeidlichen Rückschlag erlitten. „Nach dieser bedauerlichen Episode ist es abgesehen von der Zeit, die für die Organisation des Neustarts notwendig ist, nicht möglich, weder den Rückgang der allgemeinen Teilnahme an der Impfkampagne noch die Auswirkungen des individuellen Misstrauens gegenüber dem Vakzin von AstraZeneca abzuschätzen“, so das Fazit des Arztes und Präsidenten der angesehenen medizinischen Forschungsstiftung „Gimbe“, Nino Cartabellotta.

APA/APA (AFP)/FRED TANNEAU

Im gleichen Atemzug übt Nino Cartabellotta auch Kritik an der Kommunikationspolitik der Behörden, die laut seiner Ansicht „durch ihre impulsiven Entscheidungen, die eher politisch als wissenschaftlich motiviert gewesen sind, einen Bumerangeffekt erzeugt haben“.

Twitter/Nino Cartabellotta

In jedem Fall steht nach der Entscheidung der europäischen Arzneimittelagentur Ema, ihre Empfehlung, die Impfung mit dem Vakzin von AstraZeneca zu unterbrechen, wieder zurückzunehmen, und der erwarteten Aufhebung der Suspendierung durch die italienische Arzneimittelagentur Aifa der Beschleunigung der italienischen Impfkampagne auf geplante 500.000 Verabreichungen am Tag nichts mehr im Wege. Eine andere Frage ist, ob nach dem „Impf-Chaos“ um AstraZeneca das Vertrauen, das in den Augen vieler Italiener Schaden genommen hat, wieder zurückgewonnen werden kann.

Von: ka

Kommentare

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24 Kommentare auf "Gimbe: Fast die Hälfte der versprochenen Impfdosen fehlt – VIDEO"


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nuisnix
nuisnix
Universalgelehrter
24 Tage 1 h

Da rechnet wohl jemand mit den 100 Widmann-Betten???
Die kritische Marke von 40% haben wir schon länger nicht mehr unterschritten, so ehrlich sollten wir uns schon sein!
Vom Sanitätsbetrieb und von der Politik wird es uns ja bereits als Erfolg verkauft, wenn wir unter 50% sind…
Und diese täglichen Positiv-Zahlen wären noch vor einem Jahr auch eine einzige Katastrophe gewesen – jetzt plötzlich sind sie ein Lichtblick…

Man kann sich viel schönreden…

Gianna
Gianna
Grünschnabel
24 Tage 52 Min

Es hängt immer davon ab, wie was berechnet wird. Wenn man die Zahlen vom weiß eingestuften Sardinien mit denen von Südtirol vergleicht (natürlich auch die Anzahl der durchgeführten Tests), dann wäre Südtirol hellweiss. Aber stattdessen sind wir abwechselnd orange und dunkelrot…

eineins
eineins
Grünschnabel
24 Tage 37 Min

vor an Johr hobmer a nit 10.000 bis 15.000 Test amTog gemocht🤦‍♂️

Chrys
Chrys
Tratscher
24 Tage 42 Min

Es ist bezeichnend, wenn irgendjemand aus dem letzten Schlupfloch schreit, es ist alles schlecht hier in Suedtirol, jeder hat versagt, usw. dann erntet er 100derte “Daumen hoch”.
Wenn ein angesehenes Institut zertifiziert, das Suedtirol italienweit am besten da steht, dann erntet er Spott.
Ob da nicht vielleicht all die Möchtegern Experten vielleicht einmal das Beurteilen den wirklichen Experten überlassen sollten und vielleicht einsehen sollten, dass so schlecht unsere Sanität nicht da steht und so schlecht unsere LR nicht regiert hat.  
Freue mich aber auch schon fuer all die “Daumen unten”.

Kingu
Kingu
Tratscher
23 Tage 11 h

Es ist sehr einfach, sich besser zu sehen bei circa 1.5 Mrd. mehr Budget als Nordtirol und auch weit mehr als wie jede andere Provinz Italiens im Verhältnis zu der Bevölkerung. Wenn wir das Geld nicht hätten, dann keiner und ein Vergleich mit Apulien oder Rom lächerlich. Wenn wir uns nämlich mit Österreich, Deutschland und andere Staaten mit einem funktionierenden Sanitätssystem wie die Schweiz, dann sehen wir kein Licht. Beim BIP vergleichen wir uns ja auch nicht mit dem Balkan.

Untrlandlr
Untrlandlr
Neuling
24 Tage 48 Min

Sardinien isch weiss und mir terfn net amol for Gemeinde raus -_-

Musiker123
Musiker123
Neuling
24 Tage 1 h

nein, das kann nicht sein. Wir können doch nicht wirklich ohne flächendeckenden Impfplan aus der Krise kommen. 

Musiker123
Musiker123
Neuling
23 Tage 23 h

Ironie off

onassis
onassis
Tratscher
24 Tage 30 Min

Warum darf eigentlich ein Hotel in Lazise in Roter Zone geöffnet haben?

Staenkerer
23 Tage 23 h

letzten märz,april im tiefsten lockdown hot a a hotel im ort “offn” ghob, der cheff hot gsog des wor a sondergenehmigung um vertreter oder fohrern unterzubringen!

Trina1
Trina1
Universalgelehrter
23 Tage 21 h

onassis, weil sie ein Medikalcenter haben.Sollte dir eine Kleinigkeit weh tun, fahr hinunter 😉

ElenaBraunn
ElenaBraunn
Grünschnabel
23 Tage 23 h

Finds nur schade, dass die EU mit den Impfungen komplett verschlafen hat, sie ohne Konsequenzen davonkommen und die Bevölkerung dafür “bestrafen”…nur noch der Sommer oder ein Wunder an Liefermengen können uns noch “retten”. 

Immerhin siehts aber bei uns gut aus, aber bringen tut uns das wenig, wenn die restliche Welt zu hat 🙁

hundeseele
hundeseele
Superredner
23 Tage 23 h

Tja soviel zum Thema”Verantwortung” von Politikern(nämlich 0)

Staenkerer
24 Tage 28 Min

ohhhhh mannnnnnn
mir sein eindeutig de bla, bla, bla weltmeister …

Faktenchecker
23 Tage 21 h

Auch interessant:
“Tod von Corona-Leugner: Tansania vereidigt neue Präsidentin

Tansania hat eine neue Staatschefin. Vizepräsidentin
Samia Suluhu Hassan wurde in Daressalam als neue Präsidentin vereidigt
und ist somit die erste Frau, die das Amt bekleidet. Sie folgt auf John
Magufuli, der das Coronavirus geleugnet hatte und vorgestern gestorben war.”

Tirolisimo
Tirolisimo
Tratscher
23 Tage 21 h

Warum sollte uns das interessieren Hr Faktenchecker?
Solche Meldungen, über Coronaleugnern die gestorben sind, werden doch fast täglich durchs Medialedorf getrieben!
Hier eine liste von HUNDERTEN Prominenten u Politikern die an Corona gestorben sind, suchen Sie sich einen aus, u schlachten Sie es richtig Medial aus.
https://de.m.wikipedia.org/wiki/Liste_von_Todesopfern_der_COVID-19-Pandemie

Smirre15
Smirre15
Tratscher
23 Tage 22 h

Ich sehe schon die Selbstbeweihräucherung gewisser da wir jetzt laut irgendeiner Tabelle so gut da stehen 
daran können jetzt aber die immer ach so bösen Bürger nicht schuld haben 

primetime
primetime
Universalgelehrter
23 Tage 15 h

Ach irgendwas findet die immer

Neumi
Neumi
Kinig
23 Tage 23 h

AZ macht 35% der europäischen Impfungen aus, eigentlich gar nicht sooooo viel, aber einige Staaten haben aus Kostengründen mehr auf AZ gesetzt als andere und die sind jetzt die Verlierer.

Tirolisimo
Tirolisimo
Tratscher
23 Tage 21 h

Die die auf Astra-Zeneca gesetzt haben, sind deshalb die Verlierer, weil England nicht liefert obwohl 2 Werke NUR für die Eu produzieren sollen.
Das selbe Spiel wie die USA da wird der EU vorgegaukelt, es ist kein Liefer Embargo, sondern eine unternehmerische Entscheidung der Impfhersteller, da die Grundzutaten der Impstoffe aus China kommen, u deshalb Mangelware sind.
Flinten Uschi hat dazu ein eindringliches Statement gehalten.

Tirolisimo
Tirolisimo
Tratscher
23 Tage 22 h

Vielleicht kann ja der lustige Bastl aus Ö ein paar Dosen organisieren, er hat ja auch für die armen Ostländer was rausgeholt, od er spendiert aus dem 400.000 Impfdosenüberschuss von Ö was…

sophie
sophie
Universalgelehrter
23 Tage 23 h

Das sind ja ermutigende Aussichten 🤥🤥

wouxune
wouxune
Universalgelehrter
23 Tage 20 h

Jo,jo… sog i jo olm …mir die bestn💪🏻 🤦🏻‍♂️🙈

wouxune
wouxune
Universalgelehrter
23 Tage 11 h

Die versprochenen Hilfsgelder fehlen auch!!!!!

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