Süditalien bleibt Hotspot

Italien: Autodiebe lieben vor allem ein Modell

Sonntag, 28. Juni 2026 | 08:07 Uhr

Von: luk

Süditalien bleibt ein Hotspot für Autodiebe. Neue Daten zeigen: Der größte Teil der Fahrzeugdiebstähle in Italien konzentriert sich weiter auf wenige Regionen – und ausgerechnet dort, wo das Auto oft auch Arbeitsmittel ist, schlagen Banden besonders gern zu.

Laut dem LoJack-Dossier wurden in Italien im Jahr 2024 136.201 Fahrzeuge gestohlen, rund drei Prozent mehr als im Vorjahr. 78 Prozent aller Fälle entfielen auf fünf Regionen: Kampanien, Latium, Sizilien, Apulien und Lombardei.

Süditalien im Fokus

In Apulien zählt die Provinz Barletta-Andria-Trani mit 896,6 Diebstählen pro 100.000 Einwohner zu den am stärksten betroffenen Gebieten des Landes, gefolgt von Neapel und Foggia. Auch eine Polizeiermittlung aus Apulien zeigt, wie organisiert das Geschäft läuft: Dort wurde im Mai 2025 ein Autodiebstahlring ausgehoben, 25 Personen wurden festgenommen, gestohlene Wagen zerlegt und die Teile weiterverkauft.

Das Muster ist klar: Im Süden geht es oft nicht nur um den schnellen Komplett-Diebstahl, sondern um Verwertung in Einzelteilen. Genau das macht das Geschäft so lukrativ – und so schwer zu stoppen.

Diebe lieben den Panda

Bei den Modellen steht der Fiat Panda weiter an der Spitze der Diebstahlstatistik. 2024 wurden über 13.000 Exemplare gestohlen, danach folgen Fiat 500 und Lancia Ypsilon mit jeweils mehr als 5.000 Fällen. Auch Fiat Punto, Alfa Romeo Giulietta und mehrere SUV-Modelle wie Jeep Renegade, Fiat 500X, Range Rover Evoque und Jeep Compass tauchen weit vorne auf.

Warum gerade der Panda? Weil er verbreitet, begehrt und auf dem Schwarzmarkt leicht verwertbar ist. Dazu kommt: In Süditalien sind kompakte Stadtautos oft die praktischere Beute als große Luxusfahrzeuge.

Ein Geschäft mit System

Die aktuellen Zahlen zeigen, dass Autodiebstahl längst industriell organisiert ist. Moderne Täter arbeiten mit Schlüsselklonen, schnellen Demontagen und einem dichten Netz für den Teileverkauf. In Apulien wurden 2025 sogar Fahrzeuge auf Feldern versteckt gefunden, bevor sie offenbar weiter zerlegt oder verschoben werden sollten.

Für Autobesitzer in Süditalien heißt das: Vorsicht ist kein Luxus, sondern fast Pflicht. Denn gestohlen wird nicht nur, was teuer ist – sondern vor allem, was sich schnell und gewinnbringend wieder verwerten lässt.

Technologie allein reicht nicht aus

Auch moderne GPS-Systeme bieten keinen verlässlichen Schutz, denn professionelle Täter können Ortungssysteme inzwischen in kurzer Zeit außer Kraft setzen. Deutlich wirksamer sind zwar nicht abfangbare Funklösungen, doch diese sind teuer und damit meist nur für Flotten oder besonders gut ausgestattete Besitzer realistisch.

Ebenso irreführend ist die Annahme, Autodiebstähle passierten vor allem nachts oder in problematischen Vierteln: Immer häufiger schlagen die Täter mitten am Tag, in zentralen Straßen oder sogar auf viel frequentierten Parkplätzen zu. Klar ist deshalb auch: Ohne ein stärkeres politisches Signal bleibt der Markt für Autodiebe lukrativ. Die derzeitigen Strafen wirken kaum abschreckend, zumal organisierte Banden mit den Erträgen aus dem Diebstahlgeschäft weit mehr verdienen als ihnen im Fall einer Verurteilung droht.

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