Senkung des Wasserstands bringt Erstaunliches zu Tage

Norditalien: Vergangenheit taucht aus Stausee auf

Dienstag, 10. März 2026 | 10:25 Uhr

Von: luk

Cles – Ein ungewöhnlicher Anblick bietet sich derzeit am Stausee von Santa Giustina bei Cles im Trentino: Durch den abgesenkten Wasserstand sind alte Bauwerke wieder sichtbar geworden, die normalerweise unter der Wasseroberfläche liegen. Als erstes ist in diesen Tagen der sogenannte “Ponte dei Regai” aufgetaucht. Es ist eine steinerne Brücke aus der Mitte des 19. Jahrhunderts, die einst die Orte Dermulo und Sanzeno verband.

Facebook/Val di non

Der Stausee entstand erst in den 1950er-Jahren mit dem Bau der Santa-Giustina-Talsperre am Fluss Noce südlich von Cles. Mit der Flutung des Tales verschwanden damals Straßen, Höfe und mehrere Brücken unter Wasser. Sobald der Pegel – meist im Spätwinter oder Frühjahr – für Wartungsarbeiten abgesenkt wird, treten einige dieser historischen Bauwerke wieder ans Licht.

Zu den bekanntesten zählen neben dem Ponte dei Regai auch der mittelalterliche „Ponte della Mula“ sowie der sogenannte „Ponte Alto“. Sie liegen normalerweise vollständig auf dem Grund des Sees, können aber bei niedrigem Wasserstand teilweise wieder besichtigt werden.

Das Schauspiel ist kein einmaliges Ereignis: Fast jedes Frühjahr tauchen die „versunkenen Brücken“ wieder auf und erinnern daran, wie die Landschaft der Val di Non vor dem Bau der rund 150 Meter hohen Staumauer aussah – mit Wegen, Schluchten und kleinen Verbindungen zwischen den Dörfern, die heute unter dem Wasser verborgen sind.

Besonders gut zu sehen ist der Ponte dei Regai derzeit von der Uferzone Plaze bei Dermulo, wo die massive Steinbrücke noch erstaunlich gut erhalten ist und zu einem beliebten Fotomotiv geworden ist.

Facebook/Val di non

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