Von: ka
Rom – Seit im Israelitischen Krankenhaus in Rom Ende Juni aus dem Kühltresor 80 Ampullen mit Fentanyl – einem extrem starken synthetischen Opioid, das in der Medizin als hochwirksames Schmerz- und Narkosemittel eingesetzt wird – verschwunden sind, herrscht in der Ewigen Stadt Alarmstimmung, denn aus dieser Menge ließen sich rund 20.000 Einzeldosen herstellen.
Es wird vermutet, dass es sich um einen Auftragsdiebstahl mit dem Ziel des Weiterverkaufs auf dem Schwarzmarkt handelt. In der römischen Regierung, in der eilig eine Krisensitzung einberufen wurde, ist die Sorge groß, dass diese „Schwemme” auf dem Drogenmarkt unter den Abhängigen zu einer Welle von Drogentoten führen könnte. Deshalb wird fieberhaft nach den Urhebern des Diebstahls und dem Verbleib der 80 Fentanyl-Ampullen gefahndet. In Regierungskreisen ist man über die Verantwortlichen im Israelitischen Krankenhaus verärgert, denn die Sicherheitsvorkehrungen waren äußerst lasch.

Es ist offensichtlich, dass die Sicherheitseinrichtungen versagt haben, denn aus dem Tresor der Apotheke des Israelitischen Krankenhauses in Rom sind 80 Ampullen Fentanest, ein Anästhetikum auf Fentanyl-Basis – auch bekannt als die „Zombie-Droge” – verschwunden. Der Diebstahl erfolgte in zwei Etappen: Zunächst verschwand das Medikament am 22. Mai in großem Umfang. Am 24. Mai war der Rest der den Ärzten zur Verfügung stehenden Menge im Handumdrehen ebenso verschwunden. Der Vorfall löste im Palazzo Chigi Alarm aus und zog Ermittlungen der Carabinieri von Rom und der Sonderabteilung NAS der Hauptstadt nach sich, die von der Staatsanwaltschaft koordiniert werden.
Um den Zeitpunkt des Diebstahls von 80 Ampullen Fentanyl im Wert von mehreren zehntausend Euro zu rekonstruieren, muss zunächst der Lieferzeitpunkt ermittelt werden. Dies ist ein entscheidender Schritt in den Ermittlungen der Carabinieri, die gestern eine Inspektion in der Gesundheitseinrichtung durchführten, um unter anderem festzustellen, ob es einen Insider gab. Dabei wurden die Angaben in den Lieferregistern für Medikamente sowie in den Anwesenheitslisten des Personals überprüft und die Sicherheitsmaßnahmen Ende Juni in der Pförtnerloge und in der Apotheke, in der sich der Tresor befindet, untersucht.
Dieser wird mit einem Schlüssel geöffnet, der von den Sicherheitskräften verwahrt wird. Da der Kühltresor nicht aufgebrochen, sondern geöffnet und wieder verschlossen wurde und die Schlüssel – ein gängiges Modell, das in jeder Schlosserei leicht nachgemacht werden kann – am Ende der Schicht um 20.00 Uhr immer an die Sicherheitskräfte zurückgegeben wurden, deutet vieles auf eine Spur innerhalb des Krankenhauses hin. Es ist jedoch nicht auszuschließen, dass es sich dennoch um eine im Auftrag begangene Tat handeln könnte.

Es gibt noch keine konkreten Tatverdächtigen, aber offenbar stehen etwa zehn Mitarbeiter und zwei Sicherheitskräfte der Nachtschicht unter Beobachtung. Sie sind die Einzigen, die Zugang zu den Schlüsseln des Tresors haben. Zudem besteht der Verdacht, dass die Register nicht aktualisiert wurden. Die unter der Leitung der Staatsanwaltschaft gegen Unbekannt wegen Diebstahls und Drogenhandels ermittelnden Carabinieri haben das Bildmaterial der Überwachungskameras des Krankenhauses bereits gesichtet. Damit wollen sie nicht nur die Bewegungen von Mitarbeitern und Besuchern zwischen dem 22. und 24. Juni – den Tagen, an denen sich die Diebstähle ereignet haben sollen – überprüfen, sondern auch die Bewegungen in den Tagen davor. So soll festgestellt werden, ob die Diebe die Pförtnerloge und die Apotheke ausgekundschaftet haben.

Die Anzeige wurde am 24. Juni von der Krankenhausleitung erstattet. In diesem Zusammenhang laufen derzeit Überprüfungen, um festzustellen, ob es bei der Meldung des Diebstahls zu Verzögerungen gekommen ist.
Unterdessen haben die Ermittler am Wochenende einige Personen erneut befragt. Dazu zählen Mitarbeiter der Apotheke und des Sicherheitspersonals. Ziel war es, den Ablauf der Öffnung der Abteilung und der Ausgabe der Medikamente an die Bedarfsempfänger – einschließlich der Anästhesisten – sowie die anschließende Schließung der Räumlichkeiten und die Rückgabe der Schlüssel zu rekonstruieren.
Die Ampullen sind in einem dieser Momente verschwunden. Nun werden Parallelen zu ähnlichen Vorfällen untersucht, die sich in letzter Zeit in anderen Gesundheitseinrichtungen, auch in anderen Städten, ereignet haben. Die Besorgnis der Regierung bezieht sich nicht nur auf diesen Vorfall, der im vergangenen Monat von der Krankenhausleitung gemeldet wurde, sondern auf eine Reihe von Fällen aus Gesundheitseinrichtungen des Landes, in denen Fentanyl abhanden gekommen ist. Obwohl der im Jahr 2024 im Zuge des Notstands in den Vereinigten Staaten wegen der sogenannten „Zombie-Droge“ verabschiedete italienische Präventionsplan gegen den Missbrauch von Fentanyl und anderen synthetischen Opioiden klare Sicherheitsmaßnahmen vorsieht – von Tresoren über Räume mit gepanzerten Türen bis hin zu Überwachungskameras –, kam es zu den Diebstählen. In der Apotheke des Israelitischen Krankenhauses wurden diese Maßnahmen großteils missachtet, was von der Regierung kritisiert wurde.

In der römischen Regierung, in der eilig eine Krisensitzung einberufen wurde, ist die Sorge groß, dass diese „Schwemme” auf dem Drogenmarkt unter den Abhängigen zu einer Welle von Drogentoten führen könnte. „Wenn diese Ampullen auf den Markt gelangen, wird es viele Tote geben!“, warnt Giampaolo Nicolasi, der Leiter der Suchttherapieeinrichtung Comunità Incontro. Er erklärt, dass das enthaltene Opioid hundertmal stärker ist als Heroin und fügt hinzu: „Wer es nimmt, hat keine Zeit zu begreifen, dass es ihm schlecht geht!“







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