Überprüfungen laufen - Suchhunde im Einsatz

Beinahe-Tragödie am Gericht: Normalerweise arbeiten hier rund 150 Menschen

Donnerstag, 16. Juli 2026 | 13:52 Uhr

Von: mk

Bozen – Um 6.24 Uhr am Donnerstag, 16. Juli, meldeten Einsatzkräfte den Einsturz des Mitteltrakts des Gebäudes des Landesgerichts Bozen. Kurz zuvor waren die tragenden Pfeiler des Gerichtsgebäudes eingeknickt. Dadurch brach ein großer Teil des Gebäudes zusammen, darunter die Säle des Schwurgerichts und die vier darüberliegenden Stockwerke.

Im Gerichtsgebäude arbeiten normalerweise rund 150 Menschen. Zum Zeitpunkt des Einsturzes befanden sich jedoch nur sechs Reinigungskräfte im Gebäude. Eine Person erlitt leichte Kratzer. Die anderen fünf blieben unverletzt.

LPA/Fabio Brucculeri

2018 ist das Gerichtsgebäude vom Eigetum der Region Trentino-Südtirol ins Eigentum des Landes Südtirol übergegangen. Derzeit waren Arbeiten im Gange, um die Statik des Gebäudes zu verbessern.

“Das Wichtigste ist, dass keine Menschen zu Schaden gekommen sind. Es handelt sich um einen schweren Einsturz, der einen bedeutenden Teil des Gerichtsgebäudes betroffen hat”, betonte Hochbau- und Vermögenslandesrat Christian Bianchi. “Als Nächstes müssen wir prüfen, ob auch andere Gebäudeteile betroffen sind”, sagte Bianchi. Ein besonderer Dank gelte den Einsatzkräften, die rasch vor Ort waren, unterstrich der Landesrat. Die Untersuchungen müssten nun klären, wie es zu dem Einsturz kommen konnte, zumal gerade umfangreiche Arbeiten zur statischen Sicherung des Gebäudes durchgeführt wurden. “Das Wichtigste ist, dass es keine Schwerverletzte oder Todesopfer gibt”, hob Bianchi hervor.

Die zuständigen Behörden kontrollieren das Gebäude derzeit gemeinsam mit Suchhunden, um sicherzustellen, dass sich niemand mehr unter den Trümmern befindet.

LPA/Fabio Brucculeri

Bozens Bürgermeister Claudio Corrarati sagte: “Die Stadt ist über das Geschehene tief erschüttert. Wir stehen der Justiz nahe und rücken mit der Gerichtspräsidentin, dem Generalstaatsanwalt und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zusammen. Dieses Gebäude ist ein wichtiger Bezugspunkt für unsere Stadt. Ich möchte die gute Zusammenarbeit mit dem Land und allen beteiligten Institutionen hervorheben. Der Zivilschutz hat einmal mehr gezeigt, dass er auch in Notfällen bestens vorbereitet ist. Die nächsten Stunden werden entscheidend sein. Wir müssen klären, wie die Räume und Flächen künftig genutzt werden können. Jetzt gilt es, gemeinsam anzupacken und Lösungen zu finden.”

LPA/Fabio Brucculeri

Die Präsidentin des Landesgerichts Bozen, Francesca Bortolotti, betonte: “Wir können von einem Wunder sprechen, wenn man bedenkt, wann sich der Einsturz ereignet hat.” Jetzt gelte es zuerst, das Gebäude zu sichern. Danach müsse geklärt werden, wie die Arbeit des Gerichts weitergehen könne. Dabei werde auch geprüft, kurzfristig auf Homeoffice umzusteigen. Das Justizministerium arbeite bereits daran, den Gerichtsbetrieb aufrechtzuerhalten, so Bortolotti.

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Landeshauptmann Arno Kompatscher, der bereits am frühen Morgen auf dem Weg zu Arbeitsgesprächen in Rom war, betonte, dass man großes Glück im Unglück gehabt habe. “Es gab keine Schwerverletzten oder gar Tote, das ist momentan das Wichtigste. Alles andere wird sich beheben lassen. Wir haben bereits begonnen zu prüfen, welche Ersatzräumlichkeiten das Land der Justiz zur Verfügung stellen kann. Die zuständigen Ämter haben unverzüglich mit ersten Erhebungen begonnen.”

Bezirk: Bozen

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