Weniger Stau und bessere Luft durch empfohlene 100 Stundenkilometer

Dynamische Geschwindigkeitsregelung geht in letzte Testphase

Donnerstag, 15. Oktober 2020 | 12:19 Uhr

Bozen/Trient – Am 1. Oktober erfolgte der Startschuss für die letzte Phase des EU-Projekts BrennerLEC (Lower Emission Corridor), mit dem seit 2016 die dynamische Geschwindigkeitsregelung entlang der Brenner-Route getestet wird. Ziel ist, den Verkehrsfluss und die Luftqualität an der Brennerautobahn (A22) zu verbessern. Die Ergebnisse der vorangegangenen Projektphasen haben gezeigt, dass durch die dynamische Geschwindigkeitsregelung einerseits Kolonnenverkehr vermieden und damit die Reisezeit reduziert, andererseits aufgrund der geringeren Stickoxid- und CO2-Emissionen die Umweltbelastung wesentlich verringert werden kann.

BrennerLEC ist Teil des EU-LIFE-Programms für Umwelt und Klima und läuft noch bis September 2021. Projekt-Partner sind die Brennerautobahn AG, die koordinierende Funktion hat, die Südtiroler Landesagentur für Umwelt und Klimaschutz, die Umweltagentur des Trentino, die Universität Trient, NOI TechPark Südtirol und Cisma GmbH. In der vorerst letzten Projektphase werden nun entlang der Versuchsstrecke zwischen den Mautstellen Neumarkt/Auer und San Michele/Mezzocorona wiederum Tests in beiden Fahrtrichtungen vorgenommen.

Bewusstes Verhalten für den Klimaschutz

Das Projekt BrennerLEC diene der Sensibilisierung für ein umweltverträgliches Verkehrsverhalten, unterstreicht der Landesrat für Umwelt Giuliano Vettorato: “Damit wollen wir die Autofahrer, die auf dem Autobahnabschnitt Bozen-Trient unterwegs sind, darauf aufmerksam machen, wie sehr sich ihr Verhalten auch auf die Qualität unserer Atemluft auswirkt.” Die Sensibilisierungskampagne “Save the Air-Gemeinsam für eine bessere Luft”, die vor rund einem Jahr initiiert wurde, ziele ebenfalls darauf ab: “Die Bürger miteinzubeziehen und sie für den Schutz des Allgemeingutes Luft zu gewinnen, ist von großer Bedeutung. Denn gute Luft steht nicht unbegrenzt zur Verfügung”, sagt der Landesrat.

Empfohlene Geschwindigkeit: 100 Stundenkilometer

Auf die Geschwindigkeitsempfehlung von 100 Stundenkilometern werden die Autofahrer auf der Brennerautobahn mit dem Schild 100 km/h auf grünem Hintergrund aufmerksam gemacht. Dieser Hinweis wird an jenen Tagen und in jenen Stunden angezeigt, in denen die Drosselung der Geschwindigkeit die größten positiven Auswirkungen auf die Umwelt hat. Es hat sich nämlich gezeigt, dass bei einer Fahrtgeschwindigkeit von 100 Stundenkilometern weniger Schadstoffe in die Luft gelangen, weniger Treibstoff verbraucht wird, weniger Staus entstehen, sich die Fahrtzeiten verkürzen können und die Sicherheit auf der Straße steigt.

Gewinnspiel für Autofahrer

Vom 1. Oktober 2020 bis Ende September 2021 wird auch das Gewinnspiel für jene Autobahnbenutzer fortgesetzt, die mit einem umweltfreundlichen Fahrstil einen konkreten Beitrag zum Klimaschutz leisten möchten. “Ich lade alle ein, zum Wohle der Umwelt die Geschwindigkeitsbegrenzungen zur Reduzierung der Schadstoffemissionen freiwillig einzuhalten”, fordert Landesrat Vettorato zur Teilnahme auf. Der Wettbewerb wird über die App “Shelly” abgewickelt: Für jede Fahrt zwischen den Mautstellen Neumarkt-Auer und San Michele-Mezzocorona in beide Richtungen werden Punkte an die Autofahrer vergeben, wenn sie sich an die empfohlene Geschwindigkeit gehalten haben.

Alle weiteren Informationen zum BrennerLEC-Projekt finden sich unter brennerlec.life.

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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4 Kommentare auf "Dynamische Geschwindigkeitsregelung geht in letzte Testphase"


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Dublin
Dublin
Kinig
6 Tage 1 h

…hon olm gmoant, des griane Schild mit an 100er drauf hoasst, man muass mindestens 100 fohrn…
😋

Neumi
Neumi
Kinig
6 Tage 2 h

Dann gibt’s doch tatsächlich Fahrer, die denken, sie würden weniger Benzin verbrauchen/weniger Schadstoffe ausstoßen, wenn sie schneller fahren würden. “Dann dauert die Fahrt ja weniger lang.”

Faktenchecker
Faktenchecker
Universalgelehrter
6 Tage 2 h

Und dann über Immuni lästern?

Ars Vivendi
Ars Vivendi
Universalgelehrter
5 Tage 23 h

Sehr gute Sache, wenn sich die allermeisten Autofahrer daran halten. Alternative, allerdings nicht von heute auf morgen umsetzbar, wäre, nur noch Autos ab EURO 6 auf die Straßen zu lassen, verbessert die Luft und kurbelt die Autoindustrie an 🤣

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