Zukunft der EU-Fördermittel

EUSALP-Länder pochen auf Stärkung des Alpenraums

Donnerstag, 05. März 2026 | 15:05 Uhr

Von: mk

Bozen/Brüssel – Die Zukunft der EU-Förderpolitik ist  auch im Mittelpunkt eines zweiten Treffens in der Vertretung des Freistaates Bayern bei der EU in Brüssel gestanden, diesmal aus der Perspektive der Alpenländer und der Makroregionalstrategie EUSALP. Landeshauptmann Arno Kompatscher und Europaabgeordneter Herbert Dorfmann diskutierten mit Vertreterinnen und Vertretern der EUSALP-Regionen über die Sicherstellung von EU-Fördermitteln für den Alpenraum im Mehrjährigen Finanzrahmen 2028+.

Die Alpenregionen befürchten, dass im Zuge einer stärkeren Bündelung der EU-Fonds auf nationaler Ebene jene Regionen benachteiligt werden könnten, die wirtschaftlich besser aufgestellt sind. Gerade diese Regionen tragen jedoch ihrer Ansicht nach maßgeblich zur Innovationskraft, Wettbewerbsfähigkeit und ökologischen Transformation Europas bei.

Landeshauptmann Kompatscher verwies auf die besondere Rolle der Alpenregionen: “Der Alpenraum ist Modellregion für nachhaltige Entwicklung, Klimaschutz und grenzüberschreitende Zusammenarbeit. Damit wir diese Rolle weiterhin wahrnehmen können, brauchen wir auch in Zukunft direkten Zugang zu EU-Mitteln und verlässliche Budgetzusagen.”

Europaabgeordneter Dorfmann betonte, dass die makroregionalen Strategien wie EUSALP ein Erfolgsmodell der europäischen Integration darstellen: “Makroregionale Zusammenarbeit lebt von starken Regionen. Wenn Mittel ausschließlich über nationale Pläne verteilt werden, schwächt das die grenzüberschreitende Dynamik und die Eigenverantwortung der Länder.”

Die EUSALP-Vertreterinnen und -Vertreter sprachen sich daher klar dafür aus, dass im Zeitraum 2028–2034 alle Regionen – unabhängig von ihrem Entwicklungsstand – Zugang zu einem angemessenen, rechtlich abgesicherten Kohäsionsbudget erhalten. Nur so könne die territoriale Kohäsion in Europa gestärkt und die Wettbewerbsfähigkeit des Alpenraums nachhaltig gesichert werden.

Zudem führte Landeshauptmann Kompatscher in Brüssel Gespräche mit Kata Tüttö, Präsidentin des Europäischen Ausschusses der Regionen, sowie mit Thomas Wobben, Direktor für Legislativtätigkeit im Generalsekretariat des Ausschusses. Auch dabei stand die Rolle der Regionen bei der Verwaltung der europäischen Strukturfonds im Mittelpunkt. “Die Regionalpolitik soll von den Regionen gestaltet werden”, unterstrich Kompatscher bei den Treffen.

Bezirk: Bozen

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