Von: mk
Bozen – Der Südtiroler Heimatbund trauert um den 1933 geborenen ehemaligen Freiheitskämpfer Claudius Molling, der am 31. Dezember 2025 im Alter von 92 Jahren in Innsbruck verstorben ist. „Unser Beileid gilt besonders seiner Frau Herlinde“, schreibt Obmann Roland Lang in einer Aussendung.
Die Familie von Claudius Molling (Bildmitte) hatte enge Bezüge zu Südtirol: Der Großvater stammte aus Campill im Gadertal und zog nach Nordtirol. Seine Mutter wurde in Brixen als Tochter des Brauherrn Hugo Seidner geboren, heiratete den Offizier Alois Molling und kam so nach Innsbruck. Alois Molling, der Vater von Claudius, diente als Offizier im ersten Weltkrieg bis zu seiner schweren Verwundung bei den Tiroler Kaiserschützen.
Alois Molling kam 1945 aus der Tiroler Widerstandsbewegung als Mandatar in den Tiroler Landtag. Der berühmte verstorbene akademische Bildhauer, Maler und Restaurator hatte zusammen mit seiner Frau an der Planung und Vorbereitung der „Feuernacht“ von 1961 mitgewirkt, in der zahlreiche Hochspannungsmasten in Südtirol als Protest gegen die Fortsetzung der faschistischen Unterdrückungspolitik gesprengt worden waren.
Darüber hat seine Frau Herlinde dokumentarisch in ihrem Buch „So planten wir die Feuernacht“ berichtet.
Das Ehepaar Molling hatte in zahlreichen Fahrten nach Südtirol in ihrem Auto erhebliche Mengen Sprengstoff über die Grenze geschmuggelt. „Das war ein sehr mutiges Unterfangen in einer Zeit gewesen, in welcher die Carabinieri gefangene Südtiroler Freiheitskämpfer unbarmherzig folterten“, erklärt der Heimatbund.
Claudius Molling hatte zusammen mit seiner Frau auch an dem Betrieb des geheimen Untergrundsenders „Radio Freies Tirol“ mitgewirkt, welcher für das Recht der Südtiroler auf Selbstbestimmung eintrat.
Bis zu seinem Tod hat sich der Verstorbene zu der Forderung nach Selbstbestimmung bekannt, von welcher nicht abgewichen werden dürfe. Für seine Verdienste um die Landeseinheit wurde Claudius und seine Frau Herlinde 2012 zu Ehrenmitgliedern des Südtiroler Heimatbundes ernannt.




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