Von: APA/dpa
Im Krieg zwischen der Hisbollah im Libanon und Israel ist kein Ende in Sicht. Beide überzogen sich in der Nacht auf Donnerstag erneut mit gegenseitigen Angriffen. Nach Angaben eines israelischen Armee-Sprechers seien dabei rund 200 Raketen und 20 Drohnen aus dem Libanon abgefeuert worden. Im Libanon wurden nach Behördenangaben mindestens elf Menschen getötet. Die Hisbollah ihrerseits hatte zuvor mehrere Raketenangriffe auf Israel für sich reklamiert.
Die UNO-Beobachtermission UNIFIL meldete, dass rund 120 Geschosse von libanesischem Territorium abgeschossen worden seien. Es habe in der Nacht sieben israelische Luftangriffe und 120 Artilleriebeschüsse im Libanon gegeben. Beide Seiten wurden erneut dringend zur Deeskalation aufgerufen.
Auch an einer Küstenstraße in der Hauptstadt Beirut wurde ein Angriff gemeldet. Eine Drohne habe ein Fahrzeug getroffen, berichteten Augenzeugen. Dabei allein sind nach Angaben des Gesundheitsministeriums mindestens acht Menschen getötet und 31 weitere verletzt worden.
“Es gibt keinen sicheren Ort mehr”
In dem getroffenen Viertel Ramlet al-Baida leben derzeit Hunderte durch den Krieg vertriebene Menschen. Einige schlafen in Zelten. “Überall war Chaos”, berichtete einer von ihnen der Deutschen Presse-Agentur. Seine Frau und sein Kind seien verletzt worden. “Erst haben wir die Angriffe in den Beiruter Vororten gehört, dann kam der Angriff hier”, sagte er weiter.
Eine weitere Frau berichtete, sie sei aus ihrem Haus aus den Beiruter Vororten auf die Straße in Ramlet al-Baida geflohen. “Warum greifen sie jetzt auch hier an?”, fragte sie. “Es gibt keinen sicheren Ort mehr.”
Aus libanesischen Sicherheitskreisen hieß es, es handle sich um einen israelischen Angriff. Die Hisbollah gab an, dass bei dem Angriff einer ihrer Kommandeure getötet wurde. Das israelische Militär gab an, keine Informationen zu dem Drohnenangriff zu haben. Die Angelegenheit werde geprüft.
Israel droht Libanon mit Einnahme von Gebieten
Israels Verteidigungsminister Israel Katz drohte indes dem Nachbarland Libanon mit der Ausweitung des israelischen Armeeeinsatzes dort sowie mit der Einnahme von Gebieten. Sollte die libanesische Regierung nicht in der Lage sein, die pro-iranische Hisbollah-Miliz davon abzuhalten, auf Orte in Israel zu feuern, werde Israels Armee “das Gebiet einnehmen und die Sache selbst in die Hand nehmen”, sagte Katz bei einer Besprechung mit Armee- und Geheimdienstvertretern am Donnerstag.
Er habe den libanesischen Präsidenten Joseph Aoun diese Warnung überbracht. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu und Katz haben die Armee den Angaben zufolge bereits angewiesen, sich auf “eine Ausweitung ihrer Aktivitäten im Libanon vorzubereiten”.
Die vom Iran unterstützte Miliz sollte eigentlich gemäß einer Waffenruhenvereinbarung entwaffnet werden. Dies ist bisher nicht gelungen. Anfang März griff die Hisbollah in den Krieg zwischen Israel und Iran auf der Seite Teherans ein.




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