Warnungen aus Teheran

Iran droht den USA mit Zerstörung regionaler Energieanlagen

Donnerstag, 12. März 2026 | 21:29 Uhr

Von: APA/dpa/AFP

Die iranischen Revolutionsgarden warnen vor Angriffen auf den Energiesektor und die Häfen des Landes. Die Kommandozentrale der Garden erklärte laut Nachrichtenagentur Tasnim, der Iran werde im Fall des geringsten Angriffs die Öl- und Gasvorkommen der Region, an denen die Vereinigten Staaten und ihre westlichen Verbündeten ein berechtigtes Interesse haben, in Brand setzen und zerstören. Bereits am Mittwoch hatte Teheran Vergeltungsschläge für Angriffe auf Häfen angekündigt.

Sollte eine entsprechende US-Drohung umgesetzt werden, wäre nach seinen Worten kein Hafen oder Wirtschaftszentrum im Persischen Golf sicher, sagte Armeesprecher Abolfazl Shekarchi. Nach den Worten seines Sicherheitschefs Ali Larijani so lange gegen Angriffe verteidigen, bis die USA ihre “schwere Fehlkalkulation” bereuten, einen Krieg gegen die Islamische Republik begonnen zu haben.

“Einen Krieg zu beginnen ist zwar leicht, aber er lässt sich nicht mit ein paar Tweets gewinnen”, erklärte Larijani im Onlinedienst X mit Blick auf US-Präsident Donald Trump. Der Iran werde “nicht nachlassen”, bis die USA ihr Vorgehen bereuten.

Kontrollposten der Basij-Miliz in Teheran angegriffen

Nach eigenen Angaben flog die israelische Armee Angriffe gegen Kontrollposten der Basij-Miliz in Teheran. “In den vergangenen 24 Stunden (…) hat die israelische Luftwaffe Straßensperren und Basij-Mitglieder ins Visier genommen”, teilten die israelischen Streitkräfte am Donnerstag mit. Diese hatten laut eigenen Angaben beobachtet, dass die Miliz kürzlich Straßensperren in verschiedenen Teilen der iranischen Hauptstadt errichtet hatte.

Die israelische Armee warf der Basij-Miliz vor, für die “größten Akte der Repression” gegen die regierungskritischen Proteste im Iran verantwortlich zu sein. Bei der Basij-Miliz handelt es sich um eine Organisation von mehreren Millionen Freiwilligen, die überwiegend jüngeren Alters sind. Die Miliz ist organisatorisch mit den iranischen Revolutionsgarden verknüpft.

Bei der Niederschlagung der Massenproteste gegen die iranische Führung zu Jahresbeginn hatten die Basij-Miliz und die Revolutionsgarden eine zentrale Rolle gespielt. Dabei wurden Tausende Demonstranten getötet.

Iran laut Netanyahu “nicht mehr derselbe”

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu sagte Donnerstagabend, dass der Iran nach fast zwei Wochen gemeinsamer US-israelischer Angriffe “nicht mehr derselbe” sei. Die Revolutionsgarden und Basij-Kräfte hätten schwere Schläge erlitten, sagte Netanyahu bei seiner ersten Pressekonferenz seit Kriegsbeginn. Er spreche fast täglich mit US-Präsident Trump. Man wolle den Iran daran hindern, Atom- und Raketenprojekte unter die Erde zu verlegen. Israel könne Bedingungen für einen Regimewechsel schaffen, aber das iranische Volk müsse auf die Straße gehen.

Auf die Frage nach Irans neuem geistlichem Oberhaupt Mojtaba Khamenei und Hisbollah-Chef Naim Qassim sagte Netanyahu: “Ich würde keine Lebensversicherung für diese Führer abschließen.”

Die USA und Israel hatten am 28. Februar mit Luftangriffen gegen den Iran begonnen. Am ersten Kriegstag töteten sie den damaligen obersten Führer des Landes, Ayatollah Ali Chamenei, und weitere Mitglieder der iranischen Führung. Der Iran greift seitdem mit Raketen und Drohnen Israel sowie mehrere Golfstaaten und US-Einrichtungen in der Region an.

Kommentare

Aktuell sind 0 Kommentare vorhanden

Kommentare anzeigen