Von: APA/dpa/Reuters
Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben eine neue Angriffswelle im Iran gestartet. Es handle sich um Angriffe auf Ziele der iranischen Führung in Teheran, hieß es in einer Mitteilung der Armee. Nach israelischen Angaben war es die bisher zehnte Angriffswelle seit Kriegsbeginn am Samstag. Wie staatliche iranische Medien meldeten, waren in der Hauptstadt Teheran heftige Explosionen zu hören. Auch in Israel dauerten unterdessen iranische Raketenangriffe an.
Die israelische Armee teilte außerdem mit, ein israelischer Kampfjet des Typs F-35 (Adir) habe ein iranisches Trainingsflugzeug des Typs Jak-130 im Himmel über Teheran abgeschossen. Dies sei der erste Vorfall dieser Art.
Bereits zuvor hatten die Vereinigten Staaten ihre Angriffe auf den Iran massiv ausgeweitet. Dabei kommen die US-Streitkräfte am Mittwoch nach eigenen Angaben bei der Zerstörung iranischer Abwehrstellungen schneller voran als geplant. Die Führung in Teheran verschärfte den Konflikt ihrerseits mit der fortgesetzten Blockade der vor allem für den Ölhandel besonders wichtigen Straße von Hormuz, die den Persischen Golf mit dem Golf von Oman verbindet.
Der für den Einsatz zuständige US-Admiral Brad Cooper erklärte, die amerikanischen Streitkräfte kämen gut voran. “Vereinfacht gesagt konzentrieren wir uns darauf, Ziele abzuschießen, die uns abschießen können”, sagte er in einer Videoansprache. Nach US-Angaben sind 50.000 Soldaten, 200 Jets und zwei Flugzeugträger im Einsatz, weitere Verstärkung sei unterwegs.
Die iranische Luftabwehr sei stark geschwächt, die iranische Marine habe nach der Versenkung von 17 Schiffen keine operativen Einheiten mehr in den strategisch wichtigen Gewässern. Insgesamt seien mehr als 2.000 Ziele getroffen worden.
Teheran gleicht Geisterstadt
Nach jüngsten iranischen Angaben stieg die Zahl der Todesopfer auf 787. Darunter seien 165 Mädchen, die bei der Bombardierung einer Schule ums Leben gekommen seien. Die Hauptstadt Teheran gleicht Berichten zufolge einer Geisterstadt. “Welt, seht ihr das? Sie töten uns. Hört unsere Stimme”, sagte die Einwohnerin Firuzeh Seraj unter Tränen.
Trump verteidigte den Angriff als notwendig, da er das “Gefühl” gehabt habe, Teheran würde nach dem Scheitern der Atomgespräche angreifen. International stößt das Vorgehen auf gemischte Reaktionen. Deutschlands Bundeskanzler Friedrich Merz sagte nach einem Gespräch mit Trump am Dienstag in Washington, der Plan für einen politischen Wandel im Iran sei nicht ohne Risiko. Gleichwohl unterstütze er das Ziel, ein “schreckliches, terroristisches Regime” zu stürzen. Allerdings sehe er bisher keine Strategie für die zukünftige zivile Führung, sagte Merz nach einem nicht-öffentlichen Treffen mit dem US-Präsidenten.
Der französische Präsident Emmanuel Macron kündigte zwar die Entsendung eines Flugzeugträgers zur Sicherung des Seeverkehrs an, übte aber deutliche Kritik: “Die Vereinigten Staaten von Amerika und Israel haben beschlossen, militärische Einsätze zu starten – sie erfolgten ohne völkerrechtliche Grundlage, was wir nicht billigen können.” Bei dem Treffen mit Merz kritisierte Trump vor allem Spanien für dessen Weigerung, die Angriffe zu unterstützen. Auch über Großbritannien äußerte sich der US-Präsident enttäuscht.




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