Der Krieg in der Ukraine geht weiter

Kiew und Moskau beklagen Waffenruhe-Bruch

Sonntag, 10. Mai 2026 | 16:22 Uhr

Von: APA/Reuters

Russland und die Ukraine werfen sich gegenseitig eine Verletzung der von den USA vermittelten Feuerpause vor. Aus der Ukraine wird von neuen russischen Angriffen berichtet. In den vergangenen 24 Stunden habe es 147 Gefechte an der Front gegeben, teilte der ukrainische Generalstab am Sonntag mit. Zudem berichteten regionale Behörden von Toten und Verletzten unter der Zivilbevölkerung durch russische Drohnen- und Artillerieangriffe.

Das russische Verteidigungsministerium teilte am Sonntag laut der Nachrichtenagentur Interfax mit, die Ukraine habe russische Truppen mit Drohnen und Artillerie angegriffen. In den vergangenen 24 Stunden seien 57 ukrainische Drohnen abgeschossen worden. Russland halte die Waffenruhe zwar ein, habe aber auf die ukrainischen Angriffe reagiert. Dabei seien Mehrfachraketenwerfer und Mörser zum Einsatz gekommen.

In der südöstlichen Region Saporischschja seien ein Mensch getötet und drei weitere verletzt worden, erklärte Regionalgouverneur Iwan Fedorow. In den Regionen Charkiw, Cherson und Dnipropetrowsk gab es den örtlichen Behörden zufolge insgesamt 16 Verletzte, darunter vier Kinder, sowie Schäden an der Infrastruktur. Die ukrainische Luftwaffe teilte mit, Russland habe in der Nacht mit 27 Langstreckendrohnen angegriffen. Dies sei eine geringere Zahl als üblich. Die Luftabwehr habe alle Drohnen abgefangen.

USA vermittelten Waffenruhe

Russland und die Ukraine hatten am Freitag einer von den USA vermittelten Waffenruhe über drei Tage von Samstag bis Montag zugestimmt. Die Vereinbarung sollte zudem den Austausch von jeweils 1000 Kriegsgefangenen umfassen. Vertreter der ukrainischen Regierung äußerten sich zu möglichen Verstößen gegen diese Waffenruhe zunächst nicht öffentlich. Bereits in der vergangenen Woche hatten beide Seiten separate Feuerpausen angekündigt, sich jedoch kurz darauf gegenseitig beschuldigt, diese gebrochen zu haben.

Die von den USA vermittelten Bemühungen zur Beendigung des seit mehr als vier Jahren andauernden Krieges waren zuletzt ins Stocken geraten. Der russische Präsident Wladimir Putin hatte am Samstag erklärt, er denke, dass der Krieg sich einem Ende nähere. Zugleich brachte er den früheren deutschen Bundeskanzler Gerhard Schröder als möglichen Vermittler ins Gespräch. Dies wurde von der deutschen Bundesregierung am Sonntag als Scheinangebot zurückgewiesen.

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