"Immer weniger Landwirtschaft"

Kuenzer: „Pöder verunglimpft alle Bauern“

Mittwoch, 26. Juli 2017 | 18:58 Uhr

Bozen – Andreas Pöder von der Bürger Union hat in der Generaldebatte zum Nachtragshaushalt 2017 des Südtiroler Landtags alle Südtiroler Bauern und Bäuerinnen mit undifferenzierten Aussagen verunglimpft. Dies erklärt zumindest die SVP-Landtagsabgeordnete Maria Hochgruber Kuenzer.

Die Stellungnahmen des Kollegen könne sie nicht unwidersprochen stehen lassen, sagt Hochgruber Kuenzer. Die Landtagsabgeordnete bezeichnet die Aussagen ihres Kollegen für “durchaus ehrenrührig” und hält folgende Fakten entgegen.
Wie aus der letzten Landwirtschaftlichen Zählung des Landesinstituts für Statistik Astat zu entnehmen sei, haben im Erhebungszeitraum 2000 bis 2010 mehr als 3.000 Bauern die Bewirtschaftung ihrer Höfe aufgegeben. Seit 2010 stellen darüber hinaus im Schnitt 100 Bauernfamilien jährlich die Milchbewirtschaftung ein.

Der Tierbestand habe im Erhebungszeitraum um zwölf Prozent abgenommen – auch deshalb, weil es immer mehr Großvieheinheiten braucht, um eine Chance zu haben, mit am Hof zu überleben. Konnte man früher mit 20 Großvieheinheiten überleben, brauche es heute deutlich mehr.

Die durchschnittliche Fläche der Höfe betrage 11,9 Hektar, d.h. ohne Neben- oder Zusatzerwerb kann kein Bergbauernhof mehr überleben.

Mit 51 Prozent würden gerade mal die Hälfte aller landwirtschaftlichen Betriebe in Südtirol öffentliche Förderungen beziehen. Die gehen vorwiegend an tierhaltende und Bergbauernhöfe. „Betriebe in Tallagen der Obst- und Weinbauern erhalten keine Förderungen“, betont Kuenzer.

54.000 Mitglieder der bäuerlichen Familien und insgesamt 83.000 Personen arbeiten in der Landwirtschaft in Südtirol.

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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9 Kommentare auf "Kuenzer: „Pöder verunglimpft alle Bauern“"


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Grünschnabel
22 Tage 4 h

Wenn sich landwirtschaftliche Betriebe in Südtirol trotz extremer Steuervergünstigungen und massiver Subventionen vom Land und der EU nicht mehr rentieren, wird man diese wohl aufgeben müssen. 
Das wird früher oder später auch die Südtiroler Bauernlobby einsehen müssen. 

patriot
patriot
Tratscher
21 Tage 20 h

jo nocher kennen die hoteliers die wiesen mahnen 💪

Staenkerer
21 Tage 15 h

bleib ob. die froge wieviel von de aufgelossenen londwirtschoften in viel rentablere u leichter zu bewirtschoftende tourismushofburgen umgewiedmet wurden u. de wiesen, weil verpochtet, od. in baugrund umgewiedmet zusätzlich geld bringen … sell geat von den bericht nit außer

patriot
patriot
Tratscher
22 Tage 5 h

ach der pöder hot lei ongst vor die wohlen😂😂😂😂

steidler
steidler
Grünschnabel
22 Tage 4 h

Geb ich dir Recht. Wird ihm trotzdem nichts nützen, er pfeift nur mehr aus dem letzten Loch!

giftzwerg
giftzwerg
Superredner
22 Tage 5 h

Ordentlich gefördert werden meistens die großbauern .kleine werden zum aufgeben gezwungen. Kleine bauern haben die gleichen spesen wie die grossen, des konn net funktionieren

krakatau
krakatau
Superredner
21 Tage 15 h

Pöder hat schon recht. Wenn er unrecht hat dann veröffentlicht ganz einfach alle Beiträge die die Bauern erhalten und teilt sie durch die ganzen Betriebe (ca 20.000) auf dann kann sich jeder selbst ein Urteil bilden. Aber a l l e  Beiträge, die von der EU, vom Staat, von der Region, vom Land, Gemeinden und Fraktionen. Und auch die indirekten – wie z. B. der Anteil den die Kinder von Bauern am geförderten Wohnbau haben, oder am Gesundheitswesen, usw.

witschi
witschi
Universalgelehrter
21 Tage 17 h

die impfgegner bringen woll mehr stimmen

krakatau
krakatau
Superredner
16 Tage 12 h

Das Gejammer der Bauern und seiner Vertreter/innen ist einfach nur lächerlich. Im Frühjahr meldeten die Bauern Frostschäden mit dem Ausfall der Ernte von 100 %, Danach wurde 100 % vom Hagel vernichtet, und noch einmal 100 % wegen Trockenheit. Also Ernteausfälle von 300 ! Prozent. Es wird aber trotzdem wieder eine gute Apfelernte prognostiziert, etwas weniger Menge dafür aber bessere Qualität und bessere Preise.

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