Von: APA/Reuters/dpa
Bei russischen Drohnen- und Raketenangriffen sind in der Nacht auf Dienstag in der Ukraine mehrere Menschen getötet worden. In Saporischschja gab es einen Toten und fünf Verletzte, teilte Regionalgouverneur Iwan Fedorow mit. Bei den schweren Angriffen seien u. a. Wohnhäuser, ein Hotel und Industrieanlagen beschädigt worden. In der Region Poltawa starben nach Behördenangaben zwei Menschen, elf weitere wurden verletzt. Bei einem Drohnenangriff auf einen Zug kam ein Fahrgast um.
Der Zug befand sich laut der örtlichen Staatsanwaltschaft an einem Bahnhof in dem Dorf Slatyne in der Region Charkiw. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte kurz zuvor unter Berufung auf Geheimdienstinformationen vor einem unmittelbar bevorstehenden Großangriff Russlands gewarnt. In fast der gesamten Ukraine gilt nach Angaben von ukrainischen Behörden wegen russischer Angriffe Raketenalarm. In allen Regionen außer Odessa wurde der Luftalarm ausgelöst, wie die ukrainischen Behörden Dienstagfrüh mitteilten.
Die Ukraine ist nach Angaben ihrer Luftwaffe in der Nacht mit insgesamt 392 Drohnen und 34 Raketen aus Russland angegriffen worden. Der Flugabwehr sei es gelungen, 25 Raketen und 365 Drohnen abzuschießen oder zu “neutralisieren”.
Ukraine griff Ziele auf der Krim an: zwei Tote bei Explosion
In der Hafenstadt Sewastopol auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim wurden in der Nacht bei einer schweren Explosion in einem Wohnhaus nach offiziellen Angaben zwei Menschen getötet. “Weitere acht Menschen wurden verletzt, die Ärzte leisten ihnen alle nötige Hilfe”, schrieb Gouverneur Michail Raswosschajew auf Telegram. Die Ursache der Detonation werde noch untersucht. Die Wucht der Explosion hat Behördenangaben nach zu einem Teileinsturz des Gebäudes geführt. Auch ein Nachbarhaus wurde in Mitleidenschaft gezogen und daher ebenfalls evakuiert.
In der Nacht gab es ukrainische Drohnenangriffe auf die Krim. Auch in Sewastopol selbst wurde Luftalarm ausgelöst. Es ist allerdings unklar, ob die Drohnen die Explosion ausgelöst haben. Sewastopol gilt als strategisch wichtiger Hafen mit einer Reihe von Militärobjekten. Die Krim dient dem russischen Militär als Nachschubbasis für den Krieg vor allem im Süden der Ukraine.
Russische Angriffe auf die Energieinfrastruktur in der Ukraine wirkten sich indes auf die benachbarte Republik Moldau aus. Die wichtigste Stromverbindung zwischen dem Land und Europa sei gekappt, teilte Staatspräsidentin Maia Sandu auf X mit. “Es gibt alternative Routen, aber die Lage bleibt fragil. Russland allein ist dafür verantwortlich.”
Ukrainische Sabotageakte und Anschläge in Moskau befürchtet
Der russische Inlandsgeheimdienst FSB, die Polizei und die Nationalgarde in Moskau wurden am Dienstag in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt, wie die staatliche Nachrichtenagentur RIA berichtete. Grund seien Hinweise, wonach die Ukraine Sabotageakte und Angriffe auf Regierungsvertreter, Angehörige des Verteidigungsministeriums und Polizisten plane. In dem seit vier Jahren andauernden Krieg haben beide Seiten immer wieder Ziele weit hinter der Front angegriffen. Dabei setzten sie Drohnen und Sabotageeinheiten ein, um Menschen zu töten und kritische Infrastruktur zu attackieren.




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