Iranische Rakete über Israel

Mehrere Verletzte in Tel Aviv nach iranischem Raketenangriff

Dienstag, 24. März 2026 | 08:35 Uhr

Von: APA/AFP/dpa/Reuters

Bei einem iranischen Raketenangriff auf Israel hat es in der Küstenmetropole Tel Aviv laut Sanitätern am Dienstag in der Früh mehrere Einschläge gegeben. An vier Einschlagsorten seien sechs Menschen verletzt worden, berichtete der Rettungsdienst Magen David Adom laut dem Nachrichtenportal “ynet”. In Tabriz im Iran wurden indes bei der Bombardierung eines Wohnviertels mindestens sechs Menschen getötet. Seit über drei Wochen führen Israel und die USA Krieg gegen den Iran.

Neun weitere Menschen seien bei dem Luftangriff in der nordwestlichen Stadt Tabriz verletzt worden, berichteten iranische Medien übereinstimmend. Betroffen war ein Viertel im Norden sowie ein Platz im Südwesten der iranischen Millionenmetropole. Nutzer in den Sozialen Medien berichteten von schweren Explosionen in der Großstadt, die sich gegen 02.00 Uhr nachts vor Ort ereigneten.

Vollständige Opferzahlen aus dem Iran liegen nicht vor. Seit mehr als zwei Wochen veröffentlichen die Behörden keine Statistiken zu Kriegstoten mehr. Nach Angaben des in den USA ansässigen Menschenrechtsnetzwerks HRANA wurden mehr als 3.200 Tote verifiziert, darunter mindestens 1.400 Zivilisten.

Explosionen, Rauch und Gebäudeschäden

Nach Polizeiangaben handelte es sich in Tel Aviv um den Einschlag von Raketentrümmern. Videoaufnahmen zeigten, wie an einem Ort Rauch aufstieg. Einwohner der Stadt berichteten, sie hätten starke Explosionsgeräusche gehört. Vorher hatte es in der Mittelmeerstadt erneut Raketenalarm gegeben. Magen David Adom veröffentlichte ein Video eines beschädigten Gebäudes. Außerdem wurde mitgeteilt, dass es bei dem Vorfall keine Todesopfer gegeben habe.

Das iranische Staatsfernsehen hatte zuvor berichtet, die iranischen Streitkräfte hätten eine neue Salve von Raketen auf Israel abgefeuert. Die iranischen Raketen hätten “mehrere israelische Luftabwehrsysteme durchdrungen”, erklärte der staatliche iranische TV-Sender IRIB. Die israelische Armee hatte erklärt, sie habe anfliegende iranische Raketen geortet und arbeite daran, sie abzufangen. Bei einem vorherigen iranischen Angriff war bereits ein Gebäude im Norden Israels getroffen worden.

Die USA und Israel hatten Ende Februar mit Luftangriffen auf den Iran begonnen. Bereits am ersten Tag des Iran-Krieges wurden der oberste Führer Ayatollah Ali Khamenei und weitere Mitglieder der iranischen Führung getötet. Teheran reagiert seither mit Raketen- und Drohnenangriffen auf Israel, auf mehrere Golf-Staaten sowie US-Einrichtungen in der Region.

USA greifen lediglich die nächsten Tage keine Energieanlagen im Iran an

Die Verschiebung des Ultimatums von US-Präsident Donald Trump an den Iran um fünf Tage gilt einem Medienbericht zufolge explizit nur für Angriffe auf iranische Energieanlagen. Militärische Ziele, die Marine, Raketen und die Rüstungsindustrie seien von dem Stopp ausgenommen und würden somit weiter angegriffen, zitierte das Nachrichtenportal “Semafor” einen US-Regierungsvertreter. Trump hatte dem Iran ein Ultimatum zur Öffnung der für die Öltankerschifffahrt enorm wichtigen Seestraße von Hormuz gestellt, das ursprünglich in der Nacht auf Dienstag (MEZ) abgelaufen wäre. Am Montag verlängerte er die Frist aber um fünf Tage mit der Begründung, dass es zwischen den USA und namentlich nicht genannten Vertretern des Iran produktive Gespräche hinsichtlich einer Einigung gegeben habe.

Allerdings hat Parlamentspräsident Mohammad Baqer Qalibaf Trumps Darstellung dementiert. Es habe keine Verhandlungen mit den USA gegeben, erklärte er auf X. Von den USA lagen zunächst keine Stellungnahmen zu dem “Semafor”-Bericht vor.

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