Von: mk
Lana – Anlässlich des Internationalen Aktionstags für Frauengesundheit am 28. Mai startet der Beirat für Chancengleichheit der Gemeinde Lana gemeinsam mit lokalen Apotheken ein Projekt zur niederschwelligen Bereitstellung von Hygieneartikeln für Mädchen und Frauen.
Ziel der Initiative ist es, Periodenarmut entgegenzuwirken, die Gesundheit zu fördern sowie die Menstruation zu enttabuisieren und im öffentlichen Raum sichtbarer zu machen. Zum Start werden in mehreren öffentlichen und gemeinnützigen Einrichtungen – darunter die Bibliothek, das Eltern-Kind-Zentrum (Elki), das Jugendzentrum (Jux), die Gemeinde sowie die Mittelschule – entsprechende Boxen bereitgestellt.
Die auffälligen, pink gestalteten Boxen wurden inspiriert von einer ähnlichen Initiative der Gemeinde Vahrn. Sie sollen im öffentlichen Raum bewusst Aufmerksamkeit schaffen und ein Zeichen setzen. Im Inneren der Boxen befindet sich ein Hinweis, der zur sensiblen und solidarischen Nutzung der bereitgestellten Hygieneartikel aufruft.
Die Mitglieder des Beirats für Chancengleichheit betonen die gesellschaftliche Bedeutung des Projekts: „Menstruation ist ein natürlicher Teil des Lebens und darf kein Tabuthema sein. Gleichzeitig wissen wir, dass Hygieneartikel eine regelmäßige finanzielle Belastung darstellen können. Auch wenn dieses Projekt nicht darauf abzielt, den gesamten Bedarf abzudecken, möchten wir in akuten Situationen unkompliziert helfen und ein Zeichen für mehr Offenheit setzen.“
Auch die beteiligten Einrichtungen begrüßen die Initiative ausdrücklich und unterstreichen deren Bedeutung aus ihrer jeweiligen Perspektive. Die Direktorin der Mittelschule, Margit Achmüller, hebt hervor: „Gerade für junge Menschen ist es wichtig, einen selbstverständlichen und informierten Umgang mit dem eigenen Körper zu entwickeln. Die Bereitstellung von Hygieneartikeln in der Schule ist ein wichtiger Schritt in diese Richtung.“
Aus Sicht der Bibliothek betont Leiterin Jutta Egger die Rolle öffentlicher Räume: „Als öffentlicher Raum für alle Menschen sehen wir es als unsere Aufgabe, gesellschaftliche Themen sichtbar zu machen und niederschwellige Unterstützung anzubieten.“
Auch das Eltern-Kind-Zentrum sieht in der Initiative einen wichtigen Impuls. Präsidentin Iris Pircher erklärt: „Gerade im Austausch mit Eltern merken wir, wie groß der Bedarf an Information, Offenheit und Entlastung rund um den eigenen Körper ist. Diese Initiative verbindet praktische Hilfe mit einem wichtigen gesellschaftlichen Signal – und genau diese Kombination braucht es.“
Die Perspektive der offenen Jugendarbeit bringt Jugendarbeiterin Lisa Gamper vom Jugendzentrum Jux Lana ein: „Durch die Box kann Mädchen und Frauen niedrigschwellig Unterstützung geboten werden – genau an den Tagen, an denen sie gebraucht wird.“
Stephan Peer, Zita Staffler Marsoner und Thomas Wenter, in Vertretung der beiden Apotheken vor Ort, die einen Teil der Hygieneartikel kostenlos zur Verfügung stellen, unterstreichen ebenfalls die Bedeutung der Initiative: „Als Gesundheitsanbieter vor Ort sehen wir täglich, wie wichtig ein offener Zugang zu grundlegenden Hygieneprodukten ist. Mit unserer Unterstützung möchten wir dazu beitragen, Hemmschwellen abzubauen und Frauen in ihrem Alltag zu entlasten – zumindest in Momenten, in denen es darauf ankommt.“
Das Projekt versteht sich auch als Beitrag zur Geschlechtergerechtigkeit. Monatliche Ausgaben für Hygieneartikel betreffen ausschließlich Frauen und menstruierende Personen und stellen damit eine oft unsichtbare finanzielle Mehrbelastung dar. Auch wenn keine flächendeckende kostenlose Versorgung möglich ist, soll das Angebot zumindest in dringenden Momenten Unterstützung bieten und gleichzeitig das Bewusstsein für dieses Thema stärken.
Mit dieser Initiative setzt Lana ein klares Zeichen für Solidarität, Gesundheit und einen offenen Umgang mit einem natürlichen Bestandteil des Lebens.




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