Von: APA/AFP
Im Iran haben am Samstag dutzende Menschen gegen eine Friedensvereinbarung mit den USA demonstriert. Sie riefen vor einem Büro des Außenministeriums in der Stadt Maschhad Parolen gegen Außenminister Abbas Araqchi, der zuvor in einem Fernsehinterview über ein mögliches Abkommen gesprochen hatte. Auf einem Video, das die iranische Nachrichtenagentur FARS verbreitete, waren Frauen in schwarzen Umhängen zu sehen, die “Tod dem ehrlosen Araqchi” skandierten.
Andere Videos in Online-Netzwerken, die AFP zunächst nicht unabhängig verifizieren konnte, zeigten Menschen vor dem Außenministerium in Teheran, die “Araqchi, tritt zurück” und “Ghalibaf, tritt zurück” skandierten. Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf ist der iranische Verhandlungsführer in den von Pakistan vermittelten Gesprächen mit den USA.
Araqchi hatte am Freitag im iranischen Staatsfernsehen gesagt, der aktuelle Entwurf der Vereinbarung zwischen Teheran und Washington sehe die Aufhebung der von den USA verhängten Blockade iranischer Häfen vor. Die Verwaltung der Straße von Hormus werde zudem “nicht mehr so sein wie zuvor”, fügte Araqchi hinzu.
Hardliner sehen Straße von Hormus als Druckmittel
Die Zukunft der Straße von Hormus ist einer der wichtigsten Streitpunkte in den Bemühungen um eine Friedenslösung. Der Iran hatte die für den weltweiten Handel mit Öl und Flüssiggas wichtige Meerenge nach Beginn des Krieges mit den USA und Israel Ende Februar weitestgehend blockiert. Daraufhin waren die Ölpreise weltweit explodiert. Als Reaktion blockierten die USA die iranischen Häfen.
Im Iran lehnen insbesondere die Hardliner das Abkommen zur Beendigung des Krieges ab. Sie verlangen, das Druckmittel der Straße von Hormus nicht aufzugeben und werfen den iranischen Unterhändlern zu viele Zugeständnisse vor.
US-Präsident Donald Trump und der pakistanische Regierungschef Shehbaz Sharif hatten am Samstag eine Unterzeichnung des Abkommens schon am Sonntag in Aussicht gestellt. Unmittelbar danach werde “die Straße von Hormus für alle geöffnet”, erklärte Trump. Ein Sprecher des iranischen Außenministeriums schloss eine Unterzeichnung am Sonntag jedoch aus.




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