Noch immer kein Ende der Kämpfe absehbar

Eine Tote und Verletzte nach russischen Attacken in Ukraine

Sonntag, 08. Februar 2026 | 14:01 Uhr

Von: APA/dpa/Reuters

Bei russischen Angriffen hat es nach Behördenangaben eine Tote und mehrere Verletzte in der Ukraine gegeben. In Kramatorsk wurde der regionalen Staatsanwaltschaft zufolge eine 77-jährige Rentnerin getötet. Drei Männer zwischen 40 und 48 Jahren seien bei der Attacke im ostukrainischen Gebiet Donezk verletzt worden, so die Behörden. Eine Fliegerbombe schlug in der Nähe eines mehrstöckigen Wohnhauses ein. In Cherson im Südosten wurden acht Menschen durch Beschuss verletzt.

Außerdem attackierte Moskau nach Angaben des ukrainischen Energiekonzerns Naftogaz dessen Anlagen in der östlichen Region Poltawa. Dabei seien Schäden entstanden, hieß es. “Dies ist der 19. gezielte Angriff auf Einrichtungen der Gruppe seit Jahresbeginn.” Von russischer Seite lag zunächst keine Stellungnahme vor.

Dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zufolge setzte Russland allein in der vergangenen Woche mehr als 2.000 Kampfdrohnen, 1.200 Gleitbomben sowie 116 Raketen und Marschflugkörper ein. “Fast jeden Tag greifen sie Energieanlagen, logistische Infrastruktur und Wohnhäuser an”, schrieb Selenskyj in sozialen Medien. Das passiere selbst während diplomatischer Friedensbemühungen.

Die Angriffe seien häufiger und immer brutaler, führte er aus. Abermals forderte er Unterstützung für die Ukraine und Druck auf Russland. Moskau setzt ihm zufolge weiterhin unter Umgehung westlicher Sanktionen Waffen mit ausländischen Bauteilen ein. Deswegen verhänge Kiew nun Sanktionen gegen die entsprechenden Lieferanten und Hersteller.

Nur Trump kann laut Sybiha Krieg beenden

In der Zwischenzeit drängte der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha auf ein direktes Treffen zwischen Selenskyj und dem russischen Staatschef Wladimir Putin zur Klärung der letzten Streitpunkte bei den Friedensverhandlungen. Doch nur US-Präsident Donald Trump habe die Macht, eine Einigung herbeizuführen, sagte Sybiha der Nachrichtenagentur Reuters in Kiew. “Nur Trump kann den Krieg beenden.” Die Ukraine wolle die Bemühungen um ein Ende des seit vier Jahren andauernden Krieges beschleunigen und die Dynamik der von den USA vermittelten Gespräche nutzen, bevor andere Faktoren wie die US-Zwischenwahlen im November ins Spiel kämen.

Von einem 20-Punkte-Friedensplan, der die Grundlage der jüngsten trilateralen Verhandlungen bilde, seien nur noch wenige Punkte offen. “Die sensibelsten und schwierigsten müssen auf der Ebene der Staatschefs behandelt werden”, sagte Sybiha. Zu den größten Hürden gehören Gebietsfragen im Osten des Landes sowie die Kontrolle über das von Russland besetzte Atomkraftwerk Saporischschja. “Meine Einschätzung ist, dass wir eine gute Dynamik haben”, sagte der Minister. “Wir sind bereit, das Tempo zu erhöhen.”

Zentral für Kiew seien außerdem westliche Sicherheitsgarantien für die Zeit nach einem Waffenstillstand. Die USA hätten ihre Bereitschaft signalisiert, solche Garantien im Kongress zu ratifizieren, auch wenn keine US-Bodentruppen geplant seien. “Ich persönlich glaube in diesem Stadium nicht an eine Sicherheitsinfrastruktur oder -architektur ohne die Amerikaner”, sagte Sybiha. Zugleich stellte er klar, dass Kiew eine russische Hoheit über die Krim oder den Donbass niemals anerkennen werde. “Und es wäre ein Verstoß gegen das Völkerrecht”, sagte Sybiha. Es gehe hierbei ums Prinzip.

Russischer Gouverneur: 80.000 Menschen ohne Heizung

Die russische Stadt Belgorod kämpft nach Behördenangaben ihrerseits mit den Folgen ukrainischer Angriffe vom Vortag. Gouverneur Wjatscheslaw Gladkow zufolge waren dort Sonntagfrüh 80.000 Menschen von der Wärmeversorgung abgeschnitten, 3.000 hatten demnach kein Gas und 1.000 keinen Strom.

Das Verteidigungsministerium in Moskau gab unterdessen Geländegewinne bekannt. Die Streitkräfte hätten die Ortschaften Hluschiwka in der Region Charkiw und Sydoriwka in der Region Sumy eingenommen, meldeten russische Agenturen unter Berufung auf das Ministerium. Die Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.

Die Ukraine verteidigt sich mit westlicher Hilfe seit fast vier Jahren gegen den russischen Angriffskrieg. Als Teil ihres Abwehrkampfes greift sie immer wieder auch Ziele in Russland an. Die Schäden stehen in keinem Verhältnis zu den verheerenden Kriegsfolgen russischer Angriffe in der Ukraine. Russland attackiert systematisch die Energieinfrastruktur der Ukraine. Immer wieder haben sehr viele Menschen infolge russischer Attacken keine Wärme-, Strom- und Wasserversorgung und das bei zuletzt zweistelligen Minusgraden.

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