Zahlen zu und aus den Seniorenwohnheimen vorgestellt

Seniorenwohnheime: Monitoring und Tests ebnen Weg in Phase 2

Donnerstag, 21. Mai 2020 | 19:37 Uhr

Bozen – Bei der heutigen Landesmedienkonferenz standen die Seniorenwohnheime Südtirols im Fokus. Soziallandesrätin Waltraud Deeg hob einleitend hervor: “Die Seniorenwohnheime waren und sind überall in der Welt in Coronazeiten besonders sensible Bereiche.” Mit laufend aktualisierten sanitären Richtlinien, Handlungsempfehlungen und Strategien habe man sich in enger Vernetzung der Heime mit den zuständigen Landesämtern, dem Südtiroler Sanitätsbetrieb und dem gesamtstaatlichen Istituto Superiore di Sanità der Situation gestellt. Die gute Zusammenarbeit unterstrich auch Gesundheitslandesrat Thomas Widmann, der als eine der wichtigsten Maßnahmen dieser Pandemie die Testung bezeichnete: “In Phase 2 werden aufmerksames Monitoring und die sofortige Unterbrechung neuer Infektionsketten zentral sein. Bisher sind 97 Prozent der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Seniorenwohnheimen mit Verdachtsfällen getestet worden sowie 77 Prozent der Heimbewohner. Aber auch dort, wo es keine Verdachtsfälle gibt, wollen wir die Mitarbeiter flächendeckend und im Zyklus durchtesten, um konstant den Überblick zu behalten.”

“Wir brauchen dieses enge Netzwerk jetzt auch in Phase 2. Wir sind uns der Verantwortung bewusst, die wir auch in dieser Phase tragen”, hob Deeg hervor. “Es kann nicht sein, dass wir Seniorinnen und Senioren vom gesellschaftlichen Leben ausschließen. Das kann und wird nicht unser Weg sein!”, sagte die Landesrätin. An einem Öffnungsplan (mit Öffnungen ab Ende Mai/Anfang Juni) werde derzeit gearbeitet, im Bewusstsein der nach wie vor bestehenden Herausforderungen und in Verantwortung jenen Menschen gegenüber, die das Fundament unserer heutigen Gesellschaft aufgebaut hätten. Landesrat Widmann appellierte in diesem Zusammenhang erneut an die Eigenverantwortung, auch aus Respekt den älteren Mitmenschen gegenüber.

44 von 76 Seniorenwohnheime in Kontakt mit dem Coronavirus

Isabella Mastrobuono, Direktorin der Abteilung “Wohnortnahe Versorgung und Chronic Care” im Südtiroler Sanitätsbetrieb, stellte (unterstützt von Andreas Federspieler) Zahlen und Daten zu den 76 Seniorenwohnheimen vor. Davon seien 44 mit dem neuartigen Coronavirus in Kontakt gekommen, entweder durch positiv getestete Heimbewohner oder Mitarbeitende. Von den 54.428 Abstrichen, die landesweit vom 25. Februar bis 17. Mai durchgeführt worden seien, entfallen 13.250 auf die Seniorenwohnheime. Es wurden dabei 2.215 Heimbewohner (2,7 Abstriche pro Heimbewohner) und 3.200 Mitarbeiter (2,5 Abstriche pro Mitarbeiter) getestet. Mastrobuono erinnerte daran, dass Südtirol (ebenso wie das Trentino) im gesamtstaatlichen Vergleich eine weitaus höhere Bettenanzahl in den Seniorenwohnheimen aufweise und daher das Bewusstsein für den erhöhten Schutzbedarf bereits von Beginn gegeben war. Land und Sanitätsbetrieb haben gemeinsam mit dem Verband der Seniorenwohnheime bereits seit Anfang März Empfehlungen erarbeitet, seit Mitte März gibt es ein tägliches Monitoring mit aktuellen Daten aus den Heimen. Die Aufarbeitung der Todesfälle sei noch im Gang, für den Monat März jedoch könne man sagen, dass von den insgesamt 210 Todesfällen, 62 mit Covid-19 verstorbene Heimbewohner gewesen seien.

Von: luk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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10 Kommentare auf "Seniorenwohnheime: Monitoring und Tests ebnen Weg in Phase 2"


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thomas
thomas
Universalgelehrter
9 Tage 3 h

in Südtirols Altersheim läuft Vieles nicht gut. So kann’s nicht weitergehen

Goggile
Goggile
Grünschnabel
9 Tage 2 h

@thomas können sie genauer werden, was nicht gut läuft?

thomas
thomas
Universalgelehrter
9 Tage 1 h

@Goggile
katastrophale Hygienestandards, unzureichende Qualifikation beim Personal, sozialromantisches Getue, Low-cost-Pflege….

Ladinerin
Ladinerin
Tratscher
8 Tage 16 h
@thomas Ich wäre jetzt auch auf eine Antwort gespannt….Ich glaube, man kann auch bezüglich dieses Themas nicht alles verallgemeinern. Zum Hygienstandart, wage ich zu behaupten, dass er in Südtirol mehr als zufriedenstellend ist…..Wenig Personal vielleicht, aber weil derzeit nicht genügend Sozialbetreuer auf den ‘Markt’ sind……Ok, wieso? Die Branche ist nicht lukrativ..für die Leistung, die erbracht werden muss. Zur jetzigen Situation: die Senioren sind nun mal eine Risikogruppe und alles in allem ist die Situation nicht schlecht gehandhabt worden. Die Schliessung war unumgänglich. Ach…und noch was….., ich bin überzeugt, dass die Bemühungen gross waren, unsere Senioren gut zu pflegen und durch… Weiterlesen »
H.M
H.M
Grünschnabel
9 Tage 2 h

I hoff dass es a a so kimmp dass es ende mai onfong juni augetun wert weil des konn net sein dass dei ormen leit so va dr welt ausgschlosseen wern !!!!!iatz isch genua die Bewohner brauchen die Ongehörigen mir wern va ihmene fern gholten und ungsteckt wern se va die ongstellten ..weil die sänität net im stond isch oamol epas auf die reihe zu kriagen!!!

Guenni
Guenni
Universalgelehrter
9 Tage 2 h

Warum sind die Bewohner*innen und das Personal aller !! Seniorenheime noch nicht alle getestet ? Genauso so sch….wie die nie zustande gekommenen 2.500

Missx
Missx
Universalgelehrter
9 Tage 1 h

@günni
Redsch du fa Deitschlond?
Du ghearsch jo et zi Südtirol

Guenni
Guenni
Universalgelehrter
8 Tage 12 h

@Missx…wie kannst du dir da so sicher sein ? Und wie sieht das bei Dir aus ? Ossi oder doch Südtiroler*in ?

Storch24
Storch24
Universalgelehrter
9 Tage 2 h

Dass viel zu wenig Pfleger, innen in den Heimen sind, weiß man. Dass da wenig Zeit für die alten Leutchen bleibt, ist wohl klar. Und das wird in Zukunft nicht besser.
Hier müsste die Sanitätseinheit anknüpfen. Die Alten gaben es verdient.

Zivilcourage
Zivilcourage
Neuling
9 Tage 33 Min
Immer das gleiche blabla… Kann ich schon gar nicht mehr hören. Wenn einer der Verantwortlichen selbst einen Angehörigen in einem Heim hätte, ginge sicher alles schneller. Es ist unmenschlich, die Heimbewohner so lange “einzusperren”. In den meisten Heimen müssen sie sogar in den Zimmern bleiben! Widerstand von den Bewohnern kommt ja nicht und den Angehörigen sind die Hände gebunden. Das muss aufhören, und zwar schnell. Schluss mit schönen Worten, jetzt müssen Taten folgen!!! Die Verantwortlichen werden daran gemessen werden, ob die Versprechungen einhalten können, die Heime Ende Mai, Anfang Juni wieder zu öffnen (ist eh schon spät genug). Sollte das… Weiterlesen »
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