„Bruneck als Standort für die Pflegeausbildung ausbauen“

Team K setzt auf das Pustertal

Montag, 04. Mai 2026 | 15:21 Uhr

Von: mk

Bruneck – Der Pflegebedarf steigt – doch es fehlt an Fachkräften. Genau hier setzt ein Beschlussantrag des Team K an, der in dieser Woche im Landtag behandelt wird. Kern des Antrags ist der Ausbau der wohnortnahen Pflegeausbildung im Pustertal sowie eine stärkere Verknüpfung von Ausbildung und Praxis. Im Rahmen einer Pressekonferenz am Rathausplatz in Bruneck haben die Landtagsabgeordnete Maria Elisabeth Rieder sowie das Team K in Bruneck mit Wilma Huber, Monika Rieder und Gerhard Elzenbaumer sowie Horst Pescolderung ihren Vorschlag präsentiert: Bruneck soll als Ausbildungsstandort mit großem Potenzial weiterentwickelt werden, um jungen Menschen den Einstieg in den Pflegeberuf vor Ort zu ermöglichen und langfristig die Versorgung im Pustertal abzusichern.

„Ausgangspunkt ist eine Entwicklung, die sich zuspitzt: Der Pflegebedarf steigt, gleichzeitig fehlen in vielen Einrichtungen die notwendigen Fachkräfte. Gerade im Pustertal zeigt sich: Strukturen sind vorhanden – doch Betten bleiben ungenutzt, weil Personal fehlt. Ein zentraler Hebel liegt daher in der Ausbildung“, erklärt das Team K. Im Pustertal fehlten wohnortnahe Angebote für junge Menschen, die nach der Pflichtschule in den Pflegeberuf einsteigen möchten. Zwar gebe es in Dietenheim einen berufsbegleitenden Lehrgang für Pflegehelfer und Sozialbetreuer – ein wichtiges und bewährtes Angebot, das sich jedoch in erster Linie an Erwachsene richte. „Damit bleibt eine entscheidende Zielgruppe außen vor: junge Menschen, die sich frühzeitig für einen Pflegeberuf entscheiden könnten. Statt eines direkten Einstiegs vor Ort müssen sie oft lange Anfahrtswege in Kauf nehmen oder den Wohnort wechseln – für viele eine zu hohe Hürde“, so das Team K. Die Folge sei: Potenzial bleibe ungenutzt.

Für die Team-K-Landtagsabgeordnete Maria Elisabeth Rieder ist klar: „Wer den Fachkräftemangel in der Pflege wirksam bekämpfen will, muss die Ausbildung dorthin bringen, wo die Menschen leben. Gerade für Jugendliche nach der Pflichtschule erschweren ein Wohnortwechsel oder lange Anfahrtswege aus den Tälern den Zugang zur Ausbildung deutlich – viele entscheiden sich deshalb gar nicht erst für diesen Beruf. Wenn wir hier keine wohnortnahen Angebote schaffen, verlieren wir genau jene jungen Menschen, die wir dringend brauchen. Deshalb müssen wir gezielt in regionale Ausbildungsstrukturen investieren und den Einstieg in den Pflegeberuf vor Ort ermöglichen.“

Monika Rieder, langjährige Berufskrankenpflegerin am KH Bruneck,  betont die Dringlichkeit der Pflegeausbildung: „Der Pflegebedarf wird weiter steigen. Gleichzeitig geraten Familien zunehmend unter Druck, wenn Unterstützung fehlt oder nicht ausreichend verfügbar ist. Der Pflegenotstand ist längst Realität. Umso wichtiger ist es, dass Ausbildungswege eng mit den bestehenden Strukturen vor Ort verzahnt sind. Praktika in den Strukturen vor Ort ermöglichen frühzeitig Einblicke, stärken die Bindung an die Region und erleichtern den Einstieg in den Beruf.“

Gerhard Elzenbaumer, selbst ehrenamtlich tätig, verweist auf die Situation vor Ort: „In Bruneck gibt es funktionierende Strukturen und ein starkes ehrenamtliches Engagement – etwa bei Diensten wie Essen auf Rädern. Gleichzeitig sehen wir, dass vorhandene Kapazitäten nicht genutzt werden können, weil das Personal fehlt.“

Wilma Huber weist auf die von der Landesrätin angekündigten Bauvorhaben im Pustertal hin, so etwa das Seniorenheim in Pfalzen oder den geplanten Ausbau von Tagespflege und stationären Angeboten in Bruneck, Toblach und Welsberg. „Für all diese Einrichtungen braucht es Personal, gerade für das Pustertal ist es entscheidend, Ausbildungsangebote vor Ort auszubauen.Viele junge Menschen haben derzeit keine realistische Möglichkeit, eine entsprechende Ausbildung im Pustertal zu absolvieren.“

Horst Pescolderung fordert in seiner Stellungnahme eine angemessene Bezahlung und die Klärung in Hinsicht auf neue Berufsbilder im Sozialen. „Für das neu eingeführte Berufsbild der Krankenpflegeassistent:in sind viele Fragen offen, was den Aufgabenbereich, aber auch die Einstufung betrifft, hier besteht dringend Klärungsbedarf.“

Konkret sieht der Beschlussantrag vor, den Ausbildungsstandort Bruneck schrittweise auszubauen, regionale Ausbildungspartnerschaften zu stärken und Ausbildung sowie Praxis vor Ort enger zu verzahnen. Ergänzend sollen gezielte Informationsmaßnahmen dazu beitragen, mehr junge Menschen für Pflegeberufe zu gewinnen und den Zugang zur Ausbildung weiter zu öffnen. Abschließend betont das Team K: „Mit diesem Beschlussantrag legen wir konkrete, nachvollziehbare und umsetzbare Lösungsvorschläge vor, die in die Zukunft gerichtet sind. Es wäre nicht nachvollziehbar, diesen Ansatz nicht zumindest ernsthaft zu prüfen. Wir sehen keinen sachlichen Grund, diesen Vorschlag nicht weiterzuverfolgen. Wir erwarten uns hier eine konstruktive Zusammenarbeit mit der Landesregierung bei der Prüfung und Umsetzung unserer Vorschläge.“

Bezirk: Bozen

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