Von: APA/Reuters/AFP
Bei israelischen Angriffen im Gazastreifen trotz der geltenden Waffenruhe sind nach palästinensischen Angaben mindestens drei Menschen getötet worden. Unter den Opfern seien zwei Mitglieder der von der radikal-islamischen Hamas kontrollierten Polizei, teilten die örtlichen Gesundheitsbehörden am Sonntag mit. Bei israelischen Angriffen im Süden des Libanon wurden laut der libanesischen Regierung zwei Hisbollah-nahe Sanitäter getötet und fünf weitere verletzt.
Ein Luftangriff im Gazastreifen habe eine Person im Flüchtlingslager Al-Maghazi getötet, erklärten Sanitäter. Bei einem weiteren Angriff seien der Leiter der Kriminalpolizei in Khan Younis und sein Assistent getötet worden, teilte das von der Hamas geführte Innenministerium mit.
Israel hat seine Angriffe auf die Polizei im Gazastreifen zuletzt verstärkt, weil die Extremisten die Einsatzkräfte nutzen würden, um in den von ihnen kontrollierten Gebieten wieder Regierungsstrukturen aufzubauen.
Waffenruhe hält nicht
Die jüngsten Angriffe unterstreichen die Brüchigkeit der von den USA vermittelten Waffenruhe. Trotz der im Oktober 2025 vereinbarten Feuerpause gehen die Kämpfe im Gazastreifen weiter, wobei es fast täglich zu israelischen Angriffen kommt. Seit Inkrafttreten der Vereinbarung sind nach Angaben von Vertretern der lokalen Gesundheitsbehörden mindestens 850 Palästinenser getötet worden. Israelischen Angaben zufolge töteten Extremisten im selben Zeitraum vier Soldaten. Beide Seiten werfen einander vor, die Waffenruhe zu verletzen.
Tote bei Angriffen im Süden des Libanon
Bei israelischen Angriffen im Süden des Libanon wurden unterdessen nach Angaben der libanesischen Regierung zwei Hisbollah-nahe Sanitäter getötet und fünf weitere verletzt. Die israelische Armee habe zwei Stützpunkte des zur Hisbollah-Miliz gehörenden Islamischen Gesundheitskomitees beschossen, erklärte das Gesundheitsministerium in Beirut am Sonntag. Bei den Angriffen in den Orten Tibnin und Kalawija handle es sich um einen Verstoß gegen das Völkerrecht.
Zwischen Israel und dem Libanon gilt seit Mitte April eine Waffenruhe. Die israelische Armee greift jedoch weiterhin Stellungen der pro-iranischen Hisbollah-Miliz an. Auch die Hisbollah beschießt weiterhin Ziele in Israel sowie israelische Soldaten im Süden des Libanon.
Der Libanon war Anfang März in den Iran-Krieg hineingezogen worden. Als Reaktion auf die Tötung des obersten iranischen Führers Ayatollah Ali Chamenei feuerte die von Teheran finanzierte Hisbollah Raketen auf Israel ab. Israel flog daraufhin massive Angriffe auf Teile des Libanon und schickte Bodentruppen über die Grenze. Nach Angaben der libanesischen Regierung wurden seit Anfang März bereits rund 2.800 Menschen im Libanon bei israelischen Angriffen getötet.




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