Von: APA/dpa/Reuters
Der Konflikt zwischen den USA und dem Iran schaukelt sich trotz offiziell geltender Waffenruhe weiter hoch. US-Präsident Donald Trump kündigte am Donnerstag schwere Angriffe auf den Iran für die Nacht auf Freitag an. Die USA würden das Land “sehr hart” treffen, schrieb der Republikaner auf Truth Social. Er drohte Teheran außerdem damit, in nicht allzu ferner Zukunft die für Irans Ölindustrie wichtige Insel Kharg sowie andere Öl-Infrastrukturpunkte zu übernehmen.
Die USA würden die “vollständige Kontrolle” über Irans Öl- und Gasmärkte erlangen. Auf der Insel Kharg im Persischen Golf befindet sich Irans wichtigster Ölhafen. Dort wird fast der gesamte Ölexport der Islamischen Republik umgeschlagen. Sie ist daher von strategisch großer Bedeutung.
Die US-Regierung erhöht damit den Druck auf den Iran in den stockenden Gesprächen um ein mögliches Rahmenabkommen über ein Ende des Krieges. Das Abkommen würde zunächst vertiefte Verhandlungen bedeuten.
Heftige gegenseitige Attacken
Die USA und der Iran beschossen sich schon in der Nacht auf Donnerstag erneut heftig gegenseitig. Bereits in der Nacht auf Mittwoch hatte es gegenseitige Angriffe gegeben. Eigentlich gilt zwischen den Kriegsparteien seit zwei Monaten eine Feuerpause.
Laut iranischen Medien wurden bei Angriffen in der Provinz Teheran drei Menschen verletzt. Das Portal “Mehr” berichtete zugleich unter Berufung auf offizielle Stellen, in der Früh sei in der Straße von Hormuz ein Boot, das mit Grundnahrungsmitteln beladen gewesen sei, von einem Geschoss der USA getroffen worden. Die Besatzung sei gerettet worden. Das US-Militär sprach von Angriffen auf militärische Überwachungs- und Kommunikationsanlagen sowie Anlagen der Flugabwehr im Iran.
EU-Außenbeauftragte fordert diplomatische Lösung
Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas fordert angesichts der jüngsten Eskalation im Konflikt mit dem Iran eine diplomatische Lösung. Sie habe mit dem iranischen Außenminister Abbas Araqchi gesprochen, teilte Kallas auf X mit. Die wiederaufgenommenen Angriffe auf die Golfstaaten und ihre kritische Infrastruktur seien inakzeptabel. Der diplomatische Weg bleibe der beste Ausweg aus diesem Krieg.




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